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Fan-Sein ist Männersache? Fehlanzeige!

Von Isabella Schröder am Mittwoch, 16. Januar 2019 um 10:55 Uhr

Genau betrachtet ist Fan ja schon ein sexistisches Wort. Oder gibt es etwa die Fan-in? Nein. Damit entsteht im Bild des Zuhörers oder Lesers immer eher ein Bild eines FCB-Schal-schwingenden Kerles mit bemalten Backen und Gag-Hut in Landesfarben als dem einer Lady, die das Gleiche tut. Ist doch normal? Männer interessieren sich eh viel mehr für sowas als Frauen? Das ist ein Vorurteil, das sich leider immer noch hartnäckig hält. Dabei spielen Frauen eine immer tragendere Rolle in den Südkurven dieser Welt. Dieser Artikel klärt auf.

Fan-Frauen emanzipieren sich

Für Schlagzeilen sorgte letzten Sommer erst der Verein Lazio Rom – und zwar nicht etwa mit einem Aufstieg oder sonstigen Frohbotschaften. Nein: Die männlichen Fans des blau-en Vereines erdreisteten sich tatsächlich zu einem Versuch, die weiblichen Fans aus den vorderen Reihen zu verbannen. Rechtfertigen wollten sie dies mit einem ungeschriebenen Gesetz, das ihren „Schützengraben“ vor weiblicher Präsenz schütze. Ein schlechter Witz? Leider nicht. Zumindest erfuhren die Macho-Fans keine Unterstützung vom Club, der sich ausdrücklich von ihnen distanzierte. Die italienischen Frauen lassen sich übrigens auch nichts sagen – und platzieren sich weiterhin so weit vorne, wie sie wollen.

Deutsche Frauen besonders begeistert

Besonders sportwütig sind deutsche Frauen. Hierzulande empfinden sich 78 Prozent der weiblichen Bevölkerung als Fan aktiver oder passiver körperlicher Betätigung. Für einen Marathon oder ein spannendes Match reisen sie schon mal an einen anderen Ort der Welt. Und auch die weibliche Beteiligung an Sportwetten steigt: So setzen mittlerweile auch zahlreiche Frauen auf Gedeih oder Verderb ihres Teams bei Anbietern wie LeoVegas Sportwetten oder bwin. Im Gegensatz dazu sind die Männer viel weniger aktiv: Nur fünfzig Prozent verlassen die gemütliche Couch, um in einem anderen Land einem Sportevent beizuwohnen. Am meisten animiert dazu immer noch Weltsport Fußball, der die Fans am wenigsten Zögern lässt, ihr Lieblingsteam auch im Auswärtsspiel zu unterstützen.

Fanfrauen machen Kultur

Das Phänomen der Fanfrauen hat durchaus Beachtung gefunden – und sogar kulturelle Veranstaltungen hervorgebracht. Erfolgreich verlief im letzten Jahr die Ausstellung der beiden Hamburgerinnen Daniela Wurbs und Antje Grabenhorst, die knapp achtzig Fußball-fans an allen Enden der Welt interviewten und fotografierten. Dabei zeichnete sich ein Bild großer Leidenschaft ab – eine deutliche Message an alle, die die Fangemeinde immer noch aus eher männlichem Blickwinkel denken. Frauen prägen dabei oft nachhaltig die Fankultur eines Vereines. So komponiert Arsenal-Fan Maria Petri mit ihren 79 Jahren im-mer noch zahlreiche Fangesänge, die bei Spielen dann intoniert werden.

Tendenz steigend

Derzeit beträgt der Anteil von Frauen im Stadion noch lediglich 25 Prozent. Problemati-scher als dieser Männerüberhang ist allerdings der Mangel an Respekt, der den Frauen dort entgegengebracht wird. „Wir haben uns im Stadion nicht verlaufen“, wehrt sich Wurbs, die offensichtlich mit anmaßenden Sprüchen männlicher Stadionbesucher Erfahrung hat. Es ist schade, dass Frauen derartiger Gegenwind entgegenschlägt – anstatt dass die Her-ren der Schöpfung sich freuen, Unterstützung bei ihrem allerliebsten Lieblingshobby zu bekommen. Vielleicht finden manche auch einfach nicht sexy, wenn eine Frau angesichts einer unfair vergebenen roten Karte genauso lautstark flucht wie sie. In diesem Fall gibt es schlechte Neuigkeiten: An dieses Bild muss man sich gewöhnen. Denn die Geschichte der weiblichen Fans ist noch lange nicht ausgeschrieben.