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Toni Garrn: „Ich bin total verrückt nach Kindern!"

Von Roland am Samstag, 20. September 2014 um 11:00 Uhr

Jeans designen für den guten Zweck? Da muss man Toni Garrn nicht zweimal fragen. Das Model engagiert sich seit ihrem 15. Lebensjahr für das Kinderhilfswerk Plan International. Jetzt hat sie zusammen mit Closed die Charity Capsule Collection „You And Me Girl" (ab November im Handel) für die Kampagne „Because I'm A Girl" entworfen. Als Charity-Botschafterin unerstützt sie junge Mädchen in Burkina Faso. Im Interview hat sie uns mehr über das Projekt, ihren Ausflug in die Welt des designens und ihren ersten Kinofilm erzählt. 

Hatten Sie sofort Ideen, wie die Jeans aussehen sollte?

Ich wusste halt genau was ich wollte: Reißverschlüsse und Details an den Knien. Und ich liebe es, wenn Hosen fünf Zentimeter zu lang sind, es sieht nicht aus, wenn einem Jeans immer nur bis zum Knöchel gehen. Aber vor allem sollte sie bequem sein. Und welche Skinny Jeans ist das schon? Also ist sie obenrum im Boyfriend-Cut.

 

Wie kam es eigentlich zu dem gemeinsamen Projekt von Ihnen, Plan International und Closed?

Eine Designkooperation war nicht vorrangig mein Ziel und wenn dann nur mit dem richtigen Partner. Closed passte perfekt. Weil die Sachen so gut verarbeitet sind, nachhaltig produziert werden und meine Ideen super umgesetzt wurden. Der Charity Aspekt stand von Anfang an im Fokus. Wir suchten eine Organisation, die sich für Kinder einsetzt und bei der ich Erlöse aus der Designkooperation in ein Projekt spenden konnte. So kamen wir auf Plan, bei denen ich seit ich 15 bin ein Patenkind habe.  

 

Was gefällt Ihnen daran, wie Plan arbeitet?

Mich hat überzeugt, dass Plan immer ein Konzept hat und sehr gezielt und differenziert unterstützt. Sie helfen den Menschen, insbesondere Mädchen in Entwicklungsländern, sich selbst zu helfen. Mit dem Drei-Jahres-Projekt, das wir gezielt fördern, werden junge Frauen als Lehrerinnen ausgebildet – das kommt ganz vielen Kindern wieder zugute.

 

Was bedeuten Ihnen Kinder?

Ich bin total verrückt nach Kindern! Und es geht zu vielen von ihnen schlecht, nicht nur weil sie Hunger haben oder kein sauberes Wasser – sondern auch, weil sie keine Stimme haben. Auch später, wenn sie älter sind. Vor allem junge Mädchen wissen nicht, wie sie sich wehren sollen, wenn sie zwangsverheiratet werden oder Gewalt erfahren. In Burkina Faso gibt es auch viel Gewalt in den Schulen, deshalb werden viele Mädchen erst gar nicht zur Schule geschickt.

 

Was behalten Sie von Ihrer Reise nach Afrika in Erinnerung?

Wie ich mich beschwere, wenn ich den ganzen Tag mit hohen Schuhen rumlaufen muss! Und die Frauen dort marschieren bei 45 Grad  barfuß  mit einem Stapel Mangos durch die Wüste. Stundenlang. Jeden Tag! Ich habe mit ganz vielen jungen Mädchen dort gesprochen, die sich für Bildung und gegen eine Zwangsverheiratung entschieden haben. Aber wie stark die Mädchen für etwas kämpfen, das bei uns für selbstverständlich hingenommen wird, das hat mich zutiefst berührt.

 

Viele Celebritys werden kritisiert, wenn sie versuchen, auf Wohltäter zu machen. Wie begegnen Sie so etwas?

Ich verstehe nicht, warum es negativ bewertet wird, dass ich meine Möglichkeiten und Bekannheit nutze um zu helfen und andere auch dazu auffordere. Ich würde weniger erreichen, wenn ich geheim spenden würde, oder? Auf jeden Fall würde ich auch helfen, wenn ich nicht berühmt wäre.

 

Sie wollen in Zukunft nicht nur mit dem Charity-Projekt, sondern auch als Schauspielerin überzeugen. Sie haben den Thriller „Under the Bed“ abgedreht. Er kommt 2015 ins Kino, worum geht’s?

Das Ganze ist nach einer wahren Story – es geht um einen Stalker, der zwei Wochen unter dem Bett eines Mädchens lebt. Das Skript hat mich sehr interessiert und ich fand die Story einfach spannend und gut ausgearbeitet – und ich wollte mal reinschnuppern – mit einer Nebenrolle. Es hat mit dem Geheimhalten natürlich nicht lange geklappt – aber es war cool. Aber ich war mal wieder nervös bei ’nem Job.

 

Wurden Sie selbst schon mal gestalkt?

Nein, noch nie. Zum Glück!

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