Lifestyle

Protzblitz! Hochsaison bei den Rich Kids of Instagram

Von GRAZIA am Sonntag, 3. August 2014 um 15:00 Uhr

Freunde wollen Sie gerade mit geposteten Palmen und Strandfotos neidisch machen? Lächerlich, zeigen Sie denen mal das Blog „Rich Kids of Instagram“. So prahlt man richtig in der prallen Sonne.

Sprung aus dem Heli oder Köpper von der Jacht: Die „Rich Kids of Instagram“, auch bekannt als die schlimmste Angeberbande der Welt, lassen gerade jede gepostete Grill-Thüringer wie ein ziemlich armes Würstchen aussehen – und das kommt einem in Zeiten, in denen Facebook & Co. mit Urlaubsbildern geflutet werden (während man selbst im Büro schwitzt), eigentlich ganz entgegen. Nach dem Motto: Sorry, Leute, euer Pauschalurlaub ist echt kein Grund, neidisch zu werden. Schaut euch mal das an!

Auf dem Tumblr-Blog „Rich Kids of Instagram“ posten Teenager aus Millionärsfamilien bereits seit zwei Jahren ihren Lifestyle (natürlich von Mommy und Daddy finanziert!). Im Stil von „Was lacostet die Welt, und Geld spielt keine Rolex!“. Und in den Sommermonaten haben die Kids natürlich noch mehr Zeit als sonst, die Kohle gedankenlos rauszuhauen. Quasi minütlich trudeln neue „Ich bade in Schampus"-Bilder rein. Denn klar, was macht (fast) genau so viel Spaß, wie im Lamborghini durch Haarnadelkurven zu brettern oder an Deck einer Multimillionendollarjacht zu brutzeln? Richtig: den anderen zu zeigen, wie, wo und mit wem man es tut.

Ganz besonders lässt es gerade Marcus Adolf krachen, 17-jähriger US-Spross eines schwerreichen Vaters: Als er neulich nach Las Vegas jettete, stellte er ein Foto des Fliegers online und empfahl: „Wer einen Privatjet nutzt, sollte Piloten und Co-Piloten Trinkgeld geben, mindestens 10 000 Dollar.“ Is’ klar, Marcus. Ansonsten findet man auf dem Blog in diesen Wochen Motive, die wir auch aus unserem Urlaub kennen, allerdings in der Luxusvariante: der Tennisplatz von Freunden (als Privatheli-Landeplatz), Menschen, die vor Flugzeugen posieren (aber den eigenen!), Drinks am Pool (aus der Magnumflasche Champagner).

All das guckt man sich fasziniert, amüsiert und auch ein bisschen kopfschüttelnd an. Inzwischen wächst im Netz auch die Kritik an den prahlenden Kids: „Wenn die ihr Hirn posten müssten, wäre da ein großer leerer Raum im Schädel“, heißt es etwa. Als wäre das Blog nicht schon genug, hat Maya Sloan, die es sich 2012 ausdachte, gerade „Rich Kids of Instagram: A Novel“ veröffentlicht, quasi den Roman zum Phänomen. Laut US-Kritikern „zum Schreien komisch und angsteinflößend zugleich“. Wie auch immer.

Zumindest kann man ja selbst entscheiden, ob man sich das dekadente Treiben der Rich Kids angucken möchte oder eben nicht. Den Urlaubsbildern der eigenen Freunde und Kollegen mit dem Caipi in der Hand kann man dagegen nur entkommen, wenn man offline geht. Und mal selbst an den Strand fährt.

Foto machen und posten auf keinen Fall vergessen … 

Text: Kalle Schäfer