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Lecker und einzigartig: Diese Gins zünden ein Feuerwerk auf den Geschmacksnerven

Von Frederika am Montag, 29. Mai 2017 um 16:53 Uhr

Gin ist DAS In-Getränk derzeit. Nicht nur in Bars, auch zuhause kommen immer mehr Menschen auf den Geschmack. Allerdings ist das Angebot an Gin-Arten groß. Und dann unterteilen sich diese Arten auch noch in gefühlt hunderte Sorten. Wie soll man da den richtigen Gin für sich finden? Wir sagen Dir, welcher Gin hält, was er verspricht.

Kaum eine Bar, kaum eine Szene-Kneipe, die ohne ihn auskommt: Gin. Der Wacholderschnaps ist nicht nur pur ein Genuss, sondern kann auch ganz hervorragend gemixt werden. Als Gin & Tonic, in Cocktails oder auf Eis. Anfänger sind da oft überfordert, weil es solch ein riesiges Angebot gibt.

Was ist Gin überhaupt?

Der aus Hanau stammende Arzt Francois de la Boe, auch als Franciscus Sylvius bekannt, hat den Urvater des Gins 1650 in den Niederlanden erfunden. Eigentlich wollte er aus Alkohol und Wacholder eine Medizin gegen Bauchschmerzen entwickeln. Das hat geklappt, und er nannte seine Medizin "Genever". Die Engländer waren es, die den Genever im frühen 18. Jahrhundert mit auf ihre Insel nahmen. Weil es im Königreich hohe Steuern auf hochwertigen Alkohol gab, suchte man nach einer Alternative. Der Genever kam den Engländern gerade Recht. Sie ließen ihn nochmals gären, fügten einige Kräuter und Gewürze hinzu, und voilà: Der Gin war geboren! Seitdem wurde das Wacholder-Destillat immer weiter verfeinert, veredelt und gepimpt. Heute ist der Gin eine der beliebtesten Spirituosen, welcher überall auf der Welt ausgeschenkt wird. Unter anderem bei Ginie.de wird genau erklärt, um welche es sich handelt. Gin unterscheidet sich in fünf wichtige Arten:

  • London Dry Gin
  • Dry Gin
  • Old Tom Gin
  • New Western Dry Gin
  • Sloe Gin

Welcher Gin ist der Richtige für mich?

DEN beliebtesten Gin gibt es natürlich nicht. Wie bei vielen Dingen, ist es auch hier eine Frage des Geschmacks. Wer es zum Beispiel würzig und trocken mag, greift zum London Dry Gin oder zum Dry Gin. Stehst Du eher auf süßliche oder fruchtige Noten, kommt ein Old Tom am besten für Dich infrage. Vor allem in Cocktails schmecken Old Tom Gins ganz hervorragend. Wenn weder würzig und trocken, bzw. süß und fruchtig Deine Vorlieben sind, solltest Du einen New Western Dry Gin probieren. Hier wird mit so vielen Kräutern und Gewürzen (den sogenannten „Botanicals) experimentiert, dass die Hauptnote, also das Wacholderlastige, in den Hintergrund rückt. Die Hauptnoten des Gins schmecken dann also, je nach verwendeten Botanicals, immer unterschiedlich. Mal mehr nach Zitrus, mal mehr nach Lavendel und sogar schokoladige Noten sind dabei.

Wer also den richtigen Gin für sich sucht, muss sich erst darüber im Klaren sein, welche Art von Gin er bevorzugt. Denn diese Gin-Arten teilen sich in die verschiedenen Sorten auf. Und hier wird’s interessant: Es gibt nämlich gefühlte Hunderte davon.

Die beliebtesten Gins

Es gibt einige Gins, die in den Verkaufscharts der Gin-Shops Jahr für Jahr ganz oben stehen. Immer wieder tauchen diese Namen in den Top 10 auf:

  • Beefeater Crown Jewel

Wie der Name schon sagt: Ein Kronjuwel unter den Gins. Der Wacholder ist deutlich zu schmecken. Das Aha-Erlebnis ist aber ohne Zweifel der bittersüße Geschmack von Grapefruits. Ungewöhnlich ist der relativ hohe Alkoholgehalt von 50% Vol. Eine Stärke, die man dem Gin aber nicht anmerkt. Er bleibt mild und bekömmlich. Eine besonders gute Figur macht der Gin als Martini oder Gin & Tonic.

  • Wayfarer Gin – Destination: Provence

Dieser Gin ist eine Hommage an Südfrankreich. Feine Lavendel-Aromen und milder Geschmack machen den Wayfarer Gin aus. Es ist, als würde man selbst die atemberaubende Landschaft Südfrankreichs erleben. Reise-Erlebnisse des Herstellers auf dem Etikett runden den Gin auch optisch ab.

  • Gin Mare

Ein Spanier, der die mediterrane Welt ins Glas bringt. Beinahe hat man das Gefühl, am Meer zu sitzen. Rosmarin und Thymian dominieren beim Gin Mare. Er schmeckt erfrischend und wird als Gin & Tonic am besten mit einem fruchtigen Tonic genossen.

Marketing-Idee Gin

Die Sorten sprießen wie die Pilze aus dem Boden. Kaum ist die eine Neuerscheinung auf dem Markt, folgt auch schon die Nächste. Dahinter steckt meist ein ausgeklügeltes Marketing-Konzept, denn mit Gin kann man Geld verdienen. Findige Winzer oder Obstbauern beschränken sich schon lange nicht mehr nur auf die Wein- oder Schnapsherstellung. Sie destillieren Gin, lassen die Flasche von einem Designer herstellen (Gin ist nämlich schick) und beauftragen eine Werbeagentur mit den nötigen Marketing-Aktivitäten. Selbstverständlich werden die fertigen Destillate rar gehalten. Man produziert in sogenannten "Small Batches", also in geringer Auflage. Das verknappt das Angebot, was wiederum die Nachfrage steigen lässt. Auch die Vielfalt in Sachen Geschmack ist riesig. Die unterschiedlichsten Richtungen sind auf dem Markt. Es gibt sogar Gins, die das Altern aufhalten sollen.

Multitalent als Mixgetränk

Die bekannteste und selbst Laien geläufige Möglichkeit, seinen Gin als Mixgetränk zu genießen, ist der Gin & Tonic. Hierbei wird der Wacholderschnaps mit einem chininhaltigen Getränk vermischt. Und, Überraschung, auch die Tonics unterscheiden sich voneinander.

Diese verschiedenen Tonic-Arten gibt es

Klassische Tonic Water

Sie sind relativ bitter und beinhalten eine deutliche Zitrus-Note. Daher erreichen diese Tonics eine Frische, die sich im Zusammenspiel mit der Kohlensäure noch verstärkt. Der Gin selbst kommt darin gut zur Geltung, weil seine Aromen nicht vom Tonic Water „erschlagen“ werden.

Fruchtige Tonic Water

Es geht auch weniger bitter. Bei den fruchtigen Tonics geht es frisch und blumig zu. Vor allem die floralen Noten eines Gins werden durch diese Tonics unterstützt. Allerdings überlagern fruchtige Tonic Water auch den eigentlichen Geschmack des Gins ein wenig.

Herbe Tonic Water

Besonders geeignet für klassische Gins. Die herben Tonic Water schmecken leicht würzig und lassen den Botanicals im Gin Raum zur Entfaltung.

Leichte Tonic Water

Diese sogenannten Dry Tonic Water halten sich zurück. Sie schmecken zwar leicht bitter, haben aber immer noch den passenden Anteil an Frische. Ideal für Gins, die von sich aus schon sehr dominant sind und allenfalls eine kleine Unterstützung benötigen.

Tabelle: Die verschiedenen Tonic Water im Vergleich

Gins aus Deutschland

An die 100 Gin-Sorten kommen aus Deutschland. Und es scheint so, als würden es immer mehr. Einige davon haben sogar richtig was auf dem Kasten. Soll heißen: Sie müssen sich hinter den Topsellern aus der ganzen Welt nicht verstecken. Der Monkey 47 zum Beispiel, der aus dem Schwarzwald kommt. Anfangs nur in kleinen Mengen hergestellt, ist die Nachfrage so groß, dass man mit der Herstellung kaum mehr hinterher kommt. Was sich leider auch im Preis äußert. Oder der Windspiel Gin aus der Eifel. Der ist nicht nur handwerklich hochwertig hergestellt. Hier setzen die Macher auf Kartoffeln, die als Basis dienen. Beim Windspiel sieht man auch, wie gut die Marketing-Strategie funktioniert. Wer sich zum Beispiel auf die Internetseiten des Herstellers verirrt, glaubt in einer Rosamunde Pilcher-Verfilmung gelandet zu sein.

Gin ist in, das ist Fakt. Wer sich wirklich ein umfassendes Bild über diese Spirituose machen möchte, ohne gleich hunderte von Euro zu investieren, kommt um ein Gin-Tasting nicht herum. Diese Verköstigungen werden in ganz Deutschland angeboten.