Lifestyle

Schön gesund: So gut sind Lebensmittel aus Deuschland

Von GRAZIA am Donnerstag, 6. Mai 2010 um 14:50 Uhr

Ja, wir wissen: Agaven-Nektar, Goji-Beeren oder Noni sind bei Gesundheits-Gurus irre angesagt. Aber auch teuer und schwer zu kriegen. Wie gut, dass einige gängige Lebensmittel genauso viel können.

Chicorée 
Das Gemüse mit Schlankmach-Effekt: Sein Bitterstoff Intybin kurbelt Verdauung und Fettstoffwechsel an. Das wissen aber anscheinend nur die Belgier und Franzosen: Erstere verspeisen im Schnitt acht Kilo Chicorée im Jahr, letztere immerhin noch die Hälfte davon. Der Rest der EU bringt es dagegen statistisch gerade mal auf 300 Gramm! Ein Fehler. Denn die kalorienarmen Kolben mit dem herb-bitteren Geschmack killen Darm­parasiten und helfen bei Magenproblemen im Allgemeinen. Die enthaltenen Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe schützen zudem vor freien Radikalen.

Apfel
Er dient tatsächlich der Zahnpflege, wie japanische Forscher feststellten, denn er macht die Enzyme unschädlich, mit denen sich Bakterien am Zahn festsetzen. Angeblich sollen vor ihm auch Herpes­viren kapitulieren, dafür steht aber die wissenschaftliche Bestätigung noch aus. Sicher ist: Sein Pektin hemmt den Appetit, saugt Giftstoffe im Darm auf und senkt den Cholesterinspiegel. Und die Vitamine C, A, E, B1, B6 und mehr als 20 Spurenelemente gibt’s obendrauf.

Chili 
Kaum eine Gemüsesorte ist mittlerweile so gut erforscht wie Chili. Was daran liegt, dass die indische Rüstungs­industrie Studien stark vorantreibt, weil sie hofft, die Schoten als Tränengas einsetzen zu können. Der Inhaltsstoff, der die Roten so interessant macht, heißt Capsaicin und ist für die Schärfe verantwortlich. Für unseren Körper bedeutet das Brennen Schmerz, und zur Abwehr schüttet er glücklichmachende Endor­phine aus. Gleichzeitig gerät er so in Wallung, dass sich der Kalorienverbrauch kurzfristig um bis zu 25 Prozent erhöht!

Pfifferlinge
Der perfekte Fleischersatz für Vegetarier: Pfifferlinge enthalten etwa viermal mehr Eisen als die gleiche Grammzahl Rindersteak und liefern dazu noch diverse B-Vitamine sowie Vitamin C und E. Was dem Immunsystem, der Abwehr von zellzerstörerischen freien Radikalen und – als sehr hübscher Nebeneffekt – der Stärkung unseres Bindegewebes dient.
Paprika
Die Schoten sind prima Verdauungs- und Anti-Pups-Helfer, weil sie die Magen­säure anregen und die Gärung im Darm unterbinden. Dazu enthalten sie extra viel Vitamin C, und das nützt ja eigentlich immer. Paprika, wie wir sie kennen, gibt es übrigens erst seit den 50ern: Bis dahin enthielten alle Sorten Capsaicin
(s. Chili) und waren zu scharf für europä­ische Zungen. Erst eine milde Züchtung aus Ungarn machte sie gesellschaftsfähig.

Feldsalat
Der feine Grüne macht glücklich, weil er aus der Familie Baldrian kommt und opiatähnliche Substanzen enthält, die aufs Nervensystem wirken. Außerdem hat er – dank viel Vitamin C, E, B6, B12 und Omega-3-Fettsäuren – von allen Salaten die höchste Nährstoffdichte im Vergleich zum Kaloriengehalt.

Lauch
Enthält ungeahnte Dinge: Probiotische Substanzen (genau: die aus dem Joghurt!), die die guten Darmbakterien stimulieren, was wiederum das Immunsystem freut. Und die antibakteriell wirkende Schwefelverbindung Allicin, die gibt’s sonst nur im Knoblauch.

Eier
Wären unsere Bauern Marketing-Genies, würden sie für Eier eine Zulassung als Multi-Vitamin-Präparat beantragen. Sie trumpfen mit allen Vitaminen außer Vitamin C auf, enthalten Calcium, Phosphor, Natrium, Eisen, Zink,
Selen – das schafft kein anderes Lebensmittel. Und: Eier sind reich an Phenylalanin. Die Aminosäure ist Baustein für den Botenstoff Noradrenalin, der dafür sorgt, dass man sich unter Stress konzentrieren kann. Außerdem gelten sie als Appetitzügler. Ernährungswissenschaftler sagen, nach zwei Eiern zum Frühstück ist man so satt, dass man danach am Tag rund 400 kcal weniger zu sich nimmt. Wobei dringend zu Bio-Eiern zu raten ist, die haben nämlich noch höhere Nährwerte und dabei ein Drittel weniger Cholesterin.

Kaffee 
Koffein verstärkt die Lipolyse, sprich die Freisetzung von Fettsäuren (die, so leid es uns tut, allerdings nur aus dem Körper verschwinden, wenn sie danach durch Bewegung auch verbrannt werden). Koffein mobilisiert auch das Calcium in den Nervenzellen und hebt den Spiegel des Glückshormons Serotonin. Kaffee soll sogar Parkinson, Gicht und Diabetes hemmen und morgens das Zähneputzen unterstützen: Neuesten Erkenntnissen zufolge wirkt der Bitterstoff Trigonellin nämlich gegen Mund­bakterien.

Alkoholfreies Bier
Versorgt als isotonischer Drink den Körper mit zahlreichen Mineralien und Spurenelementen. Das Gebräu enthält vier Fünftel aller lebenswichtigen Aminosäuren und Zink, was sich positiv auf Haut, Haare und Immunsystem auswirkt. Dazu helfen Eisen und Kupfer bei der Blutbildung, Magnesium stärkt den Herzmuskel. Na dann: Prost!