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Kosmetik und Hanf: Wie passt das in der Praxis zusammen?

Von GRAZIA am Montag, 9. März 2020 um 17:28 Uhr

Kosmetik und Hanf: Das sind zwei Wörter, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben, und doch hat ein Derivat von Hanf in den letzten Jahren in der Kosmetikbranche zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die Rede ist von CBD – einem von über 100 Cannabinoiden, die in der weiblichen Hanfpflanze vorkommen. CBD steht für Cannabidiol und wird mithilfe des Prozesses der Decarboxylierung aus Hanf gewonnen. Verwendet als Salbe, Creme oder Lotion kann CBD beispielsweise Entzündungen bekämpfen und Hautunreinheiten vermindern. 

CBD-Produkte mittlerweile in den unterschiedlichsten Formen erhältlich 

Hanf ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt und weist auf den ersten Blick keinerlei Parallelen zur Kosmetikbranche auf. So ist Cannabis den meisten Menschen hauptsächlich aufgrund seiner berauschenden Wirkung bekannt, die beim Konsum durch das enthaltene THC ausgelöst wird. CBD ist jedoch mit THC nur insofern verwandt, als dass beides Cannabinoide sind, die in der Hanfpflanze vorkommen. Cannabidiol hat keinerlei berauschende Wirkung – dafür werden ihm viele positive Effekte auf den menschlichen Organismus nachgesagt. 

Für die Kosmetikbranche sind vor allem CBD-Cremes, CBD-Salben, CBD-Lotionen und Cannabis-Öl interessant. Während erstere unter anderem im Drogeriemarkt und in der Apotheke erworben werden können, steht letzteres als reines Cannabis-Öl bzw. CBD-Öl aus 100 Prozent natürlichem Cannabis in zahlreichen Online-Shops zum Verkauf. 

Wichtig ist beim Erwerb eines jeden Produkts auf Qualität zu achten. Das Öl sollte ein hochwertiges Vollspektrumöl darstellen, das entsprechend zertifiziert ist. Gentechnik, Geschmacksverstärker, künstliche Konservierungsstoffe und Farbstoffe haben in qualitativen Erzeugnissen nichts verloren. Die Preise für CBD-Öl variieren je nach inhaltlicher Konzentration sowie erworbener Menge und betragen etwa 60 Euro für 10 Milliliter. Während die Cremes und Salben auf die Haut aufgetragen werden, wird das Öl in Tropfen konsumiert und unter die Zunge gegeben, bis es von den Schleimhäuten aufgenommen worden ist. 

Im kosmetischen Bereich dominieren Salben, Cremes und Lotionen 

Allgemein gesprochen hat CBD unterschiedliche Wirkungsweisen, die sich wie folgt charakterisieren lassen:

  • Angstlösung
  • Entzündungshemmung
  • Entkrampfung 
  • Schmerzstillung
  • Übelkeitsbekämpfung

Von besonderem Interesse im kosmetischen Bereich sind die ersten vier Wirkungsweisen. Wer unter geröteten und entzündeten Hautstellen leidet oder rissige und trockene Haut zu beklagen hat, für den spielt Stress im Leben meist eine sehr große Rolle. Und selbst wenn die Erkrankung an sich nicht auf Stress basieren sollte, so werden viele Hautprobleme durch hinzukommenden Stress nur noch verschlimmert.

Die Einnahme von CBD-Tropfen kann zur Entspannung und zur Lösung von Ängsten beitragen und damit allgemein für mehr Wohlbefinden sorgen, welches man auch ausstrahlt. Gleichfalls kann durch die Verwendung von Cremes und Salben lokal etwas für besonders beanspruchte Hautstellen getan werden. Viele Stars wie zum Beispiel Amber Heard und Mandy Moore verwenden CBD-Cremes regelmäßig für ihre Füße, um beispielsweise Druckstellen und Entzündungen von High Heels abklingen zu lassen und Schmerzen so gut es geht in Schach zu halten.

Olivia Wilde geht sogar noch einen Schritt weiter und verwendet eine CBD-haltige Bodylotion, wovon sie sich ein frischeres Hauterscheinungsbild sowie eine straffere Haut verspricht.

Die Wirkung von CBD, die Rechtslage und was die Studien sagen 

Abgesehen davon, dass CBD-Konsum ebenfalls dazu beitragen kann, dass sich die Schlafqualität und damit auch das äußere kosmetische Erscheinungsbild wie von selbst verbessert, herrscht im Zusammenhang mit CBD-Produkten hierzulande viel Verwirrung. Wichtig ist zunächst, die genaue Wirkungsweise zu verstehen. 

Sie basiert auf einer Ansprechung des körpereigenen Endocannabinoid-Systems, das ein Bestandteil des menschlichen Nervensystems ist. Es findet sich im Gewebe, in fast allen Organen und zum Großteil auch in der Haut. Dieses System steuert die komplexen körperlichen Funktionsweisen auf unterschiedlichste Art und kann durch die Existenz der CB1- und CB2-Rezeptoren aktiv beeinflusst werden. 

Wird dem Körper nun CBD zugeführt, gelangt der Wirkstoff auf diesem Wege in den Organismus und entfaltet seine Wirkung entweder lokal oder im gesamten Körper. Sämtliche frei verkäufliche CBD-Produkte dürfen als Nahrungsergänzungsmittel maximal 0,2 Prozent THC enthalten, da sie ansonsten als verschreibungspflichtiges Medikament gelten. 

Übrigens: Dass der Hype um CBD nicht nur reines Marketing ist, sondern die versprochenen Wirkweisen tatsächlich eintreten können, wurde mittlerweile in den unterschiedlichsten Studien weltweit nachvollzogen. 

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