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Saudi Arabien Besuch: Ursula von der Leyen weigert sich Kopftuch zu tragen

Von Martyna am Donnerstag, 15. Dezember 2016 um 11:51 Uhr

Ursula Von der Leyen trug bei ihrem Besuch in Saudi-Arabien weder Hijab (Kopftuch) noch Abaya (langes Gewand), sondern bevorzugte lieber ihren alt bewehrten Hosenanzug. Damit löste die Verteidigungsministerin, passend zum umstrittenen Verschleierungs-Verbot der Kanzlerin, eine erneute Debatte (gerade in den Social Media Kanälen) um die allgemeine Verschleierungspflicht aus.

Die Gleichberechtigung von Frauen ist in Saudi-Arabien immer noch nicht gewährleistet. Das musste jetzt auch die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erneut feststellen. Die war am vergangenen Wochenende zu Besuch im traditionell muslimisch geprägten Land und hat mit dem Kronprinzen Mohammed bin Salman al Saud über die Zukunftspläne des Landes, vor allem in Bezug auf die Rechte der Frauen, gesprochen. Wie bei jedem anderen Staatstreffen trug die Politikerin einen klassischen, schwarzen Hosenanzug. Den mitgereisten Frauen ihrer Delegation wurden Abayas (lange Gewänder) ausgehändigt, die aber von Frau von der Leyen abgelehnt und wie folgt kritisiert wurden: 

Keine Frau in meiner Delegation muss die Abaya tragen. Seine Kleidung selbst wählen zu können, ist ein Recht, das Männern wie Frauen gleichermaßen zusteht. Es ärgert mich, wenn mitreisende Frauen in die Abaya gedrängt werden sollen.

Kampf gegen die Burka?

Weiter hieß es in der Bild am Sonntag, dass von der Leyen die "Sitten und Gebräuche des Landes" selbstverständlich respektiert, jedoch klare Grenzen bei der Selbstbestimmung zieht. "Ich setze mir kein Kopftuch auf." Dies sagt sie ganz selbstbewusst nur wenige Tage nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Parteitag der CDU sich für ein Burkaverbot ausgesprochen hatte: "Bei uns heißt es: Gesicht zeigen, deswegen ist die Vollverschleierung nicht angebracht. Sie sollte verboten sein, wo immer es geht."

Verschleierung in Saudi-Arabien gesetzlich vorgeschrieben

In den sozialen Medien hat diese Doppelmoral nun eine hitzige Debatte ausgelöst. Viele sind der Meinung, dass die Ministerin nur wegen ihres Berufes in westlicher Kleidung geduldet wurde. Zivilistinnen werden bei solch einem Vergehen verhaftet, denn das Tragen einer Abaya ist allen Frauen gesetzlich vorgeschrieben. 

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Kopftuch