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Ich habe meinen Freund verlassen, weil er einen kleinen Penis hat!

Von GRAZIA am Mittwoch, 15. November 2017 um 17:02 Uhr

Und der Sex war gar nicht mal das Problem! Lina (33) konnte Hennings Selbstmitleid einfach nicht mehr ertragen...

Solange er bei uns die Hosen anhatte, war alles gut. Danach ging’s nur noch bergab. Wenn man sehr zynisch ist, könnte man meine Beziehung mit Henning so zusammenfassen. Ich bin gerade zynisch, weil ich traurig und wütend bin. Hinter mir liegen zwei Monate mit einem negativ schwanzgesteuerten Mann. Nein, Henning ist kein testosterongeblähter Stelzbock, so einer kommt bei mir gar nicht erst ins Bett. Bei Henning ist es umgekehrt: Sein Penis bestimmt sein Denken und Handeln, weil er klein ist. So klein, dass er sich dafür schämt, sich aber ständig mit anderen Männern vergleicht – und dabei gefühlt den Kürzeren zieht. Den Kürzeren, höhö. Ja, witzig. In der Realität ist es aber nicht komisch, wenn ein paar Zentimeter zum Glück fehlen. Mal abgesehen vom Sex, dazu komme ich gleich noch.

Unser Kennenlernen war banal: Wir hatten ein Tinder-Date. Gefühlt war’s mein 57., ich war also jeglicher romantischer Illusion beraubt. Und dann saß da Henning. Blaue Augen, Sommersprossen, kurze, leicht rötlich schimmernde Haare. Breite Brust, top Bizeps – sein Hobby ist Judo.

Henning erzählte, Henning hörte zu. Wir redeten, lachten, waren albern und ernst. Als ich das erste Mal auf die Uhr schaute, waren zwei Stunden um. Um Mitternacht brachte er mich nach Hause. Ich war fast ein bisschen enttäuscht, dass er so gar nicht versucht hatte, mitzukommen. Wir trafen uns wieder. Und wieder. Beim dritten Date knutschten wir im Auto. Da war ich schon verknallt. "Ich will mit dir schlafen", sagte ich. "Kommt noch", flüsterte er mir ins Ohr und schob meine Hand aus seiner Hose.

Klar war das irritierend, aber eben auch: romantisch. Und Romantik, das wollen wir doch alle. Nur Sex wollte ich irgendwann natürlich auch. Und Henning? Der kam beim nächsten Date mit zu mir. Endlich! Ich war selig, als er mich auszog, noch seliger, als er mich auf mein Sofa warf. Und dann ... Seien wir ehrlich: Welcher Mann kann Oralsex wirklich gut? Henning konnte es. Besser! Als! Alle! Ich war beglückt, als sein Kopf zwischen meinen Beinen auftauchte. Dann fiel mir auf: Der Mann hat immer noch die Hose an. "Erst kommst du. Ich habe Zeit", sagte er.

"Wahrscheinlich hat er einen kleinen Schwanz", sagte meine Freundin. "Ich will auch mit dir schlafen", sagte Henning beim nächsten Date. "Aber ich will dich nicht enttäuschen." Vielleicht ist sein Penis ja auch riesig, dachte ich. Er machte das Licht aus, bevor wir knutschend in sein Bett fielen. Mir war’s egal, ich wollte ihn endlich nackt fühlen.

Als ich seine Hose öffnete, zuckte er kurz, aber ich ließ mich nicht abhalten. Um es kurz zu machen: Ja, ich war enttäuscht. Sein Penis war wirklich sehr klein. Es fühlte sich an, als hätte ich eine Spreewälder Gurke in der Hand. Wie abwertend das klingt, aber das war mein erster Gedanke. Ich wusste nicht recht, wie ich ihn anfassen sollte, also nahm ich ihn in den Mund. Das ging problemlos ohne Würgreflex. Was gar nicht so schlecht ist. Solange der Mann entspannt und sein Ding hart ist. Und das war er nicht lange. "Jetzt bist du enttäuscht", sagte Henning. Es ist schwierig, in so einer Situation etwas zu sagen, das ehrlich klingt. Ich sagte: "Ach was, gar kein Problem." Das klang sicher wie eine Lüge.

Der durchschnittliche Penis ist erigiert 13,21 cm lang und hat einen Umfang von 11,66 cm. Ich habe das gegoogelt, ich wollte ein statistisches Gefühl für Hennings Geschlechtsteil bekommen. Ich schätzte ihn zwei Zentimeter unter Normal. Aber dafür hatte er andere Qualitäten – mit denen er mehr und mehr geizte. Als ich bei ihm anrief, begrüßte er mich mit den Worten: "Hier ist der Schlappschwanz!" Je mehr ich versuchte, seine Anspannung mit Heiterkeit zu vertreiben, desto verschlossener wurde er. "Du brauchst einen Mann mit großem Glied. Tut mir leid. Ich kann nicht mithalten", sagte er. Das traf mich. Henning reduzierte meine Gefühle auf Penisformat – als wäre ein verdammter Dödel der Schlüssel zum Glück! Sex sabotierte er konsequent: "Sorry, ich kann jetzt nicht." Oder: "Ich muss los."

Er war nicht mehr zu fassen für mich, physisch und psychisch. Unser erster Sex war der Anfang vom Ende gewesen: Sein Selbstbewusstsein war auf Mikroformat geschrumpft. Henning glaubt, ich hätte ihn wegen seines kleinen Penis verlassen. Das stimmt. Aber auf eine andere Art, als er sich vorstellen kann.

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