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Inzwischen ein Thema für Frauen und Männer: Fettabsaugung

Von GRAZIA am Montag, 3. Mai 2021 um 13:19 Uhr

Eine einmal im Körper angelegte Fettzelle bleibt ein Leben lang hungrig. Sie ist wie eine leere Tasche, die gefüllt werden will. Wo diese Taschen sich befinden und wie viele es im Lauf des Lebens sind bzw. werden, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Wir klären auf. 

Eine einmal im Körper angelegte Fettzelle bleibt ein Leben lang hungrig. Sie ist wie eine leere Tasche, die gefüllt werden will. Wo diese Taschen sich befinden und wie viele es im Lauf des Lebens sind bzw. werden, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Jedenfalls machen zahlreiche Personen, ganz egal ob Männer oder Frauen, im Verlauf ihres Daseins die Erfahrung: Weder das Einhalten einer Diät noch ein gezieltes Training helfen, um an bestimmten Körperstellen bzw. in den als zu stark gepolstert wahrgenommenen Körperregionen Fettpolster sichtbar schrumpfen zu lassen oder sie gar ganz zum Verschwinden zu bringen. In diesen Fällen kann man darüber nachdenken, Fett absaugen zu lassen.

Welche Körperpartien sind betroffen?

Fett lagert sich in verschiedenen Körperregionen an. Sehr häufig werden Fettabsaugungen im Bereich von Bauch und Hüften vorgenommen.

Es handelt sich um eine durchaus sinnvolle Maßnahme des menschlichen Körpers, den Speicherstoff Fett einzulagern, da wir ein genetisches Programm besitzen, das keinen Kühlschrank, keine Konservendose und keinen Vorrat einkalkuliert – es könnten magere Zeiten kommen und (aus Sicht des Organismus´) die Fettpolster dann eine Lebensversicherung darstellen. Fettdepots im Bereich der Verdauungsorgane, also in der Nähe des Bauches und im Bereich der Hüften, befinden sich schon ziemlich genau dort, wo sie im Ernstfall für das Überleben in mageren Zeiten sorgen können: keine langen Transportwege. Bei Frauen ist die Neigung zum Anlegen von Fettreserven unter anderem deshalb ausgeprägter, weil die Belastungen einer möglichen Schwangerschaft sozusagengenetisch mit einkalkuliert werden: Damit ein im Mutterleib heranwachsendes Kind stets ausreichend energetisch versorgt ist, lagert der weibliche Körper das Fett so ein, dass es dem Embryo oder Fötus leicht verfügbar gemacht werden kann.

©istock/ PeopleImages

Aus den oben genannten Gründen zählen Fettabsaugungen an Bauch und Hüfte zu den häufigsten Eingriffen dieser Art. Vor allen Dingen Frauen ab dem mittleren Alter neigen außerdem dazu, an den Oberarmen Fett einzulagern. Die oft als "Winkärmchen" abfällig bezeichneten Problembereiche zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch Training und Diät nicht gestrafft werden können. Die Neigung zu Fetteinlagerungen in den Oberarmen ist individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Ebenso verhält es sich mit dem Körperfett in den Beinen: Während manche Personen schlanke, muskulöse Beine haben, deren Silhouette sich durch Training positiv beeinflussen lässt, leiden andere an dicken Beinen bis hin zu den sogenannten Reiterhosen. Die Beine Betroffener wirken aufgebläht, bisweilen sind die Verformungen durch die Fetteinlagerungen so stark, dass sogar das Gehen beschwerlich wird.

Fett im Bereich des Gesäßes hat oft eine genetische Ursache. So bezeichnen Fachleute eine bestimmte Form der Fettspeicherung am Po als "Fettsteiß". Auch hier bleiben meistens Gymnastik und Sport sowie eine Diät wirkungslos.

Dasselbe gilt für Fettpolster im Gesicht. Die lagern sich vorwiegend an Wangen und Kinn an. Sie bleiben unbeeindruckt von sportlichen Übungen. Man unterscheidet drei gängige Methoden, um eine Fettabsaugung durchzuführen, die mit wissenschaftlichem Namen übrigens Liposuktion heißt:

  1. Tumeszenz-Technik: Hier handelt es sich um die wohl am häufigsten bei der Fettabsaugung zur Anwendung kommende Methode. In die Körperpartien, die verschlankt werden sollen, wird eine Lösung aus unterschiedlichen Wirkstoffen gespritzt. Es handelt sich um eine Mischung, die zum einen aus physiologischer Kochsalzlösung besteht, darüber hinaus aus lokalen Betäubungsmitteln, gefäßverengenden Mitteln sowie Bikarbonat. Die medizinische Lösung soll während ihrer etwa halbstündigen Einwirkzeit dafür sorgen, dass Fettzellen aufquellen; dadurch lösen sie sich vom umgebenden Gewebe, sodass eine Absaugung möglich wird.
  2.  Vibration: Bei den Vibrationen setzt man darauf, dass die Fettzellen mechanisch vom umgebenden Gewebe abgelöst werden, um sie schließlich absaugen zu können.
  3. Ultraschall:Ultraschall wird bei der Fettabsaugung ganz ähnlich wie eine mechanische Vibration genutzt, um Zellverbände aufzulösen und die Fettzellen für die Absaugung vorzubereiten.

Mit welcher Form von Narkose ist der Eingriff verbunden?

Je nach Indikation, Wunsch der Patienten und Umfang des Eingriffs kann eine lokale Betäubung, ein Dämmerschlaf oder eine Vollnarkose während der Liposuktion eingeleitet werden.

Was erwartet Patienten nach der OP?

In der Regel und bei einem komplikationslosen Verlauf können Patienten den Eingriff ambulant durchführen lassen. In der Nachsorge ist es wichtig, sich an die Empfehlungen der Ärzte zu halten, ab wann wieder ein sportliches Training möglich ist. Patienten, die eine Fettabsaugung haben durchführen lassen, müssen für mehrere Wochen ein sogenanntes Kompressionsmieder tragen. Ähnlich wie der allgemein bekannte Kompressionsstrumpf übt so ein Mieder auf die behandelten Körperregionen Druck aus. Das verhindert in der Folge der Operation Schwellungen und hilft dem Körper, die gewünschte Form anzunehmen.

©iStock

Unbedingt auf eine erfahrene Klinik setzen!

Ja, eine Fettabsaugung ist ein Routineeingriff und es gibt viele männliche und weibliche Patienten, die gute Erfahrungen damit gemacht haben. Trotzdem handelt es sich nicht um eine Bagatelle! Nicht umsonst werden beispielsweise die gefäßverengenden Maßnahmen durchgeführt, um Nachblutungen zu verhindern.

Außerdem ist es notwendig, um eine Liposuktion durchführen zu können, Schnitte zu setzen, durch die das überschüssige Material abgesaugt werden kann. Diese Schnitte an den richtigen Stellen und so zu setzen, dass sie hinterher nicht unästhetische Narben zurücklassen, ist eine Frage der Kompetenz und Erfahrung. Mit jedem Eingriff, der die Körperoberfläche durchbricht, ist ein gewisses Infektionsrisiko verbunden. Nur seriöse Kliniken, die entsprechend sterile Operationsbedingungen bieten können, sollten von einem verantwortungsbewussten und umsichtigen Patienten für die Ausführung einer Fettabsaugung in Betracht gezogen werden. Vor allen Dingen, wenn Fettabsaugungen im Gesicht durchgeführt werden sollen, muss sichergestellt sein, dass absolute Fachleute diese Arbeiten übernehmen.

Deshalb sollten Patienten bei der Wahl ihrer Klinik für eine Liposuktion umsichtig vorgehen und darauf achten, ihre Gesundheit in ebenso kompetente wie seriös arbeitende Hände zu legen.

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