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Toni Garrn: Wen sie gut riechen kann und wen gar nicht

Von GRAZIA am Samstag, 11. Oktober 2014 um 16:06 Uhr

Wie duftet das Shirt, das sich Toni Garrn von Leo DiCaprio zum Schlafen leiht? Und überhaupt: Welche Düfte machen sie an? GRAZIA fühlte dem Model mal auf die Nase …

Plöpp! Eine neue Whatsapp-Nachricht – Toni Garrn (22) errötet minimal und dreht ruck, zuck ihr Smartphone mit dem Rücken nach oben, bevor man einen Blick auf das kleine grüne Fenster erhaschen kann. Ist die vielleicht von …? Man rechnet kurz, wie die Uhrzeit gerade in L.A. ist. Hm, dann müsste Leo DiCaprio (39) aber verdammt früh aufstehen. Vielleicht war es auch mal wieder ein Angebot für einen neuen Millionendeal. Sorry, Toni: Wir sind halt nun mal über die Maßen neugierig! Beim Talk in ihrer Heimat Hamburg, wo Toni den neuen Jil-Sander-Duft „Simply“ vorstellt, gibt es aber auch so genügend interessante Themen: zum Beispiel Stalker, Prolls und Kräuterhexen …

 

Joggen Sie immer noch um die Alster, wenn Sie hier auf Heimatbesuch sind?

Ja, aber im Moment schwächle ich ein bisschen und schaffe es gerade mal halb rum. (Anmerkung für alle Nicht-Hamburger: Eine Alsterrunde hat etwas über sieben Kilometer) Ich muss dann immer viel Zeit haben, am besten so zwei Stunden, weil ich zwischendurch gehe oder Bilder mache.

 

Wie viele Männer wechseln die Richtung und verfolgen Sie, wenn sie Ihnen entgegenkommen?

Nicht einer! Ich wurde auch noch nie angesprochen – wenn man läuft und Musik hört, traut sich eh niemand. Wenn ich aber irgendwo in der Schlange stehen muss, ist das leider anders …

 

Und wie bleiben Sie sonst fit?

Ich gehe ins Gym, auch um 3 Uhr nachts, wenn ich Jetlag habe. Ich mache außerdem gerne Kurse, gerade habe ich Spinning im Wasser angefangen. Pilates oder Yoga mache ich nur, wenn ich müde bin, ich bin nicht so der Yogi. Ich liebe Tennis, was schwer ist, wenn ich unterwegs bin und keinen Partner dafür habe.

 

Apropos Partner. Sie sind das Gesicht von Jil Sanders Parfum „Simply“. Der Duft, heißt es, sei eher für Frauen um die 30. Wie repräsentieren Sie die, mit Ihren 22 Jahren?

Viele sagen immer, dass ich mich älter gebe, als ich bin. Ich finde meinen Modestil zum Beispiel auch sehr klassisch und gradlinig.

 

Und Ihre Parfum-Vorlieben?

Ein Parfum darf nicht schwer oder aufdringlich sein. Ich gebe mich jetzt nicht so superfeminin, deshalb ist es gut, dass der Duft das ausgleicht. Ich benutze so drei, vier Düfte – aber zum Beispiel nie, wenn ich das Haus verlasse, um mich mit Freunden zu treffen oder sonntags. Ich liebe diese leichte Vanillenote! Wenn ich backe, nehme ich auch immer ganz viel Vanillearoma.

 

Sie backen viel?

Ja klar! Wie eine Verrückte! Ich vertrage ja keine Kuhmilch, deshalb mache ich am liebsten immer alles selbst: Banana Bread, Muffins … Und noch was zum Thema Duft: Ich mag übrigens auch den Geruch von Benzin!

 

Frauen leihen sich ja gerne ein altes T-Shirt von ihrem Freund. Wonach das von Leo DiCaprio wohl riecht …?

(freundliches Lächeln)

 

Aber verraten Sie mir, wonach ein Mann für Sie riechen muss?

Auf jeden Fall auch nicht zu stark. Wenn jemand neben mir herläuft und total nach Parfum riecht, denke ich eher: Boah, ist das ein Proll! Das kann ich gar nicht ab.

 

Und welcher Geruch verjagt Sie noch?

In Los Angeles tragen gerade alle diese totalen edgy Düfte, die nach Holz riechen. Auch Frauen – die riechen dann wie Kräuterhexen. Ich denke immer: Mädels, ihr müsst doch nichts tragen, was draußen in die Büsche gehört!

 

Bei Ihnen wirkt alles immer so locker. Waren Sie nie verbissen, es als Model zu schaffen?

Ich hatte nie große Ziele. Ich lief am Anfang für Calvin Klein, Chloé und Armani in einer Saison – ich wusste gar nicht, wie wichtig das war. Und dann kam noch Victoria’s Secret on top. Ich glaube, dass man am erfolgreichsten ist, wenn man nicht versucht das zu pushen.

 

In welchen Situationen geht Ihnen der Job denn total auf den Zeiger?

Wenn ich zwei Wochen lang jeden Tag woanders arbeite: Los Angeles, Bora Bora, Stockholm, dann sehne ich mich nach Ruhe. Wie schön es wäre, eine Woche lang nur in einem Studio in New York zu shooten. Einen normalen Job kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, ich fing an, bevor ich überhaupt einen Berufswunsch hatte! Ich wüsste zum Beispiel auch gar nicht, ob ich unter jemandem arbeiten könnte. Das klingt naiv, aber ich weiß es wirklich nicht!

 

Glauben Sie, dass Sie mit 30 noch modeln?

Ich hoffe! Viele, die älter werden, machen das doch so einmal im Monat ein bisschen nebenher. Ich hoffe aber, dass ich bis dahin auch mit anderen Projekten erfolgreich war – meiner Arbeit als Botschafterin für Plan International zum Beispiel.

 

Stellen Sie sich manchmal vor, Sie wachen auf, und alles ist plötzlich vorbei, der Glamour, der Jetset …?

Ja, manchmal. Aber dann gäbe es noch genug anderes in meinem Leben, das mich glücklich macht. Es ist einfach toll grad!  

 

Interview: Roland Rödermund