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Der perfekte Weingenuss – fünf vermeidbare Anfängerfehler

Von GRAZIA Deutschland am Montag, 12. Dezember 2016 um 11:51 Uhr

Wein ist der optimale Begleiter zu einer Vielzahl an Gerichten. Aber auch ein entspannter Abend mit Freunden wird durch ein gutes Glas erst richtig abgerundet. Wir zeigen, was für einen ungetrübten Genuss des edlen Getränks zu beachten ist!

Wein zählt nicht gerade als Einsteigergetränk unter den alkoholischen Getränken. Viele haben vielleicht beim ersten Mal einen Tropfen erwischt, der ganz und gar nicht gemundet hat oder sind von der Vielfalt an unterschiedlichen Geschmäckern erstmal abgeschreckt und machen deshalb einen großen Bogen darum. Unsere Einsteigertipps helfen euch, die richtige Wahl zu treffen und verschiedenen Fettnäpfchen rund um das Thema Wein aus dem Weg zu gehen. So steht dem perfekten Genuss nichts mehr im Wege!

1. Über Geschmack lässt sich (nicht) streiten – Die richtige Auswahl

Bordeaux, Burgunder, Merlot, Chardonnay, Tempranillo und so weiter… Bereits vor einem gut sortierten Weinregal im Supermarkt schwirren uns schnell zahllose Bezeichnungen und Traubensorten um die Ohren. Verschiedene Länder mit noch mehr unterschiedlichen Anbaugebiete kommen dazu.

Wer noch gar keine Ahnung hat, welcher Wein dem persönlichen Geschmack am nächsten kommt, oder welcher Tropfen gut zum geplanten Menü passen könnte, sollte sich einfach beraten lassen. Im einschlägigen Fachgeschäft ist es in der Regel möglich, verschiedene Weine auch zu probieren. Hier kann dem Profi genau geschildert werden, welche Speisen und Gerichte geplant sind oder welchen Aromen der Wein haben sollte.

Aus den verschiedenen Vorschlägen kann dann der persönliche Favorit ausgewählt werden, der auch zum eingeplanten Budget passt. Denn ein guter Wein muss nicht unbedingt teuer sein. Wichtig ist vor allem, dass er den eigenen Geschmacksvorstellungen nahe kommt. Unser Tipp: Hier gleich nach der richtigen Trinktemperatur fragen! Diese ist nicht immer auf dem Etikett vermerkt.

Im Supermarktregal helfen manchmal besondere Auszeichnungen dabei, eine gute Qualität zu erkennen. Das deutsche Weinsiegel garantiert beispielsweise einen gewissen Standard. Hat der Wein bereits bei einer professionellen Geschmacksverkostung überzeugt und eine goldene oder silberne Trophäe ergattert, ist dies ebenfalls ein Hinweis auf besondere Güte.

Die richtige Trinktemperatur: Weiß- und Roséweine werden am besten leicht gekühlt serviert. Rotwein schmeckt dagegen besser bei Zimmertemperatur.

Die richtige Trinktemperatur: Weiß- und Roséweine werden am besten leicht gekühlt serviert. Rotwein schmeckt dagegen besser bei Zimmertemperatur.

2. Vor dem Servieren – Weinfehler erkennen

Ist die Flasche der Wahl dann schließlich geöffnet, sollte vor dem Servieren kurz die Qualität überprüft werden. Verschiedene Weinfehler können immer mal wieder vorkommen und lassen sich optisch oder am Geschmack erkennen.

 

„Wer genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse.“

Salvador Dalí

  • Der Wein „korkt“: Von diesem Mangel kann sowohl Rot-, Weiß- als auch Roséwein betroffen sein. Doch was genau bedeutet das eigentlich? Optisch ist der Fehler nicht zu erkennen, aber der Wein schmeckt entweder einfach nur weniger fruchtig als eine Vergleichsflasche oder hat im schlechtesten Fall tatsächlich einen ausgeprägten, muffigen Korkgeschmack.
  • Oxidation: Manchmal kann ein Wein bereits direkt nach dem Öffnen abgestanden, schal oder sogar ranzig schmecken. Dies liegt daran, dass der Tropfen zur Haltbarmachung nicht mit ausreichend Schwefel behandelt wurde, und die Flüssigkeit in der Flasche oxidiert ist.

  • Schwefelgeschmack: Wurde hingegen zu viel geschwefelt, ist dies meist schon am Geruch bemerkbar. Der Wein riecht stechend oder nach abgebrannten Zündhölzern und sollte nicht mehr getrunken werden.

  • Schaumbildung und Bläschen: Dies ist vor allem bei Rotweinen ein Mangel und Zeichen für eine Nachgärung in der Weinflasche. Bei Weiß- und Roséweinen hingegen kann dies sogar ein Qualitätsmerkmal sein. Die natürliche Kohlensäure sorgt hier für eine gewisse Spritzigkeit und fördert die Entfaltung der Aromen.

  • Trübung oder flockige Ablagerungen: Hierbei handelt es sich nicht zwangsläufig um einen Fehler. Die Ablagerungen bestehen meist nur aus ausgeflocktem Gerbstoff, der sich als „Weinstein“ in der Flasche absetzt. Dieser kann beim Dekantieren entfernt werden. Bleibt der Wein jedoch auch nach dem Öffnen trüb, kann es sein, dass er in der Flasche noch weitergegärt hat. Dann ist dieser Tropfen leider ungenießbar.

Die meisten der oben genannten Fehler können in unterschiedlicher Ausprägung auftreten. Manchmal hilft es, den Wein nach dem Öffnen eine Zeitlang stehen zu lassen. Durch den Kontakt mit dem Luftsauerstoff verflüchtigt sich die eine oder andere zunächst unangenehme Note noch. Ist der Wein jedoch tatsächlich verdorben, sollte dem Geschmackseindruck vertraut und die Flasche nicht mehr getrunken werden.

3. Stilvoll eingeschenkt – Vom Dekantieren und Karaffieren

Wer dachte, das war schon alles, um beim edlen Tropfen die letzte Aromanuance hervorzukitzeln, hat sich getäuscht. Auch beim Ausgießen und Servieren ist noch einiges möglich. Jeder hat bestimmt schon einmal eine Weinkaraffe gesehen. Diese speziellen Glasgefäße sind nicht nur dazu da, den Wein optisch auf dem Esstisch ansprechend zu präsentieren.

Aus der Flasche auf den Tisch? Nicht jeder Wein muss für ein volleres Aroma dekantiert werden.

Aus der Flasche auf den Tisch? Nicht jeder Wein muss für ein volleres Aroma dekantiert werden.

Zwei Begriffe für ähnliche Arbeitsschritte, jedoch mit unterschiedlicher Wirkung: Beim Dekantieren und Karaffieren wird der Wein in ein entsprechendes Gefäß umgefüllt. Ersteres dient dazu, die Flüssigkeit von unerwünschten Ablagerungen wie Weinstein zu trennen. Hierzu eignet sich ein schmales, hohes Gefäß. Beim Karaffieren hingegen soll der edle Tropfen noch mit Sauerstoff angereichert werden. So kann sich das Aroma noch besser entfalten. Dafür kommen die großen, bauchigen Karaffen zum Einsatz.

Welche Weine „atmen“ sollten, und für welche das Verfahren eher nicht ratsam ist, richtet sich vor allem nach dem Alter. Doch auch hier gibt es keine allgemeingültige Faustformel, am Ende sollte vor allem der persönliche Geschmack entscheiden.

Dafür gibt es für das Einschenken im Glas verschiedene Regeln. Je nach Art des Weines werden die Gläser unterschiedlich hoch befüllt:

  • Rotwein: ¼ bis ⅓ des Glases
  • Weiß- und Roséwein: ⅓ bis ½ des Glases
  • Sekt, Champagner: ⅔ des Glases

4. Lang und schmal oder rund und bauchig – Kleines Gläser-ABC 

Inzwischen ist es wissenschaftlich bewiesen: Die Form des Weinglases hat Auswirkungen auf das Geschmackserlebnis. Wer das Aroma also vollends zur Geltung bringen will, sollte darauf achten, welches Glas zu welchem Wein gereicht wird. Grundsätzlich kann sich der Geschmack am besten entfalten, wenn das Trinkgefäß leicht bauchig ist und sich nach oben verjüngt.

  • Rotwein: Hier hat die richtige Glasform den größten Einfluss auf das Geschmackserlebnis. Ein großer Kelch mit bauchiger Form ist hier empfehlenswert. Je intensiver und vollmundiger der Tropfen ist, umso größer kann das Glas ausfallen. Durch die große Oberfläche im Glas kann sich das Aroma am besten entfalten.

  • Weiß- und Roséwein: Diese Gläser sind etwas kleiner und vor allem schlanker als jene für Rotwein. Durch die weitaus schmalere Öffnung verlieren sich die zarten, eher flüchtigen Aromen dann nicht so schnell.

  • Süßer Dessertwein: Hier kommt ein kleines Weinglas zum Einsatz. Dies liegt zum einen daran, dass von dem süßen, sehr aromenreichen Wein meist auch kleinere Mengen getrunken werden. Eine kleinere Öffnung soll zudem das Verflüchtigen des etwas höheren Alkoholgehaltes verhindern.

5. Schwenken und Schlürfen – das volle Aroma

Selbst beim Trinken gibt es noch einiges richtig oder manches falsch zu machen. Was in unserem Kulturkreis beim Essen eher verpönt ist, gilt beim Weintrinken dagegen als wertschätzende Geste: Der edle Tropfen kann ruhig auch hörbar geschlürft werden. Dabei wird dem Traubensaft noch mehr Sauerstoff zugeführt und das Aroma kann sich im Mund vollends entfalten.

In einem großen Bauchigen Rotweinglas können sich die komplexen Aromen am besten entfalten.

In einem großen Bauchigen Rotweinglas können sich die komplexen Aromen am besten entfalten.

Gerade beim Rotwein kann das Glas vorher noch leicht geschwenkt werden. Hierbei lässt sich auch die Farbe und Konsistenz des Weines am besten beurteilen. In den großen bauchigen Gläsern entfalten sich die Aromen und können beim Trinken auch mit der Nase gut wahrgenommen werden. Dies trägt zu einem ausgeprägten Geschmackserlebnis zusätzlich bei. Grundsätzlich sollte Wein dann eher in kleinen Schlückchen genossen werden. So ist es möglich, die einzelnen Geschmacksnuancen auf der Zunge am besten zu erkennen.

Zum Schluss noch ein letzter Tipp: Wird nicht die ganze Flasche an einem Abend ausgetrunken, sollte der Wein wieder mit einem Korken verschlossen werden. Vor allem Weiß- und Roséweine sind dann noch einige Tage haltbar, wenn sie im Kühlschrank aufbewahrt werden. Rotwein dagegen verliert seine Aromen schneller und schmeckt am nächsten Tag meist einfach nicht mehr so intensiv.


Bildquellen:

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Weintrinker