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Männer vs. Frauen: So unterschiedlich sind sie wirklich

Von Isabella Schröder am Freitag, 24. Mai 2019 um 15:38 Uhr

Gegensätze ziehen sich an, heißt es – dabei erscheinen Männer und Frauen doch in so vielen Dingen grundverschieden. Kein Wunder, dass da selbst simple Sachen wie die Kommunikation manchmal scheitern und das kann so allerhand Probleme in Beziehungen verursachen. Aber sind Frau und Mann tatsächlich so unterschiedlich? Oder sind sie nicht am Ende doch ähnlicher als gedacht? Wir haben für euch die Antwort!

Natürlich gibt es offensichtliche Unterschiede zwischen Mann und Frau, auf die wir an dieser Stelle nicht näher eingehen müssen. Irgendwie scheint es ja aber doch Beziehungen zu geben, die funktionieren und auf mehr basieren als nur Sex. Schlussendlich sind es die Gemeinsamkeiten, welche verbinden und nicht die Unterschiede, die trennen. Gleich und gleich gesellt sich gern, ist deswegen eine ebenso verbreitete Weisheit. Es ist daher an der Zeit, einmal Licht ins Dunkel zu bringen, denn viele Mythen à la „Männer können nicht multitasken und Frauen nicht Auto fahren“ halten sich hartnäckig. Damit ihr also nicht weiter Energie darauf verschwenden müsst, herauszufinden, welches Geschlecht stärker, klüger oder besser ist, nehmen wir die wichtigsten Fragen für euch genauer unter die Lupe. Wie verschieden sind die Geschlechter tatsächlich und wo gibt es Gemeinsamkeiten?

•    Von wem gibt es „mehr“?

Zwar ist das Verhältnis von Männern zu Frauen insgesamt relativ ausgewogen, dennoch beträgt die Verteilung natürlich nicht exakt 50:50. Aber wusstet ihr, dass es auf der Welt mehr Männer gibt? Von den rund 7.63 Milliarden Menschen sind etwa 49,55 Prozent Frauen. Insgesamt leben knapp 70 Millionen mehr Männer als Frauen auf dem Globus. In Deutschland ist die Verteilung hingegen umgekehrt: Hier leben etwa zwei Millionen Frauen mehr. Umso interessanter ist das bei einem Blick in die Führungsetagen der großen Unternehmen, wo hierzulande die Frauen erschreckend unterrepräsentiert sind. 

•    Wer verdient mehr?

Das beantwortet direkt die zweite Frage: Zwar gibt es in Deutschland etwas weniger Männer, diese sind jedoch beruflich deutlich erfolgreicher, was sich auch auf dem Gehaltscheck bemerkbar macht: Rund 21 Prozent weniger verdienen Frauen als Männer in einer vergleichbaren Position. Als „Gender-Pay-Gap“ wird diese Problematik bezeichnet, jedoch wird sie durch einige Faktoren verzerrt. So arbeiten Frauen beispielsweise häufiger in Teilzeit, wählen eher Berufe mit geringer Bezahlung und haben seltener eine Führungsposition inne. Nach Bereinigung liegt die Lohnlücke daher „nur“ noch bei rund sechs Prozent

•    Wer denkt häufiger an Sex?

Immer wieder werfen Frauen dem männlichen Geschlecht vor, ständig an Sex zu denken und ihr Verhalten danach zu steuern – frei nach dem Motto: „Der will sowieso nur das Eine“. Stimmt das? Forscher an der Ohio State University möchten herausgefunden haben, dass Männer durchschnittlich 19 mal pro Tag an Sex denken. Eine deutsche Studie kam hingegen zu dem Ergebnis, dass dies etwa alle 30 Minuten der Fall ist. Ausgehend von 16 Stunden Wachrhythmus, wäre das dann sogar 32 mal. Bei einer britischen Studie lautete das Resultat hingegen 13 mal. Sie alle kamen jedoch zu der Erkenntnis, dass das bei Frauen deutlich seltener passiert. 

•    Wer ist unzufriedener mit seinem Gewicht?

Manche Mythen scheinen also tatsächlich einen wahren Kern zu haben. Aber trifft das auch für jenen zu, dass alle Frauen sich zu dick fühlen, Männer mit sich hingegen zufrieden sind – trotz kleinem Bierbauch? Das überraschende Ergebnis lautet hier: Nein! Zumindest ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern diesbezüglich verschwindend gering. Fast die Hälfte der Frauen ist mit ihrem Gewicht vollkommen zufrieden. Rund 45 Prozent fühlen sich zu dick und die verbleibenden fünf Prozent zu dünn. Und bei den Männern? Da sind ebenfalls nur gute 50 Prozent mit ihrer Figur rundum zufrieden. Ein Viertel fühlt sich hingegen zu dick, das andere zu dünn. Zumindest was das angeht, sind Mann und Frau also doch nicht so verschieden!

•    Wer raucht mehr?

Männer und ihre Laster – die sorgen bei vielen Frauen für ein genervtes Augenrollen. Tatsächlich rauchen in Deutschland rund 31 Prozent der Männer und 26 Prozent der Frauen. Allzu groß ist dieser Unterschied also nicht. Bei E-Zigaretten sieht das Bild schon etwas klischeehafter aus: 76,5 Prozent der Dampfer sind dementsprechend männlich. Sie versuchen zum Großteil, über die E-Zigarette mit dem Rauchen aufzuhören. Rauchende Frauen probieren das zwar ebenfalls häufig, scheitern jedoch in zwei Dritteln der Fälle. Einen wirklichen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt es hier also bei genauerem Hinsehen nicht!

•    Wer trinkt mehr Alkohol?

Werden die Herren der Schöpfung beim Alkohol ihrem schlechten Ruf gerecht? Leider ja! Laut WHO trinken Männer mehr als doppelt so viel wie Frauen und sterben sogar häufiger daran: Von insgesamt 14.500 deutschen Alkoholtoten im Jahr 2012 waren knapp 11.000 männlich. Alles in allem sind die Zahlen aber rückläufig – es gibt also noch Hoffnung auf Besserung. 

•    Wer lebt länger?

Da drängt sich die Frage auf: Hat der Alkoholkonsum etwas damit zu tun, dass Männer durchschnittlich fünf Jahre früher sterben als Frauen? Jein! Tatsächlich neigen Männer eher zu starkem Alkoholkonsum sowie weiteren gesundheitsschädlichen Verhaltensweisen. Zudem suchen sie seltener und später einen Arzt auf, wenn sie Erkrankungen haben – sie sind schließlich das „starke“ Geschlecht. Sollten sie doch einmal flachliegen, kurieren sie sich kürzer aus, oftmals sogar unvollständig, und schwächen dadurch ihren Körper. Und zuletzt fahren sie auch noch im Straßenverkehr weniger vorsichtig. Es gibt also viele Gründe, weshalb Männer tendenziell kürzer leben. Die Hauptursache liegt dabei in unvernünftigem Verhalten. „Hab ich’s doch gewusst“, werden sich jetzt viele Frauen denken!

•    Wer ist intelligenter?

Sind Frauen also schlauer? Beide Geschlechter behaupten schließlich gerne, der beziehungsweise die Klügere zu sein. Ein Blick auf das Gehirn beantwortet aber die Frage, wer klüger ist eindeutig: Niemand! Prinzipiell unterscheidet sich dieses nämlich zwischen Mann und Frau nicht. Während Männer beispielsweise in puncto räumliches Vorstellungsvermögen in Tests meist besser abschneiden, sind Frauen oft sprachlich begabter. Schlussendlich bleiben die Talente aber eine Frage der individuellen Persönlichkeit sowie Förderung und kein Geschlecht ist von Natur aus klüger – oder eben dümmer.  

•    Wer redet mehr?

Männer sind also unvernünftig – na und? Dafür sind alle Frauen Quasselstrippen! Noch so ein Klischee, welches einfach nicht totzukriegen ist. Wissenschaftler an der University of Arizona konnten nun aber herausfinden, dass Frauen durchschnittlich 16.000 Wörter pro Tag sprechen. Und Männer? Ebenso! In den Untersuchungen, welche ganze sechs Jahre andauerten und mehr als 400 Probanden umfassten, sprachen die Frauen schlussendlich nur wenige Worte mehr pro Tag. Ganz so wortkarg sind die Herren der Schöpfung also doch nicht…

•    Wer kommt schneller?

Diese Frage würden wohl alle Frauen ohne zu zögern mit „Er“ beantworten. Tatsächlich brauchen Männer bis zum Orgasmus nur durchschnittlich vier Minuten. Frauen müssen sich hingegen elf Minuten gedulden – wenn Mann so lange durchhält. Dafür wird sie mit einem 20- bis 60-sekündigen Höhepunkt belohnt, wohingegen der männliche Orgasmus nur rund sieben Sekunden dauert. Kein Wunder also, dass es bezüglich dieses Themas immer wieder zu Konflikten kommt.

•    Und wo liegen die Gemeinsamkeiten?

So viel zu den Unterschieden. Wenn ihr nun aber denkt, dass Männer und Frauen tatsächlich aus verschiedenen Welten kommen, müssen wir euch eines Besseren belehren: Schlussendlich haben Frau und Mann mehr Gemeinsamkeiten als Verschiedenheiten. Das gilt für die Genetik, die kognitiven Leistungen und die Intelligenz im Allgemeinen. Am Ende sind wir doch alle nur Menschen und suchen nach denselben Dingen im Leben sowie in Beziehungen: Freundschaft, Sicherheit, Geborgenheit, Spaß, Vertrauen, Liebe. Das ist also auch bei den Männern nicht nur Sex!