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Martinique: Dieses Paradies gehört zu Paris

Von Linnea am Dienstag, 24. April 2018 um 11:08 Uhr

Nein, wir sind nicht betrunken – obwohl Martinique auch als Hochburg des Rums gilt. Die französische Insel liegt etwa 6800 Kilometer vom europäischen Festland entfernt. Eine Melange aus Sandstränden, karibischer Sonne und beaucoup de charme. Lea Diemel-Rellecke war dort…

Text: Lea Diemel-Rellecke

Auf Martinique gibt es fast so viele Strände wie Käsesorten in Frankreich. Und, bitte, löcher uns jetzt nicht, welcher der rund 300 am besten ist. Sich zwischen den rauen schwarzen Natursandbuchten mit Regenwaldkulisse im Norden der Insel und den langen feinen Sandstränden mit Palmenpanorama im Süden zu entscheiden, ist genauso wie die Wahl zwischen Aisy Cendré und Camembert: unmöglich. Praktischerweise fällt sie auf dem 73 Kilometer langen und 39 Kilometer breiten französischen Überseedepartement mitten in der Karibik flach. In wenigen Stunden kann man per Mietwagen oder geführter Jeep-Tour die ganze Pracht der sogenannten Blumeninsel erkunden. Auch ist keine aufwendige Vorbereitung nötig. Weil Martinique Teil des französischen Staates und somit auch Teil der EU ist, reicht ein Perso plus Mückenschutz, um bestens ausgerüstet einzureisen. Andere Währung, Auslandstarife fürs Handy: Brauchst du alles nicht. Man surft zu Inlandskonditionen, fährt auf Straßen mit EU-Standard, zahlt mit Euro und kommt (mit ein paar Französischkenntnissen) bequem zurecht.

Außer dem Handytarif erinnert nicht viel an Europäische Union

Schon beim ersten Schritt aus dem Flugzeug hüllt ein Schwall feucht-warme Luft Kopf und Kragen in Tropenstimmung. Seichter Wind vom Karibischen Meer schwappt von der einen Seite über die Insel und prallt mit den beständigen Passatwinden des Atlantischen Ozeans von der anderen in der Nase zu einem salzigen Cocktail zusammen. Apropos: Ein weiteres Aroma, das von hier nicht wegzudenken ist, gehört genauso zu Martinique wie unsere Empfehlung an dieser Stelle, nie mit leerem Magen aus dem Haus zu gehen: Rum. Ohne den probiert zu haben, solltet ihr das "Rum Capital of the World" nicht verlassen. Kann man auch kaum. Mehr Destillerien (fondation-clement.org) als auf jeder anderen Insel in der östlichen Karibik sorgen für regelmäßigen Nachschub an aus frischem Zuckerrohrsaft gebranntem Rhum agricole, Rhum vieux und neun weiteren Sorten. Den Zuckerrohrsirup-Rum-Limetten-Mix Ti Punch trinkt man, ungekühlt, auch schon mal morgens um neun. Mit süßem Planteur, einem Cocktail aus Ananas- und Orangensaft, werden schwül-schöne Abende begossen. Einheimische lassen den Hochprozentigen mit Bananenscheiben, Rosinen oder Kokosnussstücken ziehen, bis das Aroma überwältigend wird.

Martinique ist das "Rum Capital of the World"

Die Stärkung danach: Ein origineller Mix aus französischer, indischer und afrikanischer Küche bringt Köstlichkeiten wie Blaff, einen Fischeintopf mit vielen Kräutern, gefüllte Krebse und Accras, marinierte Teigbällchen mit Stockfisch, auf den Tisch. Auf dem Grand Marché Couvert in Fort-de-France stapeln sich kopfgroße Avocados auf übervollen Holzladen, Stauden der Figue-Pomme-Banane, süß-herbe Tamarinden, Gewürze und Maniok. Mehr Pflanzenpower gibt es weiter nördlich: Dort, wo Saint-Pierre bis vor rund hundert Jahren noch Hauptstadt war. Mit über 800 Grad wütete 1902 der Stratovulkan Montagne Pelée in einer gigantischen Glutwolke über Martinique und legte Land und Wasser in wenigen Minuten in Asche. Neugierige können in Tauchgängen (apapadlo.net) in den Buchten von "Klein-Pompeji" die Wracks der verbrannten Schiffe erkunden. Das grobe Gebirge um den Vulkan wandelt sich einen Steinwurf später in einen tropischen Regenwald. Zwischen Land und Meer bilden Mangroven dichte grüne Mauern, ihre Blätterdächer verweben sich, je tiefer man geht, mit Lianen, meterhohen Bambusbüschen und roten Flamingoblumen – bei Nachteinbruch immer untermalt vom lauschigen Konzert der Antillen-Pfeiffrösche.

Grüne Exotik, Wasserfälle und kreolische Köstlichkeiten

Abenteueranfänger bekommen die Vielfalt der grünen Exotik, Wasserfälle und wildes Pflückobst am besten von einem Guide (juliansvoyages.com) serviert. Und sollte dir die Frage nach der optimalen Strand(ent)spannung immer noch auf der Seele brennen: Setze auf die karibische statt auf die atlantische Seite. Im Resort Club Med Les Boucaniers (clubmed.de) haben Gäste einen direkten Zugang zum Traumstrand La Pointe du Marin nahe Sainte-Anne. Du brauchst dir bloß ein Handtuch aus deinem Bungalow im tropischen Garten der Anlage zu schnappen, um drei Schritte weiter in reinen weißen Sand zu fallen. Wer's wilder mag, schwingt sich auf resorteigene Wakeboards, lernt Wasserski oder schwebt per Katamaran in Richtung des Diamantfelsens südlich von L’Anse Caffar. Brillanter lässt sich dieses exotische Frankreich wirklich nicht erkunden!

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