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"No-Buy": So ist es, einen Monat lang kein Geld auszugeben

Von Martyna am Montag, 4. Februar 2019 um 11:31 Uhr

Der Januar ist bei vielen der Sparmonat schlechthin. Wir haben es auf die Spitze getrieben und 31 Tage lang keinen einzigen Cent ausgegeben. Ein Erfahrungsbericht über den neuen Minimalismus…

Der Dezember ist teuer! Weihnachten zum Jahresende und auch die fälligen Versicherungen im ersten Monat des neuen Jahren gehen ganz schön ins Geld. Grund genug für viele, zu Beginn des neues Jahres auf die Sparbremse zu treten. Doch anstatt bloß auf einen Shopping-Rausch zu verzichten, haben wir es auf die Spitze getrieben und die gesamten ersten 31 Tage nichts ausgegeben (Miete, Strom, Wasser, Telefon und Internet nicht eingeschlossen) – nicht einmal etwas für Lebensmittel…

"No-Buy": So funktioniert der Sparmonat

Der Begriff des "Nichtskaufens" hat in den vergangenen Jahren immer mehr Anhänger und Interessenten gefunden. An zum Konsum verleitenden Tagen gibt es sogar richtige Anti-Bewegungen wie den "Buy Nothing Day" in den USA, der passenderweise am Black Friday stattfindet, also dem Tag, wenn sich Menschen bei Walmart um den letzten reduzierten Fernseher streiten – oftmals mit Fäusten. Denn wir leben in einer Zeit, in der der Konsum allgegenwertig ist. Hier schnell einen Kaffee, dort ein cooles Shirt, im Meeting nebenbei noch ein halbes Dutzend Fitnessriegel bei Amazon bestellt. Und dann kommen dazu noch Weihnachten, der Valentinstag, Geburts- und Jahrestage und der Konsumdschungel ist perfekt – willkommen in der "schönen neuen Welt".

Die Anhänger des Minimalismus versuchen hingegen den Zwängen zu entkommen, wirklich achtsam ihr Geld auszugeben und nicht jeden Schrott zu kaufen. Einige von ihnen geben sich selbst ein Einkaufsverbot, das sogenannte "Shopping Ban", um ihr Leben zu vereinfachen. Das möchte ich auch, also ab in den Null-Euro-Monat! Letztens schaute ich auf meinen Kontostand und dachte mir: "Mensch, sparen musst du!" Und dann überlegte ich, wofür ich eigentlich mein hart erarbeitetes Geld ausgebe (ein Kaffee hier, ein Shirt da…) und dabei fiel mir auf, dass ich mich gar nicht daran erinnern konnte, wann ich das letzte Mal in 24 Stunden keinen Euro ausgegeben habe. Challenge accepted: Im Januar gebe ich an 31 Tagen keinen Cent aus! 

Kein Shopping im Januar

Den Sales zu widerstehen ist keine leichte Aufgabe, gerade wenn man in einem sehr modeaffinen Büro arbeitet und praktisch täglich eine meiner Kolleginnen mit einem bezaubernden Teil aus dem Zara-Sale um die Ecke kommt. Oft noch mit den Worten:"Guck mal, das hat nur 4,99 Euro gekostet." Aber selbst diese fünf Euro sind zu viel für mich in diesem Monat. Ein Stück hat mich besonders angelacht, denn ich brauchte tatsächlich eine neue Jacke. Oder? Nein, ich habe genügend davon! Brauchen tue ich Wasser, Nahrung und Schlaf, Klamotten hängen massig im Schrank. Und selbst Lebensmittel kann man gratis bekommen. Ja, es ist heutzutage tatsächlich möglich, Essen umsonst zu bekommen und ich spreche nicht von der im-Müll-suchen-Methode. 

Lebensmittel gratis mit Foodsharing


© privat

In den meisten deutschen Großstädten gibt es dank Foodsharing.de nun die Möglichkeitm, nicht benötigtes Essen an seine Mitmenschen abzugeben, wenn man beispielsweise in den Urlaub fährt, anstatt es im heimischen Kühlschrank verderben zu lassen. So kann ein Post auf dem Portal veröffentlicht werden à la "Habe 2 Kg Kartoffeln, ein paar Möhren, Yoghurts und zwei Liter Milch abzugeben" und der Interessent kann die Ware direkt abholen oder einen Treffpunkt per Chat vereinbaren. Manchmal machen auch Bio-Supermärkte mit und geben die Lebenmittel, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten wurde oder die für die Frischetheke nicht mehr genügend glänzen, an hungrige Hippies ab. Herangeführt an diese Art "einzukaufen" hat mich eine Freundin. Die betreibt es seit Jahren und gibt nur für Toilettenpapier und Spülmittel Geld aus, den Rest erhält sie gratis. Es gibt massig Kartoffeln, Brötchen und Brot, Salat, Käse und anderen Aufschnitt und sogar leckere rote Beete Wraps und Kaffee – gratis! Der wirklich einzige Nachteil: Man muss alles mitnehmen, was der Markt nicht mehr verkaufen kann aber das sind widerrum super News für den Rest der Clique, denn die bekommen massig ab. Einmal in der Woche wird abgeholt und das reicht dicke. Viele Dinge habe ich am Ende nicht geschafft zu essen, aber der Rest war lecker und tatsächlich umsonst! 

Kein Geld, keine Hobbies?

Muss nicht unbedingt sein, denn es gibt auch Konzerte und Events, die keinen Eintritt kosten und ein Leitungswasser gibt es vom Barpersonal, wenn man nett fragt, kostenfrei. Auch in Sachen Sport kann man sparen. Um die herrliche Hamburger Alster herum kann man nicht nur for free joggen, es gibt dort sogenannte Trimm-dich-Pfade, auf denen Sportgeräte stehen wie im teuren Fitnessstudio. Als Transportmittel eignet sich nur das Rad während des Spar-Monats. So kommt man schnell von A nach B und ein bisschen was für seine Fitness tut man ganz nebenbei. 

Nach 31 Tagen ohne Geld auszugeben ist mein persönlicher Fazit, dass das Leben für einige Zeit zu minimieren, eine gute Idee ist. Natürlich habe ich gespart, doch das wichtigste, was ich aus diesem Experiment gezogen habe ist, ein besseres Verständnis zum Geld im Allgemeinen. Nun weiß ich, worauf ich täglich nicht verzichten möchte, wann ein Kauf wirklich zu meiner Lebensqualität beiträgt und was ich wiederrum getrost sein lassen kann. Meine Lebensmittel werde ich weiterhin "retten", denn der Zeitaufwand lohnt sich und man tut auch noch etwas für die liebe Umwelt. Was ebenfalls weiterhin verbannt bleibt, ist der Kaffee zum Mitnehmen. Stattdessen gibt es einen selbst gemachten von zu Hause im Thermosbecher und bei Shopping-Touren werde ich in Zukunft darauf achten, keine unnötigen Dinge zu kaufen und mich nicht allzu oft von den großen SALE-Schildern Locken zu lassen. Ich shoppe, was ich brauche und so fühlen sich die kommenden Käufe nach einer echten Belohnung an, ganz ohne Bauchweh beim nächsten Blick auf den Kontostand. 

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