Akute und chronische bakterielle Prostatitis: Symptome und Therapie

Akute und chronische bakterielle Prostatitis: Symptome und Therapie

Die bakterielle Prostataentzündung oder Prostatitis ist eine sehr unangenehme Erkrankung. Sie kann Männer aller Altersstufen treffen, kommt jedoch häufiger bei älteren vor. [1] Nicht selten schweigen Betroffene über ihr intimes Problem. Hier erfahrt ihr mehr zu den Symptomen und der Therapie einer akuten oder chronischen bakteriellen Prostatitis.

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Worin liegt der Unterschied zwischen einer akuten und chronischen bakteriellen Prostatitis und wie sieht die Therapie aus? Im Artikel gibt es die Antwort

Akute und chronische bakterielle Prostatitis

Bei der bakteriellen Prostatitis ist die Vorsteherdrüse entzündet, eine Drüse, die unterhalb der Harnblase im Beckenbereich liegt. Deshalb leiden betroffene Männer vor allem unter Beschwerden im Unterleib. Unterschieden werden je nach Dauer und Verlauf die chronische und die akute bakterielle Prostatitis.

Akute bakterielle Prostatitis

Die akute Form der bakteriellen Prostatitis ist die Folge eines Bakterienbefalls – das Darmbakterium Escherichia Coli ist der häufigste Auslöser. [2] Die Keime gelangen über die Harnwege, seltener über den Blutkreislauf, in das Prostatagewebe. Bakterien, die sexuell-übertragebare Krankheiten auslösen, können die Entzündung ebenfalls hervorrufen. Eine akute bakterielle Prostatitis zeichnet sich durch ein plötzliches Auftreten und einen recht heftigen Symptomverlauf aus. [3] Den Patienten geht es schnell sehr schlecht.

Chronische bakterielle Prostatitis

Anders sieht das bei der chronischen bakteriellen Prostatitis aus. Von einer solchen sprechen Mediziner, wenn die Entzündung länger als drei Monate andauert. [4] Die Beschwerden ähneln zwar denen einer akuten bakteriellen Prostatitis, jedoch in abgeschwächter Form. Zudem sind sie nach längeren Zeiträumen bei den einzelnen Patienten facettenreicher, da nicht jedes Symptom bei jedem Betroffenen überhaupt oder gleich stark auftreten muss. [5] Übrigens: Bei der abakteriellen chronischen Prostatitis (auch chronisches Beckenschmerzsyndrom) finden Mediziner keine Bakterien als Auslöser für die Entzündung. Ihre Ursache bleibt deshalb oft ungeklärt.

Symptome der bakteriellen und chronischen Prostatitis

Typisch für die bakterielle Prostatitis sind starke Schmerzen beim Wasserlassen (Brennen), ständiger Harndrang, häufige (nächtliche) Toilettengänge, Blut in Urin oder Sperma und Unannehmlichkeiten vor und nach einem Samenerguss. Hinzu kommen bei der akuten Prostatitis Symptome wie Schüttelfrost und Fieber. Neben dem schlechten Allgemeinbefinden leiden Männer wie ihr bei der Blasenentzündung unter einem unangenehmen Harndrang. Der Strahl ist aufgrund der Schwellung (bedingt durch die Entzündung) nur schwach und dünn.

Im Gegensatz zur akuten Prostatitis fallen bei der chronischen Form Fieber und Schüttelfrost als Symptome weg. Auch alle anderen Beschwerden, die bei der akuten Entzündung auftreten, sind in der Regel weniger stark ausgeprägt. Was bei der akuten bakteriellen Prostatitis extreme Schmerzen sein können, ist bei dieser Form zum Beispiel eher ein unangenehmes Druckgefühl im Unterleib, Damm oder Rücken. Gelangt über die Prostata Blut ins Sperma, kann sich dieses braun färben. Zudem verursacht die chronische Prostatitis unter Umständen Erektionsstörungen, welche dem Mann die Lust auf die Liebe mitunter gleich ganz nehmen.

Therapie der akuten sowie chronischen bakteriellen Prostatitis

Die Therapie einer bakteriellen Prostatitis sollte der Betroffene dem Arzt überlassen. Der Mediziner bestimmt den Keim und verschreibt dann ein geeignetes Antibiotikum. In schweren Fällen kann er es auch als Infusion verabreichen. [6] Da die Antibiotika nur schwer in die Prostata gelangen, beträgt die Dauer der Behandlung ungefähr vier Monate. [7]

Die lückenlose und korrekte Einnahme des Medikamentes bis zum Ende des empfohlenen Einnahmezeitraumes ist bei der Prostataentzündung besonders wichtig. Werden die Beschwerden besser und setzt der Patient das Antibiotikum früher ab, kommt die Entzündung mit hoher Wahrscheinlichkeit zurück. So kann aus einer akuten bakteriellen Prostatitis eine chronische werden.

Möglicherweise breiten sich die Keime im umgebenden Gewebe aus – und können beispielsweise eine Blasenentzündung verursachen. Die ist allerdings bei Männern eine deutlich ernstere Erkrankung als bei Frauen. Schon deshalb lohnt es sich, die Entzündung gleich so lange zu behandeln, dass sie auch wirklich ausgeheilt ist. Zudem kann der behandelnde Arzt schmerzlindernde sowie entzündungshemmende Mittel verschreiben.

Bei der chronischen Form bleiben die Ursachen der Entzündung oftmals unklar und Mediziner versuchen, die Symptome abzuschwächen. Folgende Maßnahmen können ebenfalls zur Linderung beitragen: Pflanzliche Präparate, Stressreduktion oder Physiotherapie.

[1] Prostata Hilfe e. V.: Prostataentzündung (Prostatitis) - Symptome und Behandlungen. URL: https://www.prostata-hilfe-deutschland.de/prostata-news/prostataentzuendung-prostatitis (13.12.2021).

[2] ebd.

[3] ebd.

[4] ebd.

[5] ebd.

[6] ebd.

[7] Kantonsspital Winterthur: Prostataentzündung/Prostatitis. URL: https://www.ksw.ch/gesundheitsthemen/prostata-vorsteherdruese/prostataentzuendung-prostatitis/ (14.12.2021).

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