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Invasion der Tinder-Touristen

Von GRAZIA am Samstag, 23. August 2014 um 18:00 Uhr

Gerade kam raus: Immer mehr nutzen die Dating-App Tinder nicht zur Partnersuche, sondern einfach als Ego-Booster. Das kann aber ziemlich gefährlich werden .

Das nennt man dann wohl Tinder-Überraschung: Bei der extrem erfolgreichen Single-App (Sie wissen schon, nach links wischen bei Gefallen und nach rechts wischen bei Nichtgefallen) melden sich auch immer mehr Leute an, die keinen Partner suchen - sondern einen Kick. Laut einer neuen Studie sind 21 Prozent der Dating-App-User in festen Händen. Planen die dort also einen kleinen Seitensprung?

21 Prozent der Tinder-User haben einen festen Partner

Angeblich nicht, sie wollen sich nur mal umgucken, ohne dass am Ende wirklich etwas läuft - so die Statistik! Im Prinzip so, als wenn man in einer Bar einen süßen Typen anlächelt und später brav zum Boyfriend ins Bett kriecht. Viele Liierte laden Tinder zunächst aus reiner Neugier runter, sie wollen wissen, worüber ihre Single-Freunde da die ganze Zeit reden.

Tinder als Ego-Booster

Sogar Celebrities gehören dazu: Gerade gestand die verheiratete Sängerin Lily Allen (29) auf Twitter, sie habe sich bei der App angemeldet. Der Hype um Tinder, bei dem man Männer mit einem einzigen Klick zum Hottie oder Nottie erklären kann, ist riesig, der Suchtfaktor groß. Klar, mit der App kann man ja auch herrlich das Ego aufpolieren! Begehrenswert ist, wer ganz viele Likes bekommt.

Wie gefährlich ist die App für eine Beziehung?

„Flirt-Apps sind vor allem Unterhaltung und Freizeitvergnügen. Sie schmeicheln dem Selbstbewusstsein, und man hat etwas zu tun, während man zum Beispiel auf den Bus wartet“, weiß Parship-Datingexperte Eric Hegmann. Doch der vermeintlich harmlose Ego-Booster kann auch ganz schön gefährlich für die Beziehung werden. Wer sich das Okay vom Partner holt, ist auf der sicheren Seite. Verheimlichen ist, logo, ein No-Go.

Auch deshalb, weil inzwischen so viele bei Tinder angemeldet sind, dass einem garantiert der Nachbar oder der Arbeitskollege über den (digitalen) Weg läuft – und die Sache auffliegt. Unser Experte rät: „Ich würde Tinder-Tourismus nicht überdramatisieren. Aber ein Partner, der ununterbrochen in einer Flirt-App unterwegs ist, gibt sich zumindest nicht viel Mühe, diese Zeit in die eigene Beziehung zu investieren.“

Überhaupt haben laut Studie 56 Prozent der „Tinder-Fremdgeher“ dabei permanent ein schlechtes Gewissen. Ob es das wert ist?

 

Text: Corinna Ophüls

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