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Glückliches Team auf zwei- und vier „Pfoten“: Glücksmomente für den Hund schaffen

Von GRAZIA Deutschland am Mittwoch, 26. Oktober 2016 um 14:21 Uhr

Ein eingespieltes Team, das auch das herbstliche Wetter kaum von einem gemeinsamen Spaziergang abhalten kann. So sollte das jedenfalls bei Hund und Halter aussehen, die sich gegenseitig vertrauen und sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise ihre Zuneigung beweisen. Damit der Vierbeiner glücklich ist und nicht noch dem Herbstblues verfällt, hier ein paar Wege der Schnüffelnase Glücksmomente zu verschaffen:

1. Der volle Napf als nahrhafter Glücksmoment!?

„Du bist was du frisst!?“ Ja, das gilt durchaus auch für den vierbeinigen Kumpanen, der, obwohl er immer wieder für ein Leckerli zu haben ist, nahrhafte Kost zu sich nehmen sollte. Und da der Hund bekanntermaßen nicht selbst die guten von den schlechten Dingen mit einem Schnüffler unterscheiden kann, muss der Halter aktiv werden. Also ab in die Fachhandlung und irgendwas wird sich schon finden?

Ja und Nein, denn finden lässt sich immer was, aber, bei der Wahl des Futters, sollte sowohl auf die Rasse, das Alter und mögliche Erkrankungen des Hundes ein Auge gehalten werden. Wer sich unsicher ist und wenn der Hund das Fressen links liegen lässt, sollte beim Tierarzt nach dem passenden Futter fragen. Aber, egal wie sehr das Hündchen auch bettelt, vom Tisch gibt es nichts. Denn das falsche Futter oder zu viel des „Guten“ sorgen schnell für Übergewicht. Da es sich nach einem kurzen Glücksmoment auf die Hundehüften legt und dauerhaft für eine geringere Lebenserwartung von 20 Prozent sowie Bewegungseinschränkung sorgt – was wiederum für wenig Glücksgefühle sorgt.

Der Glücksfaktor Nummer eins ist also das auch vom Menschen häufig angestrebte Idealgewicht. Um das Gewicht des Hundes zu kontrollieren und ihn auf Dauer glücklich zu machen, sollte das Gewicht immer überprüft werden. Dafür muss der Hund nicht jeden Morgen auf die Personenwaage, sondern ein Griff reicht: Die letzten drei bis vier Rippenpaare müssen durch Fell und Haut noch tastbar und die Taille gut erkennbar sein. Ist dies der Fall, muss selbstverständlich keine strenge Diät gehalten werden, aber dennoch sind die Glückmomente à la Leckerli immer in Maßen zu halten.

Denn eine Handvoll Leckerlis deckt bereits die Hälfte des täglichen Energiebedarfs eines kleinen Hundes – plus die normale Futterzufuhr ergibt das auf Dauer gleich Übergewicht, das unglücklich macht. Wobei natürlich das eine oder andere Leckerli, besonders als Belohnung im Training, einfach sein muss, um dem Hund ein Stück vom leckeren Glück abzugeben. Passend zur bald anstehenden Weihnachtszeit können dann auch Kekse für das kurze Glück für zwischendurch gebacken werden. Als Zutaten eignen sich unter anderem Haferflocken, Bananen, Karotten, Schinken, Eier oder Leberwurst.

2. Glücks-Beschäftigung: Quietschie oder doch lieber Wasserspielzeug?

Die Wurst hat so manch ein Hund nicht nur zum Fressen, sondern auch zum Spielen gern!

Die Wurst hat so manch ein Hund nicht nur zum Fressen, sondern auch zum Spielen gern!

Ach, das quietscht aber schön! Klar, das Quietschgeräusch des Plüschelefanten sorgt für Interesse bei der Schnüffelnase – und wenn es sich dann noch wie von Geisterhand im Spiel mit Herrchen und Frauchen über den Boden bewegt, perfekt. Aber dennoch begeistert nicht jeden Hund das Gequietsche auf Dauer. Entweder es muss Abwechslung her, oder der Ball zum Apportieren wird einfach bevorzugt.

Beim Kauf des Spielzeugs ist nicht nur auf die Größe des Hundes, sondern vor allem auf die Charaktereigenschaften des Vierbeiners zu achten. Wobei auch die Rasse Hinweise für das Spielzeug, das Glück verschafft, gibt. Während Labradore liebend gerne apportieren, jagen Dackel ihrer „Beute“ nur allzu gern hinterher.

Wie wäre es dann zum Beispiel mit einem spielerischen Glücksmoment, in Form von einem Plüschball mit Glubschaugen, der dank Batteriebetrieb selbstständig hin und her rollt und ab und zu sogar ein Hundebellen von sich gibt. Und während wir uns doch oft zum „Lernspiel“ oder überhaupt dem Lernen motivieren müssen, sieht es bei unserem vierbeinigen Freund anders aus. Einige Rassen fordern sogar geistige Beschäftigung förmlich ein und sind nur so ausgelastet und glücklich.

Dafür gibt es mittlerweile einige Intelligenzspielzeuge: Für große und kleine Hunde sowie aus verschiedenen Materialien und mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Mit Schnauze und Pfoten werden Figuren angehoben oder Riegel verschoben, um an Leckerlis zu kommen. Um glücklich zu sein, braucht der Hund neben einem motivierenden Spielgefährten etwa zwei Stunden Bewegung und Beschäftigung am Tag. Noch glücklicher macht dabei unsere durchaus motivierende Anwesenheit. Die gemeinsamen Spielerfolge können dann einfach mit einem Aufnahme-Gadget für das Smartphone festgehalten werden – fürs gemeinsame Fotoalbum versteht sich.

3. Outdoor-Glücksmomente: Zwischen Fitness, Neuland und Schnüffeln

Der Rudellauf durch den Park: Das bringt auch die Glückshormone von Vier- und Zweibeiner auf Trab.
Der Rudellauf durch den Park: Das bringt auch die Glückshormone von Vier- und Zweibeiner auf Trab.

Auf, es geht ab nach draußen! Das lässt sich die Schnüffelnase auch bei regnerischem Wetter meist nicht zweimal sagen. Während kleine Hunde eher mehrere kurze Spaziergänge – etwa drei bis fünf Runden à 15 bis 30 Minuten – benötigen, braucht der große Wuffi etwa zwei einstündige Touren am Tag. Gehört der Vierbeiner jedoch schon zu den älteren Schnüfflern oder hat es mit den Gelenken, dann heißt es: Ruhe walten lassen und die Gassirunde eher kurz halten.

Wobei es keinen generellen Zeitplan gibt, der sich online runtergeladen werden kann und für jede Rasse die passende Spazierzeit hergibt. Wer sich unsicher ist, wie viel Auslastung der Hund benötigt oder wie viel gut für ihn ist, sollte beim Tierarzt des Vertrauens nachhaken – vor allem, wenn es in den Urlaub geht und vielleicht eine ausgiebigere Trekking-Tour mit dem Vierbeiner geplant wird. Gerade im Urlaub bietet eine neue Umgebung verlockendes Neuland für den Hund, dann kann sich einmal die Bergluft um die Nase geweht werden lassen oder mit allen vier Pfoten am Strand mit Herrchen und Frauchen entlang gejoggt werden. Damit der Hund auch im Urlaub glücklich ist, sich nicht überlastet und sich entspannen kann, sollten das Reiseziel und seine Outdoor-Möglichkeiten überprüft und an das Tier angepasst werden.

Aber nicht nur ausreichende Bewegung in unterschiedlichen Revieren, in denen es immer wieder Neues zu erschnüffeln gibt, stimmen das tierische Gemüt glücklich, sondern auch das gemeinsame Erlebnis mit dem Besitzer. Denn eine gute Bindung zwischen Mensch und Tier ist der Grundstein für hundische sowie menschliche Happiness. Um das Miteinander noch zu stärken, kann die Bewegung auch durch ein spezielles Fitness-Training für Vier- und Zweibeiner ergänzt werden. Also warum den Hund nicht einmal mit dem Kommando „Hopp“ dazu animieren, sich auf mit seinen Vorderläufen auf dem liegenden Baumstamm abzustützen, während ihr ihm gegenüber eure Arme für Liegestütze bereithaltet.

Abseits der Outdoor-Tour kann die Bindung zudem durch den neuen Hundesporttrend „Degility“ gefördert werden. Dabei geht es nicht wie beim Agility darum, dass Hund und Halter mit Speed um die Hindernisse laufen müssen, sondern es heißt vielmehr slow down, da beim Degility die gemeinsame Teamarbeit im Vordergrund steht.

4. Ich Mensch, du Hund? Glück durch Gleichberechtigung in Maßen

Mit dem flauschigen Pudel knuddeln? Klar, gleichberechtigtes Kuschelprogramm für Jederhund und Jederfrau!
Mit dem flauschigen Pudel knuddeln? Klar, gleichberechtigtes Kuschelprogramm für Jederhund und Jederfrau!

„Du vermenschlichst deinen Hund!“ „Und ist das so schlimm?“ Ja, da hat jeder seine ganz eigene Meinung zu. Sind denn Menschen so unerträglich? Gut, kommt auf die Person an, aber in Bezug auf die Hundeerziehung wird das Thema Vermenschlichung erst einmal als etwas Negatives wahrgenommen. Denn mit diesem Begriff wird in der Regel eine nicht artgerechte Haltung verstanden und nicht das der Hund einen menschlichen Namen bekommt oder für ihn in der  Weihnachtszeit spezielle Hundekekse gebacken werden und ein Geschenk unter dem Baum parat liegt. Denn das macht den Vierbeiner durchaus glücklich, da er ein Stück vom Menschenglück abbekommt.

Jedoch muss der Hund natürlich – so schwer es manchmal auch fallen mag – Hund sein dürfen. Das kann er am besten in einer Beziehung, die auf Gleichberechtigung beruht, in der auch der Hund durchaus mal entscheiden darf, wohin der Spaziergang denn so führen und enden soll. Jedoch ist es natürlich dennoch wichtig, den Hund anzuleiten, denn bei der Erziehung geht es nicht darum die Oberhand zu haben, sondern einen Grundgehorsam zu erreichen, welcher die Bedürfnisse von Hund und Halter erfüllt und zudem Sicherheit für beide gibt.

Generell gilt auf den lieblichen Hundeblick einzugehen oder dem eigenen Bedürfnis, die Angst bei Gewitter einfach wegzustreicheln, nachzugeben, bedeutet für den Hund nur zusätzliche Probleme. Denn bei der Erziehung geht in einigen Fällen Rationalität vor Sentimentalität. Angst oder auch lautes Bellen wird durch Zuwendung nur noch verstärkt – und das bedeutet für dich und dein Tier weniger Glücksmomente als vielmehr Stressmomente.