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Frauen und Technik

Von Isabella Schröder am Donnerstag, 27. Juni 2019 um 12:45 Uhr

Noch immer besteht dieses Vorurteil, dass wir Frauen und Technik nicht zusammenpassen. Selbst Interventionen in Schule und Studium, wie zum Beispiel dem Girls-Day, scheinen nichts dagegen ausrichten zu können. Immer noch gelten technische Berufe als Männersache. Dabei haben wir mehr drauf, als wir uns vielleicht eingestehen.
 

Technik im Frauenalltag

Wenn wir uns umschauen, müssen wir zugeben, dass auch wir Frauen täglich mit Technik zu tun haben. Und wir bitten nicht bei jeder Kleinigkeit unseren Partner um Hilfe, sondern bekommen es auch selbst gut hin.
Vielleicht lest Ihr gerade diesen Text auf Eurem Smartphone oder Eurem Laptop. Abends schafft auch Ihr es den Fernseher alleine anzuschalten. Und was ist mit den ganzen Haushaltsgeräten? Bügeleisen, Geschirrspüler, Waschmaschine und Co sind ebenfalls technische Geräte.

Vielleicht sagt Ihr jetzt: „Das ist doch alles leicht zu bedienen!“ Dann legen wir jetzt noch eins oben drauf. Denn spätestens, wenn Ihr Kinder habt, liegt ihr ganz vorn. Ihr könnt einen Kinderwagen zusammen- und auseinanderklappen und ihn in verschiedene Positionen stellen. Und auch beim Befestigen des Kindersitzes stehen viel Männer hilflos daneben. Bei beiden wird technisches Talent gebraucht und dieses entsteht nicht dadurch, dass wir Kinder bekommen.

Eigene Kaufentscheidungen

Sobald es um Technik im Haushalt oder rund um unsere kleinen Mäuse geht, treffen wir auch eigene Kaufentscheidungen. Vielleicht steht euer Partner interessiert daneben, doch wir sind es, die wissen, worauf es ankommt.
Wir sehen viele nützliche Alltagsprodukte im Vergleich und orientieren uns an unseren Erfahrungen. Das wissen auch die Verkäufer in den Geschäften und beraten da auch lieber die Frauen, als die Männer.
Wir können also stolz auf uns sein, weil auch wir uns mit Technik auskennen.

Warum zweifeln wir so sehr an uns?

Wenn wir doch so oft mit diesen Maschinen und Geräten umgehen, warum zweifeln wir noch an unserer technischen Begabung?

Das kann zum einen mit dem Klischee zusammenhängen, dass wir es nicht drauf haben. Männer und Technik gehören einfach zusammen. Frauen werden dafür eher mit sozialen Begriffen verbunden. Doch das Schwarz-Weiß-Denken wäre zu einfach. Viele Frauen sind in der Schule auch gut in Mathematik und Physik gewesen, sie können räumlich denken und technische Zusammenhänge verstehen. Im Gegenzug gibt es auch Männer, die sich einen sozialen Beruf zutrauen und in Kindergärten, Schulen und Pflegeeinrichtungen gehen.

Hinzu kommt, dass es in manchen Bereichen uns Frauen nicht leicht gemacht wird. Wenn wir zum Beispiel unser Auto in die Werkstatt bringen, dann ist das Risiko recht groß, dass uns mehr Reparaturen aufgeschwatzt werden, als nötig sind. Wenn wir das dann später bemerken, ärgern wir uns mehr über uns selbst, als über den Mechaniker. Männer gehen hin und klären die Sache direkt.

Wie können wir unseren technischen Selbstzweifel beheben?

Erst einmal sollten wir uns bewusst machen, dass wir mehr können, als wir uns zutrauen. Achtet darauf, wie viel Technik ihr täglich verwendet und damit kein Problem habt.
Der nächste Schritt ist, auch einmal etwas Neues auszuprobieren. Wenn ihr bei einem technischen Problem nicht weiterkommt, greift nicht gleich nach dem nächstbesten Mann. Probiert es erst einmal selbst aus. Lest im Internet nach oder schaut euch Hilfevideos an. Ihr sammelt dadurch Erfahrungen und euer Selbstbewusstsein wird gesteigert.

Und was ist mit dem Autoproblem? Da gibt es einen kleinen Trick: Erfragt beim ADAC, ob sie euer Auto durchchecken können. Der ADAC ist neutral und wird euch so einigen Tipps verraten. Wenn ihr dann in die Werkstatt fahrt und sie euch etwas aufschwatzen wollen, erzählt ihnen vom ADAC. Das hilft auf jeden Fall, denn sie haben Respekt vor diesem Autoclub, da ihr Ansehen sinken könnte. Für gewöhnlich braucht ihr diese Aktion nur einmal zu starten, denn sie werden beim nächsten Mal sich an euch erinnern.

Auch bei einem Autokauf könnt ihr mit dem Gebrauchtwagen zum ADAC fahren und es auf Herz und Nieren überprüfen lassen. Der ADAC erzählt Euch, was nicht in Ordnung ist und wie viel Wert das Auto hat. So werdet ihr auch als Laien nicht übers Ohr gehauen.