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Badeotitis – Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen

Von GRAZIA am Mittwoch, 15. September 2021 um 17:33 Uhr

Besonders im Sommer bei schönem Wetter haben sie Saison: die Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen im kühlen Nass. Badeotitis nennen Mediziner das Phänomen, das ihr vielleicht auch schon einmal erlebt hast. Es ist eine Entzündung des äußeren Gehörganges, die zwar in der warmen Zeit häufiger vorkommt, grundsätzlich aber jeden Schwimmer, Taucher oder Badegast ganzjährig treffen kann.

Ursachen der Badeotitis

Die Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen können durch Keime wie Bakterien, Pilze oder Viren entstehen, die beim Baden mit dem Wasser ins Ohr gelangen. Finden diese Erreger im Ohr kleinste Verletzungen vor – etwa durch eine unsachgemäße Ohrenpflege – setzen sie sich womöglich fest und lösen die unangenehme Entzündung aus. Nicht nur das Badewasser in Seen oder das Meer können Keime enthalten, auch gechlortes Wasser im Schwimmbad ist in seltenen Fällen die Ursache einer Badeotitis. Denn das Chlor tötet nie alle Erreger ab.

Wenn du deine Ohren mit Wattestäbchen reinigst, kann dadurch möglicherweise ein Ohrenschmalzpfropf entstehen. Der trägt gegebenenfalls auch zu einem für Keime günstigen Mikroklima im Ohr bei. Ohrenstäbchen, insbesondere die mit hartem Kunststoff als Basis, können außerdem die sensible Haut des Ohres beschädigen und damit zu den erwähnten Minimalverletzungen führen.

Andere Faktoren, die eine Ohrentzündung begünstigen, sind zum Beispiel Allergien oder Stoffwechselerkrankungen wie der Diabetes mellitus. Aber auch ein geschwächtes Immunsystem oder Personen, die bereits eine Gehörgangsentzündung hatten, sind in der Regel infektanfälliger.(1)

Wie lässt sich eine Badeotitis erkennen?

Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen sind nur ein Symptom der Badeotitis. Die spürt ihr manchmal schon ohne Berührung. Spätestens bei Zug und Druck auf den Ohrknorpel oder am Ohrläppchen entsteht in jedem Fall ein unangenehmes Gefühl.

Außerdem bemerken viele Betroffene einen lästigen Juckreiz und der Gehörgang ist leicht geschwollen oder gerötet. Mitunter tritt auch Ausfluss aus dem Ohr auf. Die Haut wird schuppig und durch die gestörte Ohrschmalzbildung außerdem trocken. Wenn ihr euch eine solche Badeotitis einfangt, kann es außerdem passieren, dass ihr durch die Schwellung schlechter hört.

In der Regel treten die Symptome der Erkrankung wenige Stunden bis maximal zwei Tage nach der Infektion auf.(2) Die Ohrentzündung macht sich also recht flott bemerkbar.

Badeotitis behandeln

Das Schlimmste, was ihr machen könnt, wenn sich die genannten Symptome zeigen: Ihr manipuliert selbst am Ohr herum. Dadurch befördert ihr die Keime eventuell sogar noch weiter ins Ohr. Nicht viel besser ist die Devise erstmal abzuwarten. In der Regel gebt ihr der Entzündung dann lediglich mehr Zeit, sich weiter auszubreiten und die Erreger können sich besser festsetzen. Das ist also keine gute Idee.

Eine Badeotitis gehört immer in ärztliche Behandlung, denn selbst wenn sie noch nicht heftig ist, kann sie das durch zu langes Warten oder im Ohr stochern immer noch werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass sich die Entzündung bis ins Mittel- und Innenohr ausbreitet.

Bei der Badeotitis sucht der Arzt grundsätzlich nach den Ursachen. Entsprechend den Erregern verordnet er euch dann bei Bakterien vermutlich ein Antibiotikum, bei Pilzen hingegen ein Antimykotikum. Außerdem kann er euer Ohr professionell reinigen und so vom Ausfluss befreien, ohne weitere Schäden zu hinterlassen.

Mitunter reichen auch antibakterielle sowie entzündungshemmende Ohrtropfen, die zudem den entgleisten pH-Wert des Ohres wieder korrigieren können. Gegen die Schmerzen könnt ihr in den ersten Tagen zudem übliche Schmerzmittel einnehmen.

Einer Badeotitis vorbeugen

Wenn ihr Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen vermeiden möchtet, müsst ihr in der Regel gar nicht viel tun – oder noch besser gar nichts. Das Ohr hat normalerweise einen effektiven Selbstreinigungsmechanismus, der sehr gut ohne Maßnahmen von außen auskommt. Ohrenschmalz ist nämlich kein Dreck, der raus muss. Im Gegenteil: Es macht Keimen im Ohr das Leben schwer durch seine fettige Konsistenz und den sauren pH-Wert, den es im Ohr aufrechterhält. Außerdem schließt es Erreger und Schmutzpartikel ein, die von den Härchen im Ohr mit dem Ohrenschmalz nach draußen befördert werden.

Im Gehörgang selbst könnt ihr das Ohr also einfach machen lassen. Das ist der beste Schutz vor einer Badeotitis. Reinigt das äußere Ohr möglichst mit einem sauberen, weichen Waschlappen beim Duschen und trockne es anschließend gründlich mit einem Handtuch ab. Gut Abtrocknen allein hilft übrigens auch schon, die Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen zu vermeiden. Lasst das Wasser, das in den Gehörgang eingedrungen ist, einfach aus dem Ohr laufen und trocknet die äußeren Bereiche anschließend ordentlich ab. Da das Ohrinnere langsamer trocknet, solltet ihr noch eine Weile auf Ohrstöpsel und Ähnliches im Ohr verzichten. So trocknet auch der Gehörgang zuverlässig.

(1) Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts: Gehörgangsentzündung. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/gehoergangsentzuendung.html (13.09.2021).

(2) HNO-Privatpraxis: Badeotitis – Die schmerzhafte Gehörgangsentzündung nach dem Schwimmen. URL: https://hno-essen-privatpraxis-lutz.de/badeotitis-gehoergangsentzuendung/ (08.09.2021).

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Schwimmen