Das Geheimnis schöner Zähne: Davon sollte man die Finger lassen!

Das Geheimnis schöner Zähne: Davon sollte man die Finger lassen!

Die Mode macht vor den Zähnen nicht halt. Und es gibt fast nichts, was nicht im Laufe der Zeit für weiße Zähne ausprobiert würde. Von weißen Verblendungen über Bleichen bis hin zu Diamantenbesatz gab es schon alles. Aber muss man jeden Trend mitmachen? Definitiv nein: Das Geheimnis schöner Zähne liegt nicht in Trends, sondern in Pflege und Ernährung.

© Foto von Shiny Diamond von Pexels
Ihr wollt gesunde Zähne haben? Im Artikel erfahrt ihr, wie es geht

Manchmal scheint es, als müsse man den Verstand einpacken: Da werden Zähne mit farbigem Lack versehen, geschliffen, geschmirgelt oder mit Glitzersteinen beklebt. Zahnmediziner raten dringend von so manchem Trend ab. Aber welche Trends darf man mitmachen, welche sollte man auslassen? Zahncremes und vom Zahnarzt empfohlene Behandlungen sind die harmloseren Methoden, wenn man Experten und Expertinnen glauben darf. Dem Geheimnis schöner Zähne ist sogar schon auf den Grund gegangen. Welche kosmetischen Maßnahmen sind vertretbar, was sollte man den Zähnen auf keinen Fall antun?

Zwischen nötiger Pflege und rein kosmetischen Maßnahmen unterscheiden

Nur saubere Zähne sind gesunde Zähne - soweit sind sich noch alle einig. Aber wie sauber ist sauber? Müssen Zähne strahlend weiß leuchten, oder reicht es, wenn keine sichtbaren Beläge darauf hängen? Auch Zahnmediziner und -medizinerinnen sind sich da nicht immer ganz einig. Beläge sind schlecht, das stimmt. Aber nicht jeder Mensch hat von Natur aus wirklich ganz weiße Zähne. Der Farbton ist tatsächlich individuell unterschiedlich. Und er hängt von Faktoren wie Lebensstil, Ernährung und Umwelteinflüssen ab, sogar die Genetik spielt eine Rolle. Liegt das Geheimnis schöner Zähne in einem geraden, ebenmäßigen Wuchs? Auch das ist noch längst nicht geklärt. Denn putzen und pflegen kann man auch krumm und schief gewachsene Zähne. Die Unterscheidung zwischen sinnvoller Pflege und unnötigen kosmetischen Eingriffen ist also nicht ganz klar.

Weiße Zähne und ein strahlendes Lächeln sind indes ein Aushängeschild: Prominente zeigen ihre strahlenden Zähne, die selbstverständlich wie eine Perlenkette blitzen und gerade ausgerichtet sind, nur zu gerne. Schiefe Zähne werden gerichtet, die Kiefer mit Veneers verblendet. Bleaching-Produkte sollen für das strahlende Weiß sorgen. Noch mehr Strahlkraft versprechen Klebebrillanten.

Kostengünstig sind diese Maßnahmen nicht. Professionell in einer zahnmedizinischen Praxis durchgeführt, können sich das bei Weitem nicht alle Menschen leisten. Günstige Produkte aus dem Drogeriemarkt versprechen im Selbstversuch die gleichen Ergebnisse. Aber das hat oft einen viel höheren Preis, denn für so manchen kosmetischen Effekt setzt man die Gesundheit aufs Spiel.

Bleaching: Besser nicht!

Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten, die Zähen zu bleichen. Aufhellende Produkte aus dem Drogeriemarkt sind beispielsweise Zahncremes mit Putzpartikeln, die die Zähne beim Putzen abschmirgeln. Auch verschiedene Bleichmittel zum Aufpinsel oder Strips zum Kleben und mit Bleichmitteln bestrichene Schienen gibt es. Zahnärzte raten von diesen Produkten ab. Die Bleichmittel sind sehr niedrigt dosiert, in der Regel sind etwa 0,1 Prozent Wasserstoffperoxid enthaltne. Mehr ist gesetzlich nicht erlaubt. Durch die geringe Konzentration ist erst einmal kein Ergebnis zu sehen. Und das führt zu einer zu intensiven Anwendung. In der Folge ruinieren sich viele Menschen den Zahnschmelz.

Was viele Menschen ebenfalls nicht wissen: Füllungen behalten ihre Farbe. Die Bleichmittel bleichen nur den Zahn. Eine einheitliche Farbe kann man damit also nicht erreichen, wenn man Füllungen im sichtbaren Bereich hat. Abgesehen davon hat die Aufhellung überhaupt keinen positiven Effekt auf die Zahngesundheit. Denn Beläge und Erreger entfernen die Bleichmittel nicht.

Hausmittel sind auch nicht besser

Oma mag zu Zigarrenasche, Backpulver oder Zitronensaft zum Bleichen raten. Was gegen Flecken auf den Holzdielen und in der Kleidung hilft, hellt vielleicht auch die Zähne auf? Zahnmediziner raten von Experimenten dieser Art ab. Denn sowohl die Schmirgelstoffe (Zigarrenasche) als auch die Säuren (Zitronensaft) greifen den Zahnschmelz an. Dadurch werden die Zähne anfälliger für Karies, also das Gegenteil von gesund.

Pflege und Vorsorge statt Fokus auf strahlendes Weiß

Viel wichtiger als ein strahlend weißes, perfekt ausgerichtetes Gebiss sind saubere und widerstandsfähige Zähne. Eine professionelle Zahnreinigung auf regelmäßiger Basis sorgt dafür, dass auch schwer zu reinigende Zwischenräume und hartnäckige Beläge immer wieder entfernt werden. Auf die Grundfarbe des Zahnmaterials wirkt sich das zwar nicht aus. Aber dauerhaft gesunde Zähne sind eben auch ein ästhetischer Wert.

In den meisten Zahnarztpraxen schlägt die professionelle Zahnreinigung mit etwa 80 bis 120 Euro zu Buche. In einer Zusatzversicherung ist die Zahnreinigung meistens enthalten. Bis zu 150 Euro für professionelle Zahnreinigungen erstatten die Versicherungen im Jahr.

Für die Pflege und Gesunderhaltung der Zähne ist die Reinigung sinnvoll. Denn gerade in den Zahnzwischenräumen und unter dem Zahnfleisch schafft man es selbst nicht zu reinigen. Das ist ganz normal. Die professionelle Zahnreinigung macht hier auch sauber.

Helle Abdeckungen für die Zähne: Verneers erhöhen Entzündungsrisiko

Als Verneers werden hauchdünne Keramikschalen bezeichnet, die auf die Zähne aufgeklebt werden. Die dünnen Schalen sitzen auf den Frontzähnen und geben dem Gebiss ein regelmäßiges Aussehen, die Farbe ist ebenfalls entsprechend hell gewählt. Je Zahn werden zwischen 400 und 800 Euro fällig, das ist also nicht ganz kostengünstig. Damit die Keramikschalen sich natürlich an den Zahn anpassen, muss der Zahn vor dem Aufkleben angeschliffen werden. Der Zahn wird also quasi verletzt, was das Risiko von Zahnmark-Entzündungen erhöht.

Wer mit den Zähnen knirscht, sollte von Verneers ohnehin absehen. Denn die Keramik hält dem Druck beim Zähneknirschen oft nicht stand. Auch bei Kontaktsportarten wie Ballsport und Kampfsport sind Verneers nicht geeignet, weil sie zu empfindlich sind. Das eigentliche Problem aber ist: Der Zahnschmelz wird abgeschliffen, um die Verneers einzusetzen, und ist damit endgültig verloren. Werden die Verneers irgendwann nicht mehr getragen fehlt den Zähnen ihr Schutz. Verneers sind rein kosmetische Produkte. Sie werden weder von Krankenversicherungen, noch von Zusatzversicherungen getragen.

Zahnschmuck: Auffälliges Lächeln dank Schmucksteinen

Manchmal geht die Mode seltsame Wege. Eine Zeit lang waren Tätowierungen des Zahnfleischs in Mode, Zahnschmuck lag ebenfalls schon öfters im Trend. Neben kleinen Figürchen aus Gold oder Silber können Schmucksteine, sogenannte Skyce, auf die Zähne aufgeklebt werden. Skyce bestehen aus einem kristallinen Material, sie sind in allen möglichen Farben erhältlich. Der Brillantschliff sorgt für eine extreme Lichtbrechung, sodass es im Mund tatsächlich blitzt und strahlt.

Was Zahnmediziner und -medizinerinnen für sehr bedenklich halten, sind dagegen Diamanten. Echte Diamanten können zwar auch auf den Zähnen angebracht werden. Aufgrund des besonderen Schliffs benötigen die Edelsteine aber sehr viel Platz. Die Zahnoberfläche muss also stark abgetragen werden, um einen Diamanten einzusetzen. Wenn der Stein entfernt wird, ist dann eine Füllung nötig. Für vergleichsweise unbedenklich dagegen halten die meisten Zahnärzte und Zahnärztinnen Aufkleber. Solange der Zahn nicht geschliffen oder angebohrt wird, können Schmucksteine getragen werden.

Rainbow Teeth: Lackierte Zähne

Was ist nun mit buntem Lack? Auf Instagram sieht man in letzter Zeit unter dem Hashtag Rainbow Teeth immer häufiger junge Frauen mit einem etwa 24 Stunden haltbaren bunten Lack auf den Zähnen. Bislang ist zu dem Lack nicht viel bekannt. Der Hersteller gibt zwar an, dass das Produkt gesundheitlich unbedenklich ist. Studien dazu gibt es aber bislang nicht. Ob der Lack wirklich so unbedenklich ist, bleibt also erst einmal unklar. Was dagegen klar ist: Der Lack gelangt, wie jede Substanz im Mund, in den Magen-Darm-Trakt. Teile davon werden also grundsätzlich vom Körper aufgenommen. Wie sicher die Regenbogenfarben im Mund sind, ist unklar - im Zweifelsfall sollte man darauf verzichten. Denn wer will schon Magen-Darm-Probleme bekommen, weil die Zähne einen Tag lang bunt waren?

Nicht jedem Trend folgen!

Selbstverständlich macht es Spaß, mit der Mode zu gehen und sich selbst auszuprobieren, immer mal wieder etwas zu verändern. Aber trotzdem sollte der Verstand dabei nicht auf der Strecke bleiben. Das Geheimnis wirklich schöner Zähne liegt darin, sie gesund zu erhalten.

Lade weitere Inhalte ...