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Du kommst im Job auf keinen grünen Zweig? An diesen 6 Gründen könnte es liegen

Von Isabella am Freitag, 30. November 2018 um 10:35 Uhr

Wenn man jeden Morgen mit Bauchweh zur Arbeit fährt, sind die dahintersteckenden Probleme vom fiesen Chef bis zu unangenehmen KollegInnen oft sonnenklar. Doch was, wenn du mit dem Finger nicht so deutlich auf die Probleme zeigen kannst?
 

Erkennst du dich wieder? Du reißt dir alltäglich den Popo auf, gibst immer Vollgas und wirst dennoch bei Beförderungen übergangen, wirst mit KollegInnen nicht richtig warm, fühlst dich dauer-gestresst, obwohl du Bella Hadids Stresskiller-Ratschläge befolgst und hast das nervige Gefühl, niemals auf einen grünen Zweig zu kommen? Sofern du die dahintersteckenden Gründe nicht an sichtbaren Tatsachen festmachen kannst – etwa ein offensichtlicher A-Loch-Chef – ist die Aufklärung häufig problematisch. Das könnte daran liegen, dass die dahintersteckenden Wirk-Mechanismen sich vielfach deinen Kenntnissen entziehen, man vielleicht sogar aktiv gegen dich arbeitet. Schau dir die folgenden Punkte an. Sie alle können dafür verantwortlich sein, dass du im Job leidest. 

1. Du giltst als Rebellin

Wenn Männer und Frauen allgemein schon manchmal schwer zu enträtseln sind, dann gilt das für solche mit Führungsverantwortung doppelt. Denn häufig verfahren die nach „was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“. Da wird in der Stellenausschreibung nach unkonventionell arbeitenden Köpfen gesucht, nach kreativen Problemlösern und Menschen, die nicht alles nach Schema-F machen. Sogar beim Vorstellungsgespräch wird das betont. Doch sobald man eingestellt wurde und genau das tut, hat man bei so manchen Bossen schnell den Titel des Querkopfs weg, obwohl das eigentlich Einstellungskriterium war.  

An diesem Punkt musst du scharf nachdenken, falls deine Stellenausschreibung nicht ganz so offensichtlich war. Gab es vielleicht in der Vergangenheit Aufgaben, die du anders angegangen bist? Mit Lösungswegen, die du vielleicht sogar gegen Kritik verteidigen musstest? Da könnte der Hase im Pfeffer liegen. Denn viele Chefs, besonders in kleinen Unternehmen, wollen eigentlich gar keine Macher, sondern Leute, die genauso ticken wie sie selbst und Probleme genauso angehen. Sie können eigentlich nicht delegieren, müssen es aber und wollen deshalb im Endeffekt einen kleinen „Mini-Me“ von sich installieren. Sobald du Sachen anders angehst, hast du, ungeachtet positiver Ergebnisse, den Rebellinnen-Status weg. Mit allen sich ergebenden Nachteilen. 

2. Du bist nicht in der Clique

Eigentlich sollte es im Beruf darum gehen, wie gut jemand seinen Job macht, oder? Was in der Freizeit passiert, müsste egal sein. Ja, aber in der Realität kommt den menschlichen Fähigkeiten eine oftmals abnorm hohe Bedeutung hinter den Kulissen dazu. Schau dir mal die Zusammensetzung deiner Firma oder Abteilung an. Hängen da viele KollegInnen auch im Privaten miteinander herum? Gehen sie gemeinsam bowlen, machen Ausflüge, Partys, vielleicht sogar unter Einbeziehung des Chefs?

Dann könnte es, falls du nicht in dieser Clique mitmachst, ein schwerer Nachteil für dich sein. Denn ganz gleich ob du gute Arbeit ablieferst, ja sogar während der Arbeitszeit freundlich und kollegial bist (dich also nicht irgendwie absonderst), gilt in so manchen Häusern der „Amigo-Bonus“. Da kommt nur der auf einen grünen Zweig, der auch noch seine Freizeit mit den Kollegas verbringt. Traurig aber wahr – dass du zuhause einen Partner hast, vielleicht sogar Kids, interessiert da nicht. 

3. Deine Job/Persönlichkeitsschere 

Du weißt sicher, dass man sich auch an unbequeme Sachen mit der Zeit gewöhnen kann. Selbst eine etwas zu enge Jeans dehnt sich irgendwann so, dass du dich damit arrangieren kannst. Genau so sieht es auch im Berufsleben aus: Du machst etwas, was eigentlich nicht wirklich zu dir passt. Aber mit der Zeit haben Beruf und du sich arrangiert – „von irgendwas muss man ja leben“, denkst du dir. Doch Tatsache ist, wie in dem Beispiel mit der Jeans wird es nie wirklich passen.

Und solange du das Problem nicht angehst, wird sich auch nie etwas ändern – auch dann nicht, wenn du die Firma wechselst. Das liegt daran, dass es eine Verknüpfung zwischen Persönlichkeit und Aufgabenspektrum gibt. Du bist ein introvertierter Accumulator, der gerne mit trockenen Zahlenkolonnen arbeitet, aber im Job viel Kreativität und Extrovertiertheit benötig? Dann passt es einfach grundlegend nicht, obwohl du dich vielleicht angepasst hast. Und zu jedem Charaktertyp gibt es ein passendes Aufgabenfeld. Das kann für dich allerdings auch bedeuten, dass du dich mitunter beruflich völlig neu orientieren musst. 

4. Du wurdest ge-ghostet 

Eigentlich kennt man das sogenannte Ghosting nur aus der Beziehungswelt – ein Partner beendet jeglichen Kontakt und verschwindet aus deinem Leben, als hätte er nie existiert, wie ein Geist. Allerdings erstreckt sich Ghosting auch auf die Berufswelt, nur in anderer Form. Dazu gibt es im Hintergrund Menschen, die aktiv gegen dich arbeiten. Sie machen dich gegenüber den Vorgesetzten zum Geist. Deine Idee? Stammt gegenüber dem obersten Chef von jemand anderem. Ein Verbesserungsvorschlag, den du eingereicht hast? Traf nie beim Adressaten ein.

Dieses Problem wird umso wahrscheinlicher, je größer eine Firma ist und je mehr Hierarchiestufen es gibt. Faktisch stehst du zwar in den Personalunterlagen, praktisch jedoch landen viele deiner Ergebnisse auf dem Punktekonto anderer. Ein Problem, das du kaum aufdecken kannst. Denn vom nächsten Vorgesetzten über hochrangige Sekretärinnen und diverse KollegInnen kann praktisch jeder dafür verantwortlich sein – und dass du der Ghost bist, kommt mitunter erst nach Jahren zufällig heraus. 

5. Du greifst nicht an

Wenn Arbeit verteilt wird, nimmst du sie immer freundlich an und kämst nie auf die Idee, andere Sachen zu fordern? Den Chef behelligst du nur, wenn es absolut unabdingbar ist? Und niemals würdest du eine Gehaltserhöhung einfordern? Die gute Nachricht: In vielen Häusern bist du mit einer solchen Graue-Maus-Mentalität gerngesehen. Da wünscht man MitarbeiterInnen, die einfach nur ruhig ihren Job machen. In anderen Firmen landest du damit aber auf der Nase. Da kommt nur der voran, der nicht nur empfängt, sondern auch einfordert – egal ob es Arbeit oder mehr Geld ist. Besonders fies: niemand sagt einem das. Du kannst also mitunter jahrelang so arbeiten, während deine KollegInnen an dir vorbeiziehen.

An dem Punkt musst du dich selbst fragen, willst du aus deinem Schneckenhaus herauskommen, dir auch mal leckere Projekte greifen, obwohl sie eigentlich jemand anderes bekommen sollte oder willst du lieber in eine andere Firma, wo man deine Art viel eher zu schätzen weiß? Die Antwort kannst du dir nur selbst geben. 

6. Du bist zu jung oder zu alt 

Eigentlich gibt es in Deutschland einen umfangreichen Katalog an Diskriminierungsverboten. Darin stehen zum Beispiel Verbote, jemanden wegen seines Geschlechts und seines Glaubens zu benachteiligen – oder wegen seines Alters. Ein verzwicktes Problem im Alltag: Du kannst in deinem Job durchaus wegen deines Alters diskriminiert werden, zudem auch noch legal und sogar ohne dass dich jemand wirklich aktiv diskriminieren will. Und das schlimmste: Es kann sogar sein, dass du selbst ein Stück weit (unabsichtlich) dafür verantwortlich bist. Aber wenigstens kannst du dieses Problem selbst herausfinden. Schau dir mal die Altersstruktur deines Unternehmens oder deiner Abteilung an.

Ist sie gut gemischt? Dann wird dieser Punkt wahrscheinlich nicht auf dich zutreffen. Doch sobald das Team einen gewissen Altersschnitt aufweist, von dem du signifikant abweichst, kann es schon passieren. Du bist das Mittzwanziger-„Nesthäkchen“ in einer Firma, in der der Altersdurchschnitt vor deinem Eintritt bei 46 Jahren lag? Du bist die erfahrene 42-jährige in einem Startup-Team aus lauter Leuten frisch von der Uni? Dann kann es sein, dass allein durch diese Tatsache und die unsichtbare Kluft zwischen Alt und Jung (unabsichtlich) Diskriminierung entsteht – schon, weil du und das Team aus unterschiedlichen Generationen stammen.