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Wer rettet Lindsay Lohan vor sich selbst?

Von GRAZIA am Sonntag, 11. Mai 2014 um 18:00 Uhr

Als Lindsay Lohan vergangene Woche im US-Fernsehen unter Tränen von ihrer Fehlgeburt erzählte, waren viele Zuschauer irritiert: Warum ließ sie sich zu so einer intimen Beichte hinreißen?

Wenn Lindsay Lohan (27) ein Interview gibt, dann hat das, was sie von sich preisgibt, meist die Schlagkraft einer Kofferbombe – wie zuletzt die Anekdote von ihrem Lover, der sie nur im Privatjet abholt, damit seine Frau und die Kinder nichts mitkriegen. Doch was die 27-Jährige beim Finale ihrer Post-Rehab-Reality-Show „Lindsay“ auf Oprah Winfreys TV-Sender OWN offenbarte, muss selbst ihre Mutter verstört haben (obwohl die sogar schon einmal ein Kamerateam in die Entzugsklinik ihrer Tochter schleppte).

Kein Mitgefühl für Lindsay

Auf die Frage, warum sie den Dreh zwei Wochen geschwänzt habe, antwortete Lindsay nämlich vor laufender Kamera: „Niemand wusste davon. Ich hatte eine Fehlgeburt. Ich war krank, konnte mich nicht bewegen, das macht einen mental völlig fertig.“ Doch anstatt Lindsay deshalb mit Mitgefühl zu übergießen, wurden gleich wieder Stimmen laut, die den Ex-Teeniestar als notorische Lügnerin bezeichneten, als jemanden, der sich so sehr nach Anerkennung sehnt, dass er sogar eine Geschichte wie diese erfinden würde, nur um in den Leuten Mitleid und Sympathien zu wecken. So etwas darf man grundsätzlich keiner Frau unterstellen – aber ihr Timing, ein Erlebnis wie dieses öffentlich zu machen, hat offenbar viele Zuschauer irritiert.

Warum der Seelenstriptease?

Dass Stars sich bei Auftritten in Oprahs TV-Formaten oft verhalten wie in einer psychotherapeutischen Praxis, ist bekannt. Aber wer sich vor einem Millionenpublikum zu einer intimen Beichte hinreißenlässt, tut das fast immer mit Kalkül. Das Motiv, das man Lindsays Seelenstriptease unterstellt: der traurige Wunsch, mehr zu sein als ein verlorenes Partygirl. Nachdem ihr letzter Film, der Erotikthriller „The Canyons“, floppte und die Quoten ihrer Doku-Soap, von der sie sich ein Comeback versprochen hatte, im Laufe der Ausstrahlung um 24 Prozent sanken, fürchtete sie offenbar, irgendwann ganz von der Welt vergessen zu werden. Außerdem soll sie sich – obwohl sie nach ihrem sechsten Entzug versicherte, endlich trocken zu sein – beim Coachella-Festival im April wieder dermaßen mit Wodka Soda abgefüllt haben, dass der Türsteher bei der Party vom Soho House sie abweisen musste.

Auf die Frage, was sie fühle, wenn sie sich ihre eigene Show ansehe, antwortet Lindsay im TV-Interview: „Ich muss jedes Mal weinen, weil es so traurig ist. Es fühlt sich an, als würde ich jemand anderen beobachten, als wäre das gar nicht ich. Und ich frage mich: Warum hilft diesem Mädchen keiner?“

Dass sie nicht in der Lage ist, sich vor sich selbst zu schützen, hat sie gerade wieder bewiesen.