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GRAZIA will's wissen: Schreib uns deine Meinung zu Jens Spahns Abtreibungsstudie!

Von Inga am Dienstag, 19. Februar 2019 um 12:14 Uhr

Jens Spahn spaltet aktuell die Gemüter: Eine Studie für fünf Millionen Euro soll beweisen, dass Abtreibungen bei Frauen psychische Erkrankungen verursachen können. Dafür wird der Gesundheitsminister heftig kritisiert…

Es ist ein sehr umstrittenes Thema, dem sich ausgerechnet der Bundesgesundheitsminister, Jens Spahn von der CDU, aktuell annehmen will: Mit seiner geplanten Studie, die die psychischen Folgen und emotionalen Spätschäden von Schwangerschaftsabbrüchen bei Frauen untersuchen soll, stößt dieser auf scharfe Kritik. Fünf Millionen Euro will er für die Studie investieren, welche das Bundeskabinett bereits bewilligte. Nicht nur bei Parteien wie der SPD, FDP und den Grünen stößt Spahns Vorstoß auf Unverständnis, auch zahlreiche Frauen fragen sich, wie sowas im Jahr 2019 noch möglich sein kann… 

Scharfe Kritik an Spahns teurer Abtreibungsstudie

Seit vielen Jahren demonstrieren Frauen und Männer für die Abschaffung der Paragraphen 218 und 291a, welche die Regelung von Abtreibungen betreffen. Letzterer regelt, dass Ärztinnen und Ärzte nicht für Schwangerschaftsabbrüche werben dürfen – "werben" bedeutet in diesem Fall sogar, einen Hinweis darauf zu geben, dass in einer Praxis Abtreibungen durchgeführt werden. Laut des Strafgesetzbuches, ist ein Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich sogar strafbar, im Zusatzartikel heißt es jedoch, dass ein Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Woche unter bestimmten Voraussetzungen straffrei ist. Frauen wird es jedoch noch immer erschwert, an notwendige Informationen zu gelangen – über diese und andere Themen wird bereits seit Jahrzehnten diskutiert.

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Erst am vergangenen Mittwoch hatte die Bundesregierung nach einem langem Koalitionsstreit die Lockerung des sogenannten Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche auf den Weg gebracht. Einer, der jetzt erneut eine hitzige Debatte rund um das Thema auslöste, ist Gesundheitsminister Jens Spahn. Während etliche qualifizierte Studien die These von erhöhten psychischen Problemen nach einem Schwangerschaftsabbruch widerlegen, fordert dieser eine weitere, fünf Millionen teure Studie, um genau das Gegenteil zu beweisen. Hartnäckig forscht er nach Argumenten, um die Abtreibungsparagraphen für immer im Gesetz zu verankern. 

Politiker, Prominente und etliche Twitter-Nutzer äußerten sich inzwischen zu der Debatte, darunter unter anderem der Autor Florian Schroeder, der die allgemeine Stimmung mit seinem Tweet gut zusammenzufassen scheint: "Ein Gesundheitsminister, der 5 Millionen Euro dafür bekommt, dass er mit einer Studie verifizieren kann, was seit Jahrzehnten sowieso alle wissen – dass Schwangerschaftsabbrüche kein Spaß sind? #welcome2019."

Nicole Bauer, die frauenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, bezeichnete Jens Spahns Forschungsvorhaben sogar als "Zugeständnis an radikale Lebensschützer". Seine Studie zu den seelischen Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen werde keinen Erkenntnisgewinn bringen, "deren psychische Folgen sind seit Jahren ausführlich und umfassend untersucht" worden. "Dass der Steuerzahler für diesen Unsinn auch noch fünf Millionen Euro bezahlen darf, setzt dem Ganzen die Krone auf."

Inzwischen wurden bereits diverse Gegenpetitionen, unter anderem auch von Bloggerin Jane Wayne, gestartet. Frauen in ganz Deutschland stellen sich aktiv gegen den Gesundheitsminister Jens Spahn. Dass ausgerechnet er, als Mann, glaubt, in der Position zu sein, Frauen zu unterstellen, sie würden vergessen, dass es eine Abtreibung kein Vergnügen ist und menschliches Leben verursacht, ist absurd.

Auch deine Meinung interessiert uns! Deshalb freuen uns auf dein Feedback zu dieser Debatte, das du uns gerne per Mail an feedback@grazia-magazin.de zukommen lassen kannst und welches wir eventuell in der neuen GRAZIA abdrucken werden. Hier kannst du außerdem abstimmen:

 

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