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Rosamund Pike: Gone-Girl wird sie zum It-Girl machen!

Von GRAZIA am Sonntag, 12. Oktober 2014 um 11:00 Uhr

Auf diesen Film hat die Welt gewartet: „Gone Girl“, der auf Gillian Flynns Sensationsthriller basiert, kommt jetzt in die Kinos – und Hauptdarstellerin Rosamund Pike startet durch.

Im vergangenen Sommer war nicht irgendein Fashion-Teil das It-Piece der Saison, sondern ein Buch. Das schwarze Cover mit roter Schrift begegnete einem in jedem Wartezimmer, auf jeder Zugfahrt. Stars wie Sarah Jessica Parker trugen es wie eine Designer-Clutch umher. Gillian Flynns Beziehungskrimi „Gone Girl – Das perfekte Opfer“, in dem ein Journalist in Verdacht gerät, seine Frau ermordet zu haben, belegte 79 Wochen lang Spitzenplätze auf der „New York Times“-Bestsellerliste, verkaufte sich allein in den USA sechs Millionen Mal, und seit Reese Witherspoon sich die Filmrechte sicherte, war klar, dass jede Schauspielerin für die Hauptrolle der diabolischen Amy Dunne einen Mord begehen würde.

Anders als jeder vermutet

Ergattert hat sie (ohne sich irgendetwas zuschulden kommen zu lassen!) das britische Ex-Bond-Girl Rosamund Pike, bisher nicht gerade ein Blockbuster-Garant. Eine, die von der Presse gerne als verwöhnte Oxford-Absolventin abgetan wird. „Ich wurde in eine Ecke geschoben, aber ich war nie das privilegierte Mädchen. Die Leute denken, ich sei makellos, hätte alles im Griff“, erzählt sie im Gespräch mit GRAZIA, „in Wahrheit bin ich chaotisch – und viel komplizierter.“

Whiskeytrinken als Toughness-Test

Gerade deshalb war es für die 35-Jährige das gößte Kompliment, dass Regisseur David Fincher sie „für die düsterste Rolle meiner Karriere besetzte“. Er tat es, nachdem er sie, als Toughness-Test, zum Whiskeytrinken eingeflogen hatte. Seit sie mit dem 18 Jahre älteren Geschäftsmann Robie Uniacke zusammenlebt, der lange heroinabhängig war (so viel zum Thema kantenlose Luxusschnepfe …), trinkt Rosamund fast nie Alkohol. Trotzdem scheint sie sich beim Whiskeytest gut geschlagen zu haben – zumindest bekam sie die Rolle. Eine, in der sie zum ersten Mal eine Leinwandperformance zeigen kann, die sogar Alfred Hitchcock ein bittersüßes Lächeln auf die Lippen gezaubert hätte.

Der perfekte Dating-Movie

Die Erwartungen an die Filmadaption sind mindestens so groß wie der Hype um das Buch. Jeder, der es gelesen hat, weiß: Diesen unglaublichen Verdacht, der über 575 Seiten zu einem alles überlagernden Horror anwächst, auf Zelluloid zu transportieren, ist – wenn es gelingt – ganz großes Kino. Das kann nur einer wie David Fincher, der das Konzept der Ehe seziert wie ein Gerichtsmediziner eine Leiche. Als „Film, der Millionen von Scheidungen nach sich ziehen wird“, bezeichnet er selbst das Ergebnis, das jetzt schon von Kritikern gefeiert wird. Ben Affleck als unter Mordverdacht stehender Ehemann gerät darin in eine mediale Hetzjagd – und sieht Parallelen zu seinem eigenen Leben als Hollywood-A-Lister: „Ich weiß, wie es ist, im Zentrum einer Berichterstattung zu stehen, in der alles, was man tut, negativ ausgelegt wird. Man spielt in einer Soap-Opera mit, über die man keine Kontrolle hat.“ Trotz seiner Düsternis ist der Film für Affleck – und das ist kein Sarkasmus – „der perfekte Dating-Movie“. Weil, wie er sagt, „die Interpretation dessen, was passiert sein könnte, bei Männern und Frauen völlig gegensätzlich sein wird“.

 

Das Gefühl, nicht zu wissen, was in dem Partner vor sich geht, ist Kernthema des Buchs. Und vielleicht ist Rosamund Pike auch deshalb genau die Richtige für den Job, weil sie es nur zu gut kennt. Als sie in ihren Zwanzigern war, sagte ihr Verlobter die Hochzeit ab, nachdem die save the date-Karten bereits verschickt waren; einer ihrer Ex-Freunde outete sich als schwul. „Mich fasziniert die Idee, dass wir die perfekte Version von uns nur spielen. Dafür verleugnen wir, wer wir wirklich sind.“

 

An solchen Reaktionen auf ihr Werk hat Gillian Flynn eine diebische Freude. Die Autorin aus Chicago erzählt mit Vorliebe von dem Effekt, den „Gone Girl“ auf ihre Cousine hatte: Als ihr eher sparsamer Ehemann sie plötzlich auf eine Luxusreise einlud, war ihr erster Gedanke, dass er plant, sie umzubringen. „Das ist genau mein Ziel“, begeistert sich die 43-Jährige, die den Bestseller übrigens als Frischverheiratete schrieb, „dass Eheleute sich plötzlich mit einem gewissen Misstrauen betrachten.“

Keine Pause trotz Schwangerschaft

Rosamund Pike kann, wie sie im GRAZIA-Interview erzählt, neben ihrem Freund trotzdem noch ruhig schlafen: „Man muss die Schwächen seines Partners ebenso akzeptieren wie seine Stärken, das ist für mich der Schlüssel zu einer gesunden Beziehung.“ Am Höhepunkt ihrer Karriere ist sie im siebten Monat schwanger mit ihrem zweiten Kind. „Kann sein, dass einen das Mutterwerden auf mysteriöse Weise verändert. Anders kann ich mir meinen derzeitigen Erfolg selbst kaum erklären“, sagt sie. Pausieren möchte sie nach der Geburt nicht.

 

Wird auch schwierig, wenn ganz Hollywood ständig bei ihr auf der Matte steht …

 

Text: Lena Wessollek