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Female Empowerment: 3 Tipps, wie ihr euer Leben selbstbewusst gestalten könnt

Von GRAZIA am Dienstag, 19. Oktober 2021 um 12:10 Uhr

Die Anwältin, die im Meeting für eine Kellnerin gehalten oder die Berufsanfängerin, die wegen ihres Aussehens nicht ernst genommen wird, eine Gesprächsrunde, zu der nur die männlichen Kollegen eingeladen sind. Es gibt viele Situation, in denen man als Frau auf Vorurteile und verschlossene Türen stößt. Genau das zu ändern ist erklärtes Ziel des Female Empowerments. Was damit konkret gemeint ist und mit welchen Tipps ihr euren Alltag selbstbestimmt und souverän leben könnt, haben wir von Caroline Heil, der jüngsten Unternehmensvorständin eines aktiengelisteten Unternehmens Deutschlands, erfahren.

Mission Gleichberechtigung

Auch wenn auf dem Papier, in unserer Verfassung und Gesetzen Gleichberechtigung großgeschrieben wird, sieht die gesellschaftliche Wirklichkeit meist ganz anders aus. 2020 verdienten Frauen in Deutschland im Durchschnitt 18 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Unter den Abgeordneten im Bundestag sind gerade einmal 31,4 Prozent Frauen. Ähnlich sieht es in Unternehmensvorständen aus, wo Frauen nach wie vor die Ausnahme sind. Trotz guter Ausbildung ist nur knapp jede dritte Führungsperson weiblich. Es scheint zwar noch ein weiter Weg zu sein, aber immerhin gibt es sie, die Frauen, die zeigen: Der selbstbestimmte Erfolg ist möglich. Zu ihnen zählt auch Caroline Heil. Die 32-Jährige ist Vorstandsmitglied der börsennotierten New Meat Company. "Bis die Gender-Pay-Gap geschlossen ist, dauert es nach wissenschaftlichen Hochrechnungen noch etwa 100 Jahre", beschreibt sie die aktuelle Situation. Solange möchte sie nicht warten und hat sich deshalb auf die Fahne geschrieben, Frauen wann immer möglich zu empowern und ihre Erfahrungen zu teilen. Folgend ihre Top-3 für mehr weibliche Souveränität im Alltag.

Tipp 1: Seid stets neugierig und mutig

Neugier und Mut sind hervorragende Begleiter auf dem Karriereweg. Fragen zu stellen, auch den Status Quo zu hinterfragen, sind, so bestätigt Heil, "Türöffner für Inspiration und frische Ideen." Die neuen Perspektiven zeigen, welche Gestaltungsspielräume, es für euren individuellen Lebensstil fernab von den typischen Rollenmustern und ausgetretenen Pfaden gibt. Die Entscheidung darüber, welchen von den vielen Wegen ihr am Ende einschlagt, kann euch keiner Abnehmen. "Hier kommt das Mutig-Sein ins Spiel. Und zwar den Mut zu haben, trotz all der gut gemeinten Ratschläge auf seinen inneren Kompass zu vertrauen", beschreibt Heil ihre Erfahrung.

Tipp 2: Habt immer einen Plan


Der jungen Vorständin Caroline E. Heil ist es ein wichtiges Anliegen, Frauen zu ermutigen, ihren eigenen Weg einzuschlagen. (©janzuehlke.com, Jan Zühlke)

An Souveränität gewinnt ihr mit einem klaren Ziel vor Augen und einem Plan, wie ihr es erreichen könnt. Der hilft euch auch die nächsten Schritte strategisch anzugehen und auch mal ein paar Gedanken und Szenarien weiterzudenken. Mit der Zeit bekommt ihr ein immer besseres Gespür dafür, in welche Richtung sich die Dinge bewegen. "Im Berufsleben ist es manchmal wie beim Schach. Mit der Zeit kennt man die Tricks und Risiken, die später wichtig werden", berichtet Caroline Heil von ihren Erlebnissen auf dem Weg zur Chefetage. Aber Achtung: Auch der beste Plan kann hinfällig werden, wenn sich die Lage drastisch ändert. Dann heißt es: Lieber früher als zu spät neue Weichen stellen. Egal, wie viel Zeit ihr vorher in eure Pläne investiert habt – jetzt ist Flexibilität gefragt. Manchmal muss man die Dinge nochmal über den Haufen werfen, um sie danach neu zu denken. 

Tipp 3: Lasst euch nicht entmutigen

Früher oder später werdet ihr auch mit Kritik konfrontiert werden. Das ist kein Grund zur Verzweiflung, sondern gehört zum Leben dazu. Entscheidend ist, was ihr aus der Kritik macht. Denn wie viel Raum ihr den Bemerkungen anderer persönlich geben wollt, bleibt euch überlassen. Zwischen konstruktiven Kommentaren, die euch wirklich weiterbringen und weniger wertvollem Feedback zu unterscheiden, ist eine Kunst.

Produktive und ehrliche Kritik zu formulieren, ist umgekehrt genauso schwierig und viele scheitern daran. Für euch heißt es deshalb die sachlichen Argumente, die euch helfen euch weiterzuentwickeln, herauszufiltern und dann anzunehmen. Abfällige Kommentare hinter dem Rücken, vor allem solche die mit dem bloßen Frau-Sein zu tun haben, könnt ihr dagegen getrost ignorieren. Caroline Heil geht sogar noch einen Schritt weiter: "Man kann sie auch als Kompliment verstehen, weil unangebrachte Kommentare meist dann kommen, wenn es schlicht keine sachlichen Argumente gegen dein Engagement mehr gibt.


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Weibliche Solidarität: Ihr seid nicht die Einzigen

Natürlich ist jede berufliche und private Situation individuell unterschiedlich und hat ihre eigenen ganz speziellen Herausforderungen. Nichtsdestotrotz sind eure Prinzipien ein wertvoller Begleiter, um den eigenen Lebensweg selbstbewusst zu gehen. Für Caroline Heil geht es bei Female Empowerment jedoch nicht nur um den persönlichen Erfolg. "Gemeinsam können wir als Frauen zu einem gesamtgesellschaftlichen Umdenken, zu einem neuen Mindset beitragen", ist sie überzeugt. Frauen haben eigene Führungsqualitäten und müssen nicht versuchen, die "besseren" Männer zu werden. Auch wenn Karrierefrauen manchmal nach außen vielleicht sogar "kühl" wirken sollten, könnt ihr euch sicher sein: Der Schein trügt. Denn wer als Frau selbstbewusst seinen Weg geht, muss zuweilen "tough" sein. Der gegenseitige Support kann dabei eine große Hilfe sein, Veränderungen anzuschieben. Wenn ihr eine kompetente Kollegin kennt, scheut euch nicht sie weiterzuempfehlen. Bedankt euch offen für den Einsatz eurer Mitarbeiterinnen, sodass es möglichst viele mitbekommen. Female Empowerment ist nicht nur eine individuelle Einstellung, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe, die weibliche Solidarität braucht.

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