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SO stellt Tiffany & Co. sich gegen Donald Trump

Von Frederika am Mittwoch, 10. Mai 2017 um 10:46 Uhr

Jetzt wird es politisch: Schmuck-Gigant Tiffany & Co. spricht sich auf einem ganz besonderen Weg gegen Präsident Trump aus…

Es ist 8 Uhr morgens und der gewöhnliche New Yorker schlendert im Anzug und mit Aktentasche unter dem Arm Richtung Starbucks, lässt sich dort in einen der gepolsterten Sessel fallen, bestellt seinen Frühstücksbagel und lässt sich durch den Geruch von frisch geröstetem Kaffee beleben. Dann greift er zur Zeitung, meist die New York Times, und lässt sich über aktuelle Geschehnisse in seinem Land informieren. Auch wenn er es nicht zugibt: Eigentlich wartet man nur auf den Moment, in dem die Augen zum ersten Mal die Worte "Donald Trump" einfangen, um zu erfahren, womit der Präsident der Vereinigten Staaten an diesem Tag schockiert. Doch am 9. Mai 2017 lächelte der scheinbar so freundliche Herr mit dem schlechten Selbstbräuner und dem Schein-Toupée nicht von der Front Page, sondern seine Initialen tauchten erst einige Seiten später auf, und zwar in einer Werbe-Anzeige, über die der werte Herr mit der Starbucks-Tasse in der Hand auf jeden Fall stolperte. Statt bunten Schock-Bildern, die "GUCK MICH AN" schreien, war der riesige Ad-Space, den Tiffany & Co. seit 1896 täglich füllt, geziert von schlichten Buchstaben, die eine ganz besondere Botschaft formten: "Wir sind noch dabei! Lieber Präsident Trump, in Sachen mutiger Klima-Aktionen sind wir noch immer voll dabei. Bitte halten sie die USA im Pariser Klima-Abkommen. Das Desaster des Klimawandels ist zu real und die Bedrohung für unseren Planeten und unsere Kinder ist zu groß."

Tiffany & Co. setzt sich gegen die Klima-Poltik von Donald Trump ein

Donald Trump bewirkt so einige Veränderungen in Amerika und auf der ganzen Welt: Menschen kämpfen für ihre Rechte, interessieren sich plötzlich für politische Ereignisse und sogar große Marken, die sich bisher aus der Weltpolitik herausgehalten haben, setzen sich für ihre Herzensangelegenheiten ein. Der Klimawandel ist eine der größten Bedrohungen unserer Zeit, doch der Republikaner glaubt, das Phänomen sei "von den Chinesen erfunden, um der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in den USA zu schaden". Was soll man da noch sagen…!?

Ob wir uns nun damit abgefunden haben, dass dieser Mann nun der mächtigste Politiker der Welt ist – Tiffany & Co. beweist: Man kann etwas sagen und sollte es auch! Und so ändert der Schmuck-Gigant mit gerade einmal 41 Wörtern den Morgen des Herren im Anzug, die Perzeption von "Frühstück bei Tiffany" und vielleicht ja auch die Meinung der amerikanischen Leser, die bis dahin dachten, ihr neuer Präsident wäre ein Heiliger – hoffen können wir ja zumindest.