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Seid ihr noch ganz dicht, Jungs?

Von GRAZIA am Sonntag, 12. Oktober 2014 um 16:00 Uhr

Falls ja, dann habt ihr Glück gehabt. Denn volles Haar wird immer mehr das Statussymbol der Männer von morgen. Die Vorlage liefert One-Direction-Sänger Harry Styles. Seine Tolle ist neuen Umfragen zufolge die tollste der Welt. Und lesen Sie mal, was (weniger wuschelige) Typen alles tun, um sie zu bekommen.

Was hat er, was ich nicht habe? das fragt sich die halbe männerwelt, wenn wieder neue Bilder von One-Direction-Bubi Harry Styles mit ’ner heißen Frau wie Taylor Swift oder Katy Perry auftauchen. Klar, Harry ist Popstar, hat Erfolg, Geld, aber was ihn vor allem besonders macht: Er hat Haare so dicht wie ein Monchichi. Und genau die sollen nach einer neuen Studie der Crown Clinic in Manchester, des führenden Haartransplantationszentrums Großbritanniens, die begehrtesten Männerhaare überhaupt sein.

 

„Graue Haare scheinen Männer nicht weniger sexy zu machen, ein kahler Kopf aber schon“, sagt Chirurg Asim Shahmalak. Was britische Friseure bestätigen: Die Nachfrage nach Extensions (!) sei bei den Herren um 200 Prozent angestiegen! Die meisten kommen mit Fotos von Harry Styles oder David Beckham und gehen mit sogenannten Micro Bonds.

 

Auch beliebt: Vampir-Liftings (Kim Kardashian weiß, wovon wir sprechen), die es jetzt auch für die Haare gibt. Bei dieser Methode wird dem Patienten Blut abgenommen, mit Wachstumsstoffen angereichert und zurück in die Kopfhaut injiziert. Das stimuliert die Follikel, die Haare sprie-
ßen wieder. Einziger Bluts-, äh, Wermutstropfen: Die Behandlung funktioniert nur, wenn noch Haarwurzeln vorhanden sind, man muss also rechtzeitig anfangen!

 

Ist volles Haar die neue Rolex? „Ja“, sagt Dr. Frank-Matthias Schaart, Hautarzt und Spezialist für Haarausfall aus Hamburg. Zu ihm kommen vor allem Männer zwischen 25 und 45 Jahren. Mitunter sogar 17-Jährige, die an ihren Vätern sehen, was ihnen oben herum blüht, und nicht warten wollen, bis nur noch Opas „Überkämmer-Look“ oder Komplettrasur infrage kommen. Üblicherweise wird zuerst mit dem Trichoscan untersucht, wie dick die Haare sind, wie schnell sie wachsen, wie viele am Tag verloren gehen und welche Ursachen – wenn nicht genetisch bedingt – der Haarausfall hat. „Es kann auch Eisenmangel sein, eine Schilddrüsenstörung oder ein Überschuss an Prolaktin, der für massiven Haarverlust sorgen kann“, sagt Schaart. Der richtige bad guy in Sachen schütteres Haar ist aber ein Enzym, das sich in der Wurzel einnistet und Testosteron in einen Stoff verwandelt, der Haare ausfallen lässt. Schaarts Waffe: Finasterid, ein Medikament, das dieses Enzym hemmt, indem es die Andockstationen blockiert. Oder der Fractional Laser. Seine nadelfeinen Strahlen fügen der Kopfhaut Mikroverletzungen zu, was – jetzt wird’s richtig spooky – das Gewebe dazu bringt, sich neu zu sortieren und Hautzellen in Haarwurzelzellen zu verwandeln. Fünf bis acht Sitzungen im Abstand von drei bis vier Wochen kosten zwischen 80 und 250 Euro.

 

Wird es irgendwann also nur noch „hairy styles“, pardon, Harry-Styles-Doppelgänger geben? Nein, eher eine Lösung, wie man das Übel bei der (Haar-)Wurzel packt. Forscher in Stockholm und Kanada haben schon den Gencode für Haarausfall geknackt. „Jetzt müssen sie es schaffen, den Genschalter nachzubauen und die Veranlagung auszuschalten“, so Schaart. Bis dahin Eigenurin oder Bier aufs Haupt zu reiben (sollen manche tun), hält der Mediziner für wenig ratsam. Und wir wollen uns das bei Robbie Williams oder Jude Law auch gar nicht vorstellen.

 

Text: Annika Thomé