Lifestyle

Patientin Jana Alex: Migräne-Spritze verringert Knock-outs

Von GRAZIA am Montag, 28. Oktober 2019 um 16:49 Uhr

Jede freie Minute nutzt Jana Alex voll aus. Bei der Studentin dreht sich nicht etwa alles ums Lernen, um Klausuren, um Party. In ihrem Leben steht die Migräne im Mittelpunkt. Seit die 20-Jährige eine neue Antikörper-Therapie macht, hat sie im Alltag wieder mehr Zeit und Energie.

Janas Migräne-Anfälle sind unberechenbar

"Meine Migräne knockt mich jedes Mal völlig aus", erzählt die Biologie-Studentin. Hat sie einen Anfall, reagiert sie äußerst empfindlich auf Licht und Geräusche, muss sich mit einem Kühlkissen auf der Stirn ins Bett legen. Mit geschlossenen Augen und bewegungslos wartet sie ab, bis die hämmernden Schmerzen und die Übelkeit nachlassen.

Acht Millionen Migräne-Patienten gibt es in Deutschland. Jana zählt zu den 1,6 Millionen, die mit einer schwer belastenden Migräne mit unglaublicher Intensität und Häufigkeit leben. Jana weiß nie, wann der nächste Anfall kommt und wie lange er dauert. "Diese Unsicherheit ist immer in meinem Kopf präsent", schildert die Patientin die besondere Belastung. Um den Alltag trotzdem zu meistern, nutzt sie jede freie Minute ohne Migräne doppelt so intensiv: "Ich packe diese guten Tage voll mit Aktivitäten, versuche alles nachzuholen, was liegen bleiben musste oder vieles vorzuarbeiten."

Migräne-Spritze hilft besser als alle Behandlungen zuvor

Jahrelang hatte Jana zehn bis 15 Migräne-Anfälle im Monat. Erst eine neue Antikörper-Therapie konnte ihr helfen: Die Migräne-Spritze hat die Zahl ihrer Anfälle halbiert. Der Wirkstoff wurde speziell für die Vorbeugung von Migräne entwickelt.

Zuvor hatte sie seit ihrer Pubertät zahlreiche Schmerzstiller, alternative Therapieformen und Akutmittel ausprobiert. Dadurch wurde die Migräne teilweise nur noch schlimmer: Als sie einmal versuchte, mit viel Ibuprofen die Schmerzen zu stillen, verursachte die hohe Wirkstoffkonzentration einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz. Noch mehr Tabletten lösten wieder eine Attacke aus.

Mit 18 kamen auch andere Medikamente für sie infrage. Betablocker beispielsweise wirken ebenfalls vorbeugend, haben allerdings starke Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Triptane, die bei akuter Migräne eingesetzt werden, schlugen bei Jana nicht an.


©Mario Ziegler

Migräne-Tagebuch und Internetforen als Stützen im Alltag

Was ihr zumindest ein bisschen geholfen hat, war ein Migräne-Tagebuch. So lernte sie mit der Zeit spezielle Trigger wie plötzliche Wetterumschwünge und Ortswechsel kennen, die bei ihr Migräne auslösen, und konnte diese meiden. In Migräne-Foren im Internet tauschte sie sich zudem mit anderen Betroffenen aus: "Nur wer solche Schmerzen auch kennt, kann nachvollziehen, wie man selbst leidet."

Die Migräne-Spritze schenkt Jana heute eine ganz neue Lebensqualität. "Ich bin fröhlicher und ausgeglichener", freut sich die Patientin. „Das Schönste ist aber: "Ich habe auf einmal wieder so viel mehr Energie und Zeit, die mir früher die Migräne raubte."