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Setzt Markus Söder wirklich eine Impfpflicht durch?

Von Jenny am Dienstag, 12. Januar 2021 um 11:35 Uhr

Bislang gilt das Impfen gegen das Coronavirus als freiwilliger Akt, welcher der Gesellschaft und der eigenen Gesundheit zugutekommt. Markus Söder spricht nun allerdings erneut eine Impfpflicht für bestimmte Gruppen an…

Immer noch wütet das Coronavirus in Deutschland, stellt Krankenhäuser und ihre Intensivstationen vor große Herausforderung und insbesondere für Ältere und Vorerkrankte eine besondere Gefahr dar. Am Dienstagmorgen sprach Markus Söder deshalb auch erneut seinen Vorschlag einer Impfpflicht für bestimmte Bevölkerungsgruppen an und wies darauf hin, es gebe "unter Pflegekräften in Alten- und Pflegeheimen eine zu hohe Impfverweigerung". Gegenüber der Süddeutschen Zeitung riet der bayerische Ministerpräsident dabei, dass sich der Ethikrat mit dieser Thematik beschäftigen solle und besprechen müsse, für welche Bevölkerungsgruppe eine solche Pflicht denkbar wäre. Da bislang allerdings auch Impfstoff in ausreichender Menge fehlt, um ein solches Vorhaben überhaupt umzusetzen, fordert Söder zudem eine "nationale Pharma-Allianz", sodass die Produktion beschleunigt werden kann. Gleichzeitig betonte er, dass es eine allgemeine Pflicht für die Bevölkerung, sich einer Corona-Impfung zu unterziehen, nicht geben solle. Vielmehr könne eine Aufklärungskampagne mit Vorbildern aus Kunst, Kultur, Politik und Sport, die die Menschen überzeugt und gleichzeitig hilft, einer Verbreitung fälschlicher Behauptungen über den Impfstoff entgegenzuwirken, sinnvoll sein.

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Deshalb findet Söder eine Impfpflicht für bestimmte Gruppen sinnvoll

Nicht nur um der hohen Impfverweigerung zu entgegnen, könnte eine Pflicht gerade für Personen, die mit besonders gefährdeten Gruppen zutun haben, eine Lösung sein, auch in Bezug auf die Corona-Mutationen, die insbesondere in Großbritannien, den Niederlanden und Irland auftraten, ist die Beschleunigung und das flächendeckende Impfen besonders wichtig und wird vom Ministerpräsidenten Bayerns als "Wettlauf gegen die Zeit" betitelt. Andere Politiker wie der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) machten hingegen ihre Ablehnung zu diesem Vorschlag deutlich. Gegenüber den Sendern RTL und ntv sagte dieser: "Im Moment über eine Impfpflicht zu spekulieren, verbietet sich". Auch die FDP macht ihre Meinung klar und so fürchtet der Gesundheitsexperte der Partei Andrew Ullmann, der selbst Universitätsprofessor für Infektiologie ist, bei einer solchen Pflicht sogar einen gegenteiligen Effekt, der schließlich zu einer sinkenden Bereitschaft der Bevölkerung im Blick auf den Corona-Impfstoff führen könne.

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