Lifestyle

Diese Gründe sprechen für eine 4-Tage-Woche

Von GRAZIA am Freitag, 5. Juni 2020 um 10:54 Uhr

Immer mehr Menschen in Deutschland sehnen sich nach einer 4-Tage-Woche. Das Thema Work Life Balance hat in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Arbeit soll Spaß machen, Geld bringen und herausfordern. Was sie aber nicht soll, ist auslaugen, ausbrennen und krank machen. Arbeit und Freizeit sollten sich in einem gesunden Maße gegenüberstehen, damit Mitarbeiter noch freudig und motiviert bei der Arbeit sind. Da normalerweise unter der Woche zu wenig Zeit für Freunde, Familie und Freizeit bleibt, könnte eine Woche mit nur vier Arbeitstagen die Lösung sein.

Schließlich empfinden viele Menschen die Wochenenden als zu kurz. Alles staut sich in nur zwei Tagen, vom Einkaufsbummel bis zum Wohnungsputz und anderen dringenden Erledigungen außerhalb der beruflichen Verpflichtungen. Auch das Treffen mit Freunden, der gemeinsame Gang ins Sportstadion, um den Lieblingsverein anzufeuern – natürlich nicht ohne vorher noch Vergleiche der Sportwetten-Dienste angestellt zu haben -  oder die Ladys Night im Club mit vorbereitendem Aufhübschen: Für das gesamte Freizeitprogramm bleiben nur 48 Stunden.

Und ein bisschen Erholung sollte am besten auch noch drin sein. Ein um einen Tag verlängertes Wochenende kann Abhilfe schaffen und den Freizeitstress des Wochenendes entzerren. Sowohl aus Sicht des Arbeitgebers als auch des Arbeitnehmers spricht einiges dafür.

5 Gründe für die 4-Tage-Woche

1. Mehr Produktivität – mehr Umsatz

Eine kürzere Arbeitszeit muss nicht unbedingt dafür sprechen, dass ein Mitarbeiter weniger produktiv ist – im Gegenteil! Häufig schaffen Mitarbeiter in weniger Zeit sogar dieselbe Arbeit, wenn es darauf ankommt. Kaffeepausen oder das zwischenzeitliche Surfen am Arbeitsplatz entfallen dann eben und auch der Plausch mit der Lieblingskollegin fällt etwas kürzer aus. Die Belohnung dafür: Ein freier Tag mehr in der Woche! Viele Firmen, die bereits eine verkürzte Arbeitswoche eingeführt haben, berichten von Produktivitätssteigerungen. Diese können sich auch in Umsatzsteigerungen niederschlagen.

Klassische Zeitfresser sind auch Meetings oder eine schlechte interne Kommunikation, bei der die Mitarbeiter aufgrund unklarer Zuständigkeiten häufig unterbrochen werden. Räumt man diese Stolperfallen aus dem Weg und ändert die interne Kommunikationsstruktur, steht einer produktiven, kurzen Arbeitswoche nichts mehr im Weg.

2. Gesteigerte Zufriedenheit der Mitarbeiter

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigt in der Regel drastisch, wenn sie von einer vollen Woche auf vier Tage reduzieren. Viele wollen es danach nie mehr anders haben, selbst wenn finanzielle Einbußen damit verbunden sind. Die gewonnene Zeit wird meist als wertvoller erachtet als das Geld. Auch dieses Mehr an Zufriedenheit kann sich positiv auf die Produktivität der Mitarbeiter auswirken.

©iStock

3. Die Kreativität wächst

Um kreativ zu sein, ist es wichtig auch mal rauszukommen. Die besten Ideen kommen den meisten Menschen nicht, wenn Sie gerade auf Ihren Laptop-Bildschirm starren. Beim Duschen, Joggen oder Kochen bahnen sich meist die interessantesten Geistesblitze ihren Weg. Um den Kopf tatsächlich für solche Gedankengänge freizuhaben, ist mehr Zeit wichtig.

4. Weniger Fehlzeiten dank mehr Flexibilität

Ein weiterer positiver Effekt, den insbesondere die Arbeitgeber spüren ist, dass Mitarbeiter in Vier-Tage-Wochen oft weniger Fehlzeiten haben. Das liegt daran, dass sie zum Beispiel Arzt- oder Handwerker-Termine auf den Freitag legen können.

5. Reduzierte Krankentage durch mehr Erholungszeit

Auch die Anzahl der Krankheitstage kann durch eine reduzierte Wochenstundenzahl zurückgehen. Schließlich sinkt dadurch in der Regel die empfundene Arbeitsbelastung, was vor Krankheiten schützen kann. Sowohl psychische als auch körperliche Erkrankungen können durch eine Reduktion der Arbeitstage zurückgehen:

  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Stress
  • Psychische Probleme bis hin zu Burnout

Außerdem feiern auch weniger Mitarbeiter krank, wenn sie eine verkürzte Arbeitszeit genießen. Von diesem Umstand profitieren Arbeitgeber ebenfalls. Entscheidend für eine Verbesserung der Gesundheit ist, dass die Firma nicht unterbesetzt ist. Wenn Mitarbeiter in ihren vier Tagen unzählige Überstunden machen müssen, ist mit einer verkürzten Woche nichts gewonnen.

So kann die verkürzte Woche gestaltet werden

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Mitarbeiter vier Tage pro Woche arbeiten können.

  1. Die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit bleibt dieselbe. Die 38,5, 39 oder 40 Stunden verteilen sich nun nicht mehr auf fünf Tage, sondern auf vier. Dadurch wird an diesen vier Tagen dann länger gearbeitet – das Gehalt bleibt aber dasselbe.
  2. Die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit wird auf 30 oder 32 Stunden reduziert. Dann ist die Arbeitsbelastung an den vier Arbeitstagen geringer, dafür wirkt es sich auch auf die Entlohnung aus. Wer wissen möchte, was die Reduktion der Stunden für das eigene Einkommen bedeutet, kann mit einem Einkommensrechner das neue Brutto- und Nettogehalt ausrechnen.

Wo ein Wunsch ist, ist meist auch ein Weg

Leider ist die Vier-Tage-Woche in Deutschland immer noch alles andere als Normalität. Auch wenn immer mehr Menschen sich danach sehnen, sind noch viele Firmen von modernen Konzepten weit entfernt. Dennoch: Wer ernsthaftes Interesse daran hat, sollte mit seinem Vorgesetzten sprechen. Schließlich gibt es fast immer Mittel und Wege, wie die Interessen des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers übereinkommen können. Denn davon profitieren beide Seiten.

Hier findest du noch mehr Lifestyle-News:

Home Office: Mit diesen Tricks schafft ihr es, nach Feierabend abzuschalten

Home Office: Die besten Tipps, um von zuhause zu arbeiten

Themen