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Laut Studie: Thrombose-Risiko bei Corona-Infektion höher als nach Impfung?

Von Lena.Everling am Samstag, 17. April 2021 um 11:15 Uhr

Dass einige Fälle von Hirnvenenthrombosen durch den Impfstoff AstraZeneca aufgetreten sind, hat viele verunsichert. Doch jetzt hat eine neue Studie herausgefunden, dass das Thrombose-Risiko bei einer Infektion mit Covid-19 viel wahrscheinlicher ist. Wir haben die Details…

Nachdem vor allem bei jüngeren Frauen gefährliche Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit Impfungen von AstraZeneca aufgetreten sind, gab es zunächst einen Impfstopp, doch mittlerweile wurde die Altersbeschränkung angepasst und der Wirkstoff wird Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Jetzt hat eine britische Studie der Universität Oxford untersucht, wie häufig diese Thrombosen im Vergleich nach einer Covid-19 Erkrankung, Corona-Impfungen oder auch einer Gruppe vorkommen. Die Forschenden haben die Fälle der Sinusvenenthrombosen gezählt, die zwei Wochen nach einer Covid-19-Diagnose oder auch nach der ersten Impfstoffdosis aufgetreten sind. Die Ergebnisse wurden mit Zahlen der Thrombosen nach einer Grippe und der allgemeinen Häufigkeit solcher Thrombosen in der Bevölkerung verglichen.

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So hoch ist das Thrombose-Risiko bei einer Corona-Infektion

Die Forscher fanden heraus, dass die gefährlichen Blutgerinnsel nach einer Corona-Infektion acht bis zehnmal häufiger als nach einer Impfung auftreten und etwa 100 Mal häufiger als allgemein in der Bevölkerung. 30 Prozent der Fälle treten zudem bei Personen unter 30 Jahren auf. Bei mehr als 500.000 Covid-19-Patienten trat bei 39 von einer Million eine der gefährlichen Thrombosen auf. Von 480 000 Menschen, die von Biontech oder Moderna gespritzt wurden, trat die Thrombose nur in vier von einer Million Fälle auf, während es bei AstraZeneca etwa fünf von einer Million Menschen sind. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass Covid-19 das Risiko einer Sinusvenenthrombose deutlich erhöht und das Risiko einer solchen Thrombose nach einer Corona-Infektion höher ist als nach einer Impfung mit den aktuellen Impfstoffen. "Dies sollte berücksichtigt werden, wenn das Gleichgewicht zwischen Risiko und Nutzen für die Impfung in Betracht gezogen wird", argumentieren die Forscher. Sie machen jedoch auch darauf aufmerksam, dass die Studie bisher noch nicht wissenschaftlich begutachtet wurde, also noch als Preprint-Studie gilt und alle Vergleiche mit Vorsicht interpretiert werden müssten, da mit weiteren Impfungen neue Daten hinzukämen.

© Foto von Gustavo Fring von Pexels

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