Hot Stories

Rihanna: Das kostet die gewaltverherrlichende Werbung Snapchat wirklich

Von Jenny am Montag, 19. März 2018 um 11:52 Uhr

Snapchat veröffentlichte in der vergangenen Woche eine fragwürdige Werbung, die Rihanna und viele andere zutiefst schockierte. Jetzt wissen wir, welche Kosequenzen diese Anzeige hatte...

Für Snapchat läuft es momentan extrem schlecht. Als Kylie Jenner via Twitter verkündete, sie benutze die App, seit dem neuesten Update, kaum noch, kostete es dem Unternehmen schlappe 1,7 Milliarden Euro. Jetzt legte sich der Instant-Messaging-Dienst mit einem weiteren Superstar, nämlich Rihanna, an und die ließ DAS nicht auf sich sitzen…

Snapchat: Mit dieser Werbung geht die App zu weit!

In der vergangenen Woche hatte Snapchat eine Werbung für das Handyspiel "Würdest du lieber..." veröffentlicht. In der Anzeige war sowohl die "Only Girl"-Interpretin als auch ihr Ex-Freund Chris Brown abgebildet. Zudem wurde die Frage gestellt, ob man eher "Rihanna schlagen" oder "Chris boxen" würde. Damit spielte man offensichtlich auf das für Riri traumatische Erlebnis nach den Grammy Awards 2009 an, bei denen ihr einstiger Lover auf die "Fenty Beauty"-Founderin losging und sie verprügelte... 😔

 

Ein Beitrag geteilt von Leyla (@lleeyla) am

Rihanna: Diese Respektlosigkeit lässt sie sich von Snapchat nicht bieten

Es steht wahrscheinlich außer Frage, dass die 30-jährige Sängerin diesen schlechten Scherz, den der Messaging-Dienst offensichtlich unterstützte, überhaupt nicht amüsant fand. Ganz im Gegenteil: "Also Snapchat, ich weiß, dass ihr bereits wisst, dass ihr nicht meine Lieblingsapp seid. Aber trotzdem versuche ich gerade herauszufinden, was der Sinn hinter diesem Chaos ist. Ich würde es gerne Ignoranz nennen, aber ich weiß, dass ihr nicht so dumm seid! Ihr gebt Geld für etwas aus, das ihr animiert, das vorsätzlich Opfern von häuslicher Gewalt Schande bereitet, um dann einen Witz daraus zu machen!", machte Rihanna ihrem Ärger via Insta-Stories Luft.

© Insta-Storie/ balgalriri

Snapchat: Das Unternehmen räumt seinen Fehler ein

Für viele von Rihannas Followern ist das Statement ein klarer Aufruf, die App ein für alle Mal vom Smartphone zu verbannen, was sich natürlich auch sofort im Börsenwert des Unternehmens niederschlug: 4,7 Prozent büßte die Aktie des sozialen Mediums am vergangenen Donnerstag ein.

Die US-amerkanische Firma äußerte sich am vergangenen Dienstag selbst gegenüber BBC und erklärte: "Die Werbung wurde überprüft und fälschlicherweise genehmigt, da sie unsere Richtlinien von Werbung verletzt. Wir haben diese umgehend am vergangenen Wochenende entfernt, als wir sie bemerkten." Außerdem entschuldigte man sich bei der Sängerin und bezeichnete die Anzeige als "ekelhaft". Ob selbst diese Bemühungen zu spät kommen, wird sich wohl erst in den kommenden Wochen zeigen...

Chris Brown meldet sich zu Wort

Nach Rihanna nahm auch Chris Brown zu der gewaltverherrlichenden Werbung Stellung. Laut E!News ließ er über seinen Anwalt verlauten: "Wer immer das bei Snapchat veröffentlichte, der gehört geschlagen." Der 28-Jährige hatte sich bereits im vergangenen Jahr reumütig zu dem gewaltsamen Übergriff von 2009 geäußert. Sein Image kann der R'n'B-Star aber wohl auch mit diesem Kommentar kaum noch retten.

Der "Rihanna-Effekt": So viel kostet er Snapchat 

Welche Ausmaße die gewaltverherrlichende und undurchdachte Werbung für den Instant-Messaging-Dienst hat, wird nun erst wirklich deutlich. Wie das Wirtschaftsmagazin Forbes berichtete, verlor das Unternehmen in zwei Tagen, nämlich am vergangenen Donnerstag und am Freitag, als die News sich verbreitete, ganze 5 Prozent am Börsenmarkt und büßte damit fast eine halbe Milliarde seines Wertes ein. Der Vorfall, den Forbes als "Rihanna-Effekt" bezeichnete, soll Evan Spiegel, den Gründer der App und Ehemann von Miranda Kerr, außerdem 122 Millionen Euro seines privaten Vermögens gekostet haben – autsch! 😳

 

Ein Beitrag geteilt von Miranda (@mirandakerr) am

Dass Snapchat die gewaltverherrlichende Werbung nicht schnell genug erkannte, hat einen bestimmten Grund: Laut Refinery29 handelte es sich bei der Anzeige nämlich um eine solche, die über eine "Self Service Plattform" geschaltet wurden. Diese werden von Facebook, Instagram & Co. insbesondere genutzt, um ihre Kosten zu minimieren. Mit dem Tool können anderen Firmen ihre Anzeigen via Social Media schalten, ohne mit einer zuständigen Person des Konzerns Rücksprache über den Inhalt dieser zu halten. Damit lässt sich auch erklären, weshalb der Algorithmus die gewaltverherrlichende Werbung auf Evan Spiegels Plattform nicht erkannte, obwohl solche den Richtlinien des Messaging-Dienstes widersprechen. 

Nach den zwei Fehltritten in den vergangenen Wochen, die wegen Kylie Jenner und Rihanna enorme finanzielle Konsequenzen für das US-amerikanische Unternehmen hatten, sollte Snapchat seine nächsten Schritte um einiges besser planen. 😐

Du willst die Updates nicht verpassen? Schenk uns dein LIKE und wir versorgen dich mit noch mehr GRAZIA auf Facebook!