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Einzigartige Erinnerungen – Hochzeitsbilder wie vom Starfotografen

Von Frederika am Donnerstag, 13. April 2017 um 15:08 Uhr

Damit der schönste Tag im Leben in besonderer Erinnerung bleibt, spielt das Hochzeitsfoto eine ganz besondere Rolle. Möglichst kreativ und einzigartig soll das Brautpaar dabei im Mittelpunkt stehen. Inspirationen finden wir dafür jede Menge bei den Fotografen der Stars und Sternchen. 

Hochzeitsbilder wie Lieschen Müller und Max Mustermann wollen wir nicht mehr sehen. Heute sollte es schon etwas Außergewöhnliches sein. Oft genügt bereits eine gute Idee oder eine besondere Location um für ganz individuelle und emotionale Erinnerungsfotos zu sorgen. Wir zeigen, mit welchen Tipps tolle Aufnahmen entstehen können.

Das Foto und die Fotos

Bei jeder Hochzeit gibt es immer zahlreiche Bilder, welche den ganzen Tag über geschossen werden, auf denen spezielle Momente und Situationen festgehalten werden und die besondere Atmosphäre dokumentiert wird. Und dann gibt es noch das eine Foto, bei dem einzig und alleine das Brautpaar im Mittelpunkt steht. Das im Bilderrahmen auf der Anrichte landet und später in guten und in schlechten Zeiten an den wunderschönen Tag erinnert.

Oft wird letzteres auch an einem separaten Termin angefertigt, damit dafür etwas mehr Zeit zur Verfügung steht. Gerade auf diesem einzigartigen Erinnerungsbild soll einfach alles stimmen. Das Outfit, tolles Wetter, gute Lichtverhältnisse – damit auf dem Porträt auch die Emotionen bestens zur Geltung kommen und die beiden Hauptpersonen von ihrer besten Seite gezeigt werden können.

Vorbereitung ist alles

Es ist sinnvoll, sich dazu frühzeitig schon Gedanken zu machen und Ideen mit dem Fotografen abzusprechen. Je genauer das Konzept ausgearbeitet wird, umso besser kann an den einzelnen Details gefeilt werden. Das perfekte Portrait gelingt innerhalb weniger Schritte, wenn die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind und einige Tipps und Kniffe von Profis beachtet werden. So können für Aufnahmen in geschlossenen Räumen beispielsweise noch zusätzliche Beleuchtung oder besondere Requisiten organisiert werden.  

Je mehr bei einem Porträt der Fokus auf den Personen liegt, umso wichtiger werden auch kleinste Einzelheiten wie der Aufnahmewinkel, die Wahl des Bildausschnitts oder der perfekte Sitz der Kleidung bei den Protagonisten. Bereits, wenn kleine Einzelheiten abgewandelt werden, kann dies den Charakter des Bildes stark beeinflussen und verändern. In der Regel werden mehrere Serien geschossen, aus denen dann das beste Foto ausgewählt werden kann. Folgende Punkte sollten berücksichtigt werden, damit unvergessliche Aufnahmen entstehen können:

Fotograf aussuchen: Es ist wichtig, dass die "Chemie" zwischen dem Brautpaar und dem Fotografen stimmt. Wenn sich beide nicht aufeinander einlassen können, fehlt den Bildern oftmals das gewisse Etwas.

Frühzeitig organisieren: Ideen mit dem Fotografen besprechen. Wer eine konkrete Vorstellung hat, kann beispielsweise auch Vorlagen mitnehmen, die zeigen, wie das perfekte Bild aussehen könnte.

Location besichtigen: Wenn das Brautpaar mit dem Fotografen vorher die ausgesuchte Location genauer inspizieren kann, ist es möglich, verschiedene Ideen vor Ort zu besprechen. So können auch die Lichtverhältnisse überprüft und zum Shooting gegebenenfalls zusätzliche Beleuchtung organisiert werden. So kann sich der Fotograf auch optimal auf die Bilder vorbereiten, die an der Hochzeit selbst den ganzen Tag über geschossen werden.  

Zeit einplanen: Außergewöhnliche Fotos brauchen Zeit. Ist ein aufwändigeres Shooting geplant, oder das Wetter spielt nicht so mit wie geplant, sollte über einen alternativen Termin nachgedacht werden. Das Brautpaar ist am Tag der Hochzeit meist nervös genug. Wenn Zeitdruck für die Fotos dazukommt spiegelt sich dies oft auch auf den Bildern wieder.  

Professionelles Styling nutzen: Die Braut begibt sich für den Tag der Tage meist ohnehin in die Hände von Profis, wenn es um Frisur und Make-Up geht. Auch der Bräutigam kann sich vom Fachmann stylen lassen. Gerade bei Porträtaufnahmen hilft auch bei ihm in manchen Fällen etwas Make-Up, um Glanzstellen zu verhindern. So muss er sich keinesfalls hinter seiner Braut verstecken.

Gut beleuchtet auch bei Nacht: Mit der richtigen Vorbereitung kann aus jeder Location das beste herausgeholt werden.
Gut beleuchtet auch bei Nacht: Mit der richtigen Vorbereitung kann aus jeder Location das beste herausgeholt werden. © Fotolia, © minnebaevpro

Zwangloser Schnappschuss oder inszenierte Aufnahme

Gerade beim einzigartigen Erinnerungsfoto wird meist inszeniert. An einer außergewöhnlichen Location kann sich das Brautpaar wie die prominenten Vorbilder in Szene setzen und ablichten lassen. Ein pompöses Schloss, eine sonnenverwöhnte Strandkulisse oder eine luxuriöse Limousine als Requisite – dabei kann der ganz besondere persönliche Hochzeitstraum umgesetzt werden.

Auch dabei zählt die Authentizität und diese kann am ehesten erreicht werden, wenn alle Details stimmen. Vor allem wenn es ums Posen geht, sind wir noch nicht so routiniert wie die Stars, die genau wissen, aus welchem Winkel sie am besten wirken. Aber auch hierzu können wir uns vorher informieren und ein paar Stellungen zu Hause vor dem Spiegel ausprobieren.

Daneben sind aber auch die einzigartigen Schnappschüsse wichtig. Sie halten die unvergesslichen und einzigartigen Momente des Tages fest und dokumentieren neben den zwei Hauptpersonen auch die anderen Gäste, die Location, und vor allem auch die Stimmung. Hier sind es vor allem die unerwarteten Augenblicke, die für tolle Erinnerungen sorgen, wenn sie wirkungsvoll festgehalten werden können. Dabei sollte der Fotograf so unsichtbar und diskret wie möglich auftreten, muss jedoch im richtigen Moment am richtigen Ort sein. Mit diesen Tricks arbeiten die Profis dabei:

Tiefenschärfe nutzen: Aufnahmen mit verschwommenem Hintergrund legen den Fokus auf die Person im Vordergrund und lassen diese oftmals emotionaler wirken.

Bewegung festhalten: Das Brautpaar dreht sich beim Hochzeitstanz im Kreis, weiße Tauben werden in den Himmel entlassen: Bilder mit Elementen die eine gewisse Bewegungsunschärfe aufweisen, wirken dynamisch und lebendig.

Natürlichkeit zählt auch bei inszenierten Fotos. Hier lockert der schiefe Hintergrund die Szene zusätzlich auf.
Natürlichkeit zählt auch bei inszenierten Fotos. Hier lockert der schiefe Hintergrund die Szene zusätzlich auf. © Fotolia, © Wedding Photo

Schwarz-Weiß-Klassiker oder emotionale Farbwirkung

Viele schwören auf Hochzeitsfotos in Schwarz-Weiß. Solche Aufnahmen wirken durch das Fehlen von Farbe zeitlos. Sie werden grafischer und bekommen durch den hohen Kontrast eine elegante, romantische und hochwertige Anmutung. Der Fokus bei solchen Bildern muss noch viel mehr auf die Komposition gelegt werden. Wenn die Farben nicht mehr ablenken, werden kleine Details umso wichtiger und wirken intensiver auf den Betrachter. Emotionen werden dabei durch das Motiv selbst, die Wahl des Bildausschnitts oder auch die Schärfeverteilung erzeugt.

Vor allem die Porträtfotos des Brautpaares werden oft in Schwarz-Weiß angefertigt. Aber auch verschiedene Schnappschüsse wirken ohne ablenkende Farben oftmals besser. Wird zunächst in Farbe fotografiert, kann später auch über ein Bildbearbeitungsprogramm die Sättigung reduziert und eine Schwarz-Weiß Aufnahme daraus gemacht werden.
Farben hingegen sprechen unsere Emotionen viel direkter an. Die dadurch unmittelbar ausgelösten Gefühle können sehr vielschichtig sein und sind jedoch auch im kulturellen oder gesellschaftlichen Kontext sehr unterschiedlich. Farbige Schnappschüsse fangen oft die Atmosphäre einer bestimmten Situation besser ein. Durch eine durchdacht ausgewählte Farbkomposition kann einem Bild auch sehr gezielt ein spezieller Charakter verliehen werden.

Spielen mit der Tiefenschärfe: Eine simple Pose bekommt so auch auf der Bedeutungsebene mehr Tiefe.
Spielen mit der Tiefenschärfe: Eine simple Pose bekommt so auch auf der Bedeutungsebene mehr Tiefe. © Fotolia, © prostooleh

Storytelling statt langweiliger Pose

Hinter guten Fotos steckt in der Regel ein gutes Konzept. Was später spontan oder auch atemberaubend aussieht, wurde in der Regel minutiös vorgeplant. Wer außergewöhnliche Fotos möchte, sollte sich etwas mehr Gedanken machen, als sich nur an einer tollen Location aufzustellen und loszuknipsen.

Ein Bild bekommt eine gewisse Spannung und einen Inhalt, wenn es eine Geschichte erzählt oder eine bestimmte Botschaft vermittelt. Dabei müssen die verschiedensten Komponenten zusammenpassen und gut miteinander funktionieren:

Motiv: Der Hauptfokus liegt auf dem Hauptmotiv. So konzentriert sich auch der Blick des Betrachters darauf und wird nicht abgelenkt.

Story: Einen Ansatzpunkt für eine Story kann bereits die Mimik einer Person bieten. Interaktionen mit anderen Menschen oder auch Gegenständen sind ebenfalls gut geeignet. Wichtig ist, dass das Motiv dadurch eine gewisse Assoziation weckt.

Fokus: Der Blick des Betrachters kann durch eine geschickte Beleuchtung oder die Schärfeverteilung gelenkt werden.

Ein besonderer Trend aus den USA ist das "After Wedding Shooting". Hier wird nach der eigentlichen Hochzeit das Brautpaar noch einmal in ganz besonderen Situationen abgelichtet. Mit einer Braut im brennenden Kleid hat der Starfotograf John Michael Cooper den Hype ausgelöst. Seitdem gewinnt das Motto "Trash the Dress" auch hierzulande immer mehr Anhänger – eine wirklich außergewöhnliche Hochzeitserinnerung.