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Interview: Mark de Lange von Ace & Tate über Brillen, Kunst und Offline Shopping

Von Vera am Freitag, 21. Oktober 2016 um 22:10 Uhr

Bereits seit gut drei Jahren überzeugt uns das Amsterdamer Brillenlabel Ace & Tate mit einer Kombination aus wunderbar klassischen Designs, feinster Qualität und einem fairen Preis. Jetzt hat die junge Marke seinen zweiten deutschen Store in München eröffnet. Wir haben den Gründer des Lables, Mark de Lange, anlässlich des Store-Openings getroffen und über den Weg von online zu offline, seine Affinität zu Kunst und das Geheimnis eines guten Stores gesprochen.

Auf Expansionskurs: Mark de Lange, Gründer des Brillenlabels Ace & Tate. Just opened: Der zweite dauerhafte Store in Deutschland hat jetzt in München seine Pforten geöffnet.

  Urbaner Scandi-Chic: Für das Interior-Design zeichnet sich unter anderem das multidisziplinären Team von Weiss-heiten verantwortlich, das bereits mit Aesop zusammengearbeitet hat.

 

  Neben Stil- sowie Passformberatung bietet das Team von Ace & Tate ebenfalls kostenfreie Sehtests an, die mit Termin an sechs Tagen die Woche gemacht werden können.

  Niedergelassen hat sich Ace & Tate im Herzen des Münchner Szene-Viertels Glockenbach, direkt am Gärtnerplatz.

Der Weg von Ace & Tate ist ein etwas ungewöhnlicher. Begonnen habt Ihr als 'Online-Only'-Brand, dann habt Ihr immer wieder einige temporäre Pop-up Stores aufgemacht und jetzt schließlich den Weg in den stationären Einzelhandel gewagt. Wie kam es dazu?

Von Anfang an wollten wir on- und offline sein. Wir sind in Amsterdam gestartet und Leute sind zu uns ins Office gekommen, kurz danach haben wir einen Shop-in-Shop in einem Conceptstore in der Stadt aufgemacht. Durch die Pop-ups konnten wir mehr Erfahrungen im Einzelhandel sammeln und wir haben gesehen, wie gut es funktioniert. Letzten Sommer haben wir unseren ersten Store in Amsterdam eröffnet, was wirklich super funktioniert hat und bei den Kunden wahnsinnig positiv aufgenommen wurde.

Unsere Kunden sind vielfältig und haben verschiedene Ansprüche. Uns ist es sehr wichtig, all diese Ansprüche zu erfüllen und unsere Kunden dort zu erreichen, wo sie sind. Für manche ist Online-Shopping selbstverständlich, sie mögen das anonyme, andere wollen einen persönlicheren Ansatz.

Schließlich haben wir uns entschieden, mit dem stationären Einzelhandel zu expandieren.

Ein guter Punkt, Ihr expandiert ja gerade nicht nur in Deutschland sondern in ganz Europa...

Ja genau, wir haben gerade erst in Berlin und Antwerpen Shops aufgemacht. Zusätzlich planen wir weitere Stores in Deutschland und den skandinavischen Ländern.

Denkst Du, dass es gerade beim Kauf eines Produktes wie der Brille für viele Menschen noch besonders wichtig ist, diesen persönlichen, direkten und beratenden Aspekt zu haben?

Eine Brille ist natürlich ein komplexeres Produkt als beispielsweise ein Pullover. Um den Prozess des Onlinekaufens einfacher zu machen, bieten wir unseren Kunden den kostenfreien ,Try at Home‘-Service an. Das heißt wir schicken eine Auswahl an Brillen an den Kunden und er kann ganz in Ruhe zuhause probieren. Zudem kann man unseren Kundenservice auf allen Kanälen erreichen, sei es Skype oder Whatsapp – wir versuchen also auch online möglichst beratend zur Seite zu stehen. Natürlich lässt sich der Vorteil des persönlichen Kontakts aber dennoch nicht absprechen.

Was macht einen guten Store für Dich aus?

In einem guten Store muss ich mich einfach zurechtfinden können, er muss genügend geschulte Mitarbeiter haben, die jederzeit für einen da  sind und natürlich muss er gut aussehen und mich inspirieren!

Ein guter Store muss mich inspirieren!

Eure Läden gleichen ja auch mehr einer Boutique als einem typischen Optiker.

Ganz genau das ist auch unser Ansatz! Wir sehen die Brille mehr als ein modisches Accessoire als eine medizinische Sehhilfe.

Siehst Du Dich damit als eine Art Revolutionär eines neuen Images der Brille?

Natürlich würde ich das gerne von mir behaupten. Aber das ist ein Trend der ganz einfach entstanden ist, die Brille als modisches Accessoire zu sehen – wenn wir daran Anteil hatten dann ist das natürlich schön.

Du setzt Dich auch sehr für die Kunst ein, hast erst kürzlich den Creative Fund gegründet, der junge Künstler unterstützt. Auch die Inneneinrichtung der Stores entsteht in Zusammenarbeit mit lokalen Kreativen...

Ja, das ist mir und meinem Team in Amsterdam sehr wichtig.

Ich denke, dass es wichtig ist, beim Gründen einer Marke viel von dir selbst reinzustecken. Bei mir ist es die Leidenschaft für Kunst. Deshalb arbeiten wir bei allem was wir tun mit all diesen Kreativen zusammen und genau aus diesem Grund haben wir auch den Creative Fund gegründet, um junge Talente zu unterstützen.

In Münchner Store findet sich zum Beispiel Neonlichtinstallation des aus München stammenden Grafikkünstlers Gabe, die Inneneinrichtung vom Kreativteam Weis-heiten. Wie werdet ihr auf solche Künstler, aber auch auf die richtigen Locations in einer Stadt aufmerksam?

Natürlich ist es als Local immer einfacher. In Amsterdam würde ich sofort wissen, mit wem ich zusammenarbeiten will, wo die coolen Locations liegen. In einer neuen Stadt ist das ganz anders. Wir akquirieren dann immer unser gesamtes Netzwerk und Fragen rum. Viel entdecken wir auch auf Instagram und Tumblr. Für die Locationsuche verbringen wir dann tatsächlich ein paar Tage in der Stadt, laufen rum und lassen uns inspirieren.

Der neue Ace & Tate Store befindet sich in München am Gärtnerplatz 1. Shoppen könnt ihr Ace & Tate in Deutschland außerdem online unter aceandtate.de und im Berliner Store, Alte Schönhauserstr. 42.