Lifestyle

Corona-Krise: Börsenkurse der Kryptowährungen reagieren empfindlich

Von GRAZIA am Dienstag, 24. März 2020 um 16:29 Uhr

Staatliche Konflikte, politische Entscheidungen und wirtschaftliche Krisen wirken sich stark auf Finanzprodukte und ihre Kursentwicklung aus. Speziell Kryptowährungen, die durch die kleinsten Bodenwellen heftige Schwankungen in ihrem Wert verbuchen, können immens durch negative Schlagzeilen und Meldungen beeinflusst werden. Die durch das Coronavirus ausgelöste Pandemie ist für die Kryptowährungen entsprechend ein Knockout, da bei den Anlegern große Verunsicherung herrscht. 

Krise: Kryptowährungen galten als sicher

Obwohl Kryptowährungen heftigen Kursschwankungen ausgesetzt sind, galten die künstlichen Bezahlmittel bisher als sichere Anlaufstation in krisengebeutelten Zeiten. Anleger suchen in spannungsgeladenen Situation eine Möglichkeit, ihr Kapital zu schützen und wählen sattelfeste Anlegeoptionen. Vor allem Gold steht in solchen Szenarien hoch im Kurs, aber auch die Kryptowährungen wurden in der Vergangenheit gerne als Zufluchtsort auserkoren.

Im Januar 2020 schien sich diese Strategie bisweilen auch zu bewahrheiten. Während der Krise im Iran waren Ether, Bitcoin und XRP bei den Anlegern so stark gefragt, dass die Kurse für die jeweiligen Währungen merklich in ihrem Wert stiegen. Der Bitcoin durchstieß als wohl bekannteste Kryptowährung am 7. Januar 2020 die Marke von 8.000 US-Dollar und stellte damit einen nachgefragten Kurs dar.  

Im Zuge der Corona-Krise kristallisierte sich jedoch immer klarer heraus, dass die Unsicherheiten bei den Anlegern immer größer wurden und das Vertrauen in die Kryptowährungen zunehmend schwand. Die Auswirkungen sind aktuell noch immer zu spüren, da sich die einzelnen Währungen im freien Fall befinden. Der Bitcoin hat sich zwar wieder etwas erholt, lag jedoch am 12. März bei nur noch 4.857 US-Dollar. Wie es genau um die Kryptowährungen bestellt ist und auf welche Details interessierte Anleger achten müssen, lässt sich auf kryptopedia.org ablesen.

Zahlen im Überblick

Wie dramatisch die Entwicklungen an den Börsen aussehen, lässt sich an den jüngsten Kurseinbrüchen der größten Kryptowährungen ablesen. Obgleich sich die Kurse seit dem Tiefstand am 12. März wieder leicht nach oben korrigiert haben, zeigen die letzten 24 Stunden die fragile Natur der digitalen Zahlungsmittel. Das Coronavirus verstärkt diese Tatsache um ein Vielfaches.

Der Bitcoin als bekannteste und stärkste Kryptowährung liegt zurzeit bei einem Wert von 6.183 US-Dollar. Ein leichter Aufwärtstrend lässt sich innerhalb der letzten sieben Tage klar erkennen, da der Bitcoin einen Wertzuwachs von rund 13,86 Prozent verbucht hat. In den letzten 24 Stunden gab es jedoch eine negative Entwicklung, die eine Wertminderung von vier Prozent bedeutete. Ethereum und EXP gehen es ähnlich. Beide Kryptowährungen verloren innerhalb der letzten 24 Stunden sogar knapp fünf Prozent an Wert.


©ISTOCK

Medien und Kryptowährungen

Kurse einzelner Aktien unterliegen keiner Willkür, sondern orientieren sich am Verhalten der Anleger. Diese wiederum orientieren sich an globalen Ereignissen, die im Normalfall über die einzelnen Medien an die Öffentlichkeit getragen werden. Aus diesem Grund gelten negative oder auch positive Nachrichten aus aller Welt als Vorbote für zukünftige Kursentwicklungen. Die aktuelle Corona-Krise veranlasst die Anleger dazu, ihren Bestand an digitalen Zahlungsmitteln drastisch zu verringern. Schließlich lassen sich mit Kryptowährungen keine lebensnotwendigen Dinge wie Nahrungsmittel oder ähnliches kaufen.

Mining-Farmen betroffen

Der Kursabfall der Kryptowährungen ist nicht ausschließlich auf das Anlegerverhalten und auf die allgemeine Verunsicherung zurückzuführen, sondern auch die aktuelle Situation der Datenzentren, die für die Generierung der digitalen Zahlungsmittel zuständig sind, spielt für die Kursentwicklung eine entscheidende Rolle. Da viele der Mining-Farmen in China betrieben werden und dort eine große Anzahl an Menschen unter Quarantäne stehen, sind die Rechenzentren entsprechend nicht besetzt. Viele Experten gehen daher davon aus, dass es auf dem Markt zur Entspannung kommen wird, wenn die chinesischen Mining-Farmen die Corona-Krise überwunden haben.

Themen