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Tyra Banks: Wegen ihrer Abstammung wäre sie fast als "Victoria's Secret"-Engel gefeuert worden

Von Frederika am Mittwoch, 11. April 2018 um 20:51 Uhr

Tyra Banks ist eines der erfolgreichsten Models aller Zeiten und hat das auch ihrem besonderen Look zu verdanken. Der hätte die Schönheit allerdings beinahe den Platz als "Victoria's Secret"-Engel gekostet…

Tyra Banks ist eine echte Ikone und hat das besonders ihrem Job bei "Victoria's Secret" zu verdanken. Die 44-Jährige war die erste schwarze Frau, die einen exklusiven Vertrag mit dem Lingerie-Label schloss und schrieb damit Geschichte. Den begehrten Fantasy Bra trug sie nicht nur einmal, was für viele Models schon einer Krönung gleichkommt, nein, Tyra trug ihn sogar zweimal, 1997 und 2004. Bevor die gebürtige Amerikanerin allerdings als Model durchstarten konnte und zu dem Fashion-Vorbild wurde, das sie heute ist, wurde sie bei dem Brand, das ihr den Durchbruch verschaffte, beinahe gefeuert – und zwar aufgrund ihrer Abstammung…

Tyra Banks: So schaffte sie es, farbige Models bei "Victoria's Secret" zu etablieren

In einem Interview mit der amerikanischen W berichtete die Schönheit jetzt, dass ihr Look für viele Stylisten eine unüberwindbare Hürde darstellte und fast dazu führte, dass sie in vielen Runway-Shows keinen Platz ergattern konnte oder gar rausgeschmissen wurde: "Ich hätte die Chance, die ich bei Victoria's Secret hatte, fast verloren. Am ersten Tag wurde ich nachhause geschickt, weil die Hairdresser nicht wussten, was sie mit meinen afroamerikanischen Haaren anstellen sollten." Tyra flehte ihre Agentur an, ihre eine weitere Chance bei dem bekanntesten Unterwäschelabel aller Zeiten zu sichern, nahm ihr Schicksal dann aber in die eigene Hand: Sie stellte eigene Stylisten ein, die ihre Haare föhnten und glätteten, bevor sie bei einem Casting erschien. Den Aufwand wollte sie allerdings nicht ihre ganze Karriere betreiben: "Ich sprach schließlich mit ihnen und sagte 'Meine Haare sind nun einmal anders, ich brauche jemanden, der sie stylen kann.' Danach stellten sie Leute ein, die sich zehn Jahre lang um meine Frisur kümmerten."

Mit ihrem Einsatz half Tyra ohne Frage vielen weiteren Models mit afroamerikanischen Wurzeln, die in die Fußstapfen der 44-Jährigen treten wollen und ermöglichte es Frauen aller Nationalitäten, in der begehrtesten Runway-Show der Welt vertreten zu sein. Erst letztes Jahr trug mit Lais Ribeiro die vierte schwarze Frau mit Stolz den begehrten Fantasy Bra, 2015 lief Maria Borges selbstbewusst mit ihren natürlichen Haaren über den Laufsteg.

Rassismus in der Modebranche: Sind farbige Models nun wirklich gleichberechtigt?

Der Umgang mit unterschiedlichen Hautfarben wird in der Modebranche schon lange diskutiert und auch dank des Erfolg von Models wie Tyra Banks ist die Akzeptanz afroamerikanischer Frauen heute sicher höher, als noch vor wenigen Jahren. Informierte und engagierte Konsumenten bewirken, dass viele Labels heute Linien für Frauen jeder Abstammung im Sortiment führen – so hat sich die Range bei vielen Foundations oder hautfarbener Unterwäsche beispielsweise deutlich vergrößert. "Die bekannten Models von heute sind von so viel Diversität geprägt", findet Tyra, "von Jourdan Dunn über Joan Smalls und Duckie Thot bis hin zu vielen Mädchen, deren Namen ich nicht einmal kenne und denen ich nur auf Instagram folge. Zu meiner Zeit hatten wir viel mit Diskriminierung zu kämpfen, heute denke ich manchmal, dass wir es vielleicht gar nicht so schlecht hatten, wie wir dachten. Das Gute heutzutage ist, dass junge Frauen soziale Medien nutzen können um nicht still leiden zu müssen.

Und trotzdem: Dass farbige Models heute überhaupt noch leiden müssen, sollte so nicht sein. Doch es findet ein Umdenken statt, langsam aber stetig, und so sind Frauen mit afrikanischen Wurzeln inzwischen zumindest annähernd so gefragt, wie hellhäutige – ohne die Vorarbeit von Ikonen wie Tyra Banks wäre das sicher nicht möglich. Dass sie einer der beliebtesten und bekanntesten "Victoria's Secret"-Engel aller Zeiten ist, unterstreicht nur noch einmal, wie schön, spannend und erfolgreich Diversität die Modebranche machen kann. Wir hoffen deshalb, dass sich in Zukunft viele weitere Designer und Labels dem Problem annehmen und ihre Casting-Türen für alle Frauen öffnen – egal, welche Hautfarbe sie haben oder wie kraus ihre Haare sind.

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