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Die einfachste Diät der Welt

Von GRAZIA am Freitag, 13. August 2010 um 18:02 Uhr

Bitter macht schlank! Wow! Wussten Sie, dass man auch durchs Essen Kalorien bremsen und Bauchfett verbrennen kann? Wir waren auch skeptisch, aber es klappt wirklich! Das Geheimnis sind Bitterstoffe – belegen neueste Forschungen.

Für diese Diät müssen wir weder Kalorien zählen noch uns auf Miniportionen beschränken. Und eine Blutanalyse kann man sich ebenfalls sparen. Die einzige Regel: Essen Sie bitter! Und zwar am besten so viel wie möglich!
Dass bitterstoffhaltige Lebensmittel schlank machen, belegt eine neue Studie. Die Probanden kauten zwei- bis dreimal täglich einen Teelöffel eines „Urbitter Bio Granulats“, ein bitteres Wildgemüseprodukt, das unter anderem Wegwartenkraut, Löwenzahnkraut, Wild-Artischockenblätter und Hagebuttenschalen enthält (gibt’s in Apotheken). Nach sechs Wochen hatten sie ohne weitere Diät oder Sport mehr als 3,5 Kilo abgenommen. Wie das funktioniert?

„Bitterstoffe fördern die Verdauung“, erklärt Dr. Bernhard Uehleke, Forschungsleiter der Abteilung Naturheilkunde an der Berliner Charité. „Man hat festgestellt, dass wir nicht nur im Mund, sondern auch im Magen-Darm-Trakt verschiedene Bitterstoffsensoren haben, die auf entsprechende Lebens­mittel reagieren.“

Außerdem beschleunigen Bitterstoffe das Sättigungsgefühl, man isst also automatisch weniger. Unser Gehirn verbindet mit dem Geschmack „bitter“ nämlich gleichzeitig das Warnsignal „giftig“, da viele Giftpflanzen so schmecken. Spürt die Zunge dieses Aroma, löst das automatisch Abwehr aus – das nennt man eine natürliche Appetitbremse. Die Geschmackssignale auf der Zunge können darüber hinaus auch direkte Veränderungen im Stoffwechsel verursachen, wie weitere Forschungen belegen.

„Das Signal ,süß‘ steigert die Zuckeraufnahme im Darm. Und zwar ganz egal, ob Zucker oder Süßstoff für den süßen Geschmack verantwortlich sind“, erklärt der Biologe und Experte für heimische Kräuter und Pflanzen, Dr. Georgios Pandalis. Aber das Signal „bitter“ kann das Signal „süß“ in Speisen und Getränken leicht übertönen, weil es 10 000-mal stärker wirkt und beide Signale die gleichen Übertragungswege im Nervensystem nutzen. Im Tierversuch konnte bereits nachgewiesen werden, dass bitterstoffhaltige Lebensmittel so trotz energiereicher Ernährung die Einlagerung von Fett, insbesondere von Bauchfett, bremsen.

Ziemlich viele gute Gründe, jede Mahlzeit mit etwas Bitterem zu starten – zum Beispiel einem Glas Grapefruitsaft, Rucola oder Quark mit Kresse. Oder ein ganzes „Bitter-Wochenende“ zu machen. Wer bei bitter nämlich nur an Chicorée denkt, liegt falsch. Ganz viele Kräuter und Gemüse wie Brokkoli oder auch Rote Bete sind bitter. Und die meisten davon sind zudem kalorienarm. Endivien und Radicchio haben zum Beispiel nur 10 Kalorien pro 100 Gramm. Aber Vorsicht: „Nicht alle Bitterstoffe hemmen den Appetit. Bockshornklee und Angelikawurzel regen ihn sogar an“, warnt Dr. Pandalis.

Rezepte für ein leckeres „Bitter-Wochenende“

Freitag:

Frühstück: Müsli mit frischem Obst. Dazu einen Espresso oder Kaffee ohne Zucker. Oder wahlweise einen Muffin.

Mittagessen: Huhn mit Brokkoli und Salbeikartoffeln: Brokkoliröschen kurz dämpfen, dann in Knoblauch-Chili-Olivenöl schwenken. Kartoffeln in der Schale kochen, pellen. In 1 EL Rapsöl und frischen Salbeiblättern schwenken. Hühnerbrust anbraten, dazu Endiviensalat mit etwas Öl und Zitronensaft anmachen.

Abendbrot: Kürbiskernbrot mit Kresse und Quark, Tomaten, Mozzarella, Basilikum.

Samstag:

Frühstück: 1 gekochtes Ei, dazu Obstsalat aus 1/2 Apfel, Grapefruit und Ananas.

Mittagessen: Ingwer-Hühnersuppe: 1 Hühnerbrust mit 1 Stückchen Ingwer, 1 klein geschnittenen Karotte in Salzwasser kochen. Mit Prise Curry und Cayennepfeffer abschmecken. Vorm Servieren Eisbergsalatstreifen dazugeben.

Abendbrot: Artischocke mit 2 Dips: im Ganzen 30 Min. in Salzwasser kochen. Vinaigrette aus Zitronensaft, Rapsöl, Senf, Salz, Pfeffer. Dip 2: Magerjoghurt mit Knoblauch, Curry, Curcuma, Salz, Koriander würzen.

Sonntag:

Frühstück: Kürbiskernbrot mit Magerquark und Kresse. Oder wahlweise einen Muffin.

Mittagessen: Bunter Salat: Rauke, Radicchio, einige Parmesanhobel und rosa Grapefruitschnitze mischen. Dazu Vinaigrette aus Zitronensaft, Olivenöl, Salz, Pfeffer.

Abendbrot: Putenschnitzel mit Salbei: Schnit­zel vom Metzger dünn schneiden lassen. Sal­zen, pfeffern, mit frischen Salbeiblättern belegen. In heißem Rapskernöl anbraten. Bratensatz mit Zitrone ablöschen, eventuell nachwürzen. Dazu Pellkartoffeln und gedünsteten Chicorée.

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