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Sport bei Erkältung? Nicht unbedingt empfehlenswert!

Von GRAZIA am Dienstag, 23. April 2019 um 14:39 Uhr

Mach langsam, wenn du erkältet bist, sonst bekommst du es am Herzen – wer kennt diesen warnenden Großmutter-Spruch nicht. Aber ernstnehmen? Ist doch nur ein Schnupfen. Und Sport ist schließlich gesund! Dabei kann es tatsächlich gravierende Folgen haben, wenn man sich übernimmt und bei einer Erkältung Sport treibt. 

Wer bei einer heftigen Erkältung Sport treibt, riskiert weitere Entzündungen

Schon bei erhöhter Temperatur solltest du auf jegliche Anstrengung besser verzichten. Denn das damit einhergehende Schwächegefühl hat seinen Grund: Das Immunsystem kämpft für uns um unsere Gesundheit und braucht dafür Ruhe. Wenn wir unseren Körper dann anderweitig fordern, kann er bei der Bekämpfung von Eindringlingen wie Viren und Bakterien nicht die volle Leistung bringen. 

Folgende Symptome sind Alarmzeichen, bei denen du während einer Erkältung auf Sport und andere Anstrengungen verzichten solltest: 

  • erhöhte Temperatur und Fieber
  • Gliederschmerzen
  • extreme Müdigkeit 

Starke Kopfschmerzen können ebenfalls ein Hinweis auf eine schwerwiegendere Erkrankung sein. Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung entsteht zum Beispiel der Druck im Kopf, hinter den Augen und in den Wangen durch Entzündungen, deren Ursprung Schwellungen und sich stauender Schleim sind. Um eine Nasennebenhöhlenentzündung behandeln zu können, ist es essenziell für genügend Ruhe zu sorgen und Sport sollte deswegen erst einmal tabu sein. 

Sport bei Schnupfen: Tempo drosseln

Es macht einen entscheidenden Unterschied, ob du einen grippalen Infekt, eine Nasennebenhöhlenentzündung oder einfach nur einen Schnupfen hast. Wenn nur die Nase läuft und der Hals ein bisschen kratzt, du dich sonst aber auch nach einem normalen Arbeitstag noch fit fühlst, dann ist gegen ein paar Trainingseinheiten in moderater Form nichts einzuwenden. Manchmal lässt sich mit leichtem Sport bei Schnupfen sogar ein Ausbrechen der eigentlichen Krankheit verhindern. Aber auch in diesem Zustand solltest du nicht versuchen, zur Höchstform aufzulaufen und stattdessen lieber auf sanften Ausdauersport setzen. Geeignet sind:

  • zügiges Spazierengehen
  • Walken
  • Nordic-Walking
  • gemächliches Fahrradfahren
  • Schwimmen

Auch, wenn du wieder auf den Beinen bist: mach langsam! Fang nach der Erkältung mit dem Sport vorsichtig an, nimm dir ein paar Tage Auszeit und überanstrenge dich nicht. Steigere dich nach der Sportpause langsam und verzichte zunächst auf volle Power. Du solltest außerdem genug trinken und auf Belastung bei sehr hohen oder sehr niedrigen Temperaturen verzichten, denn solche extremen Bedingungen erschweren dem Immunsystem die Arbeit.

Nach einer waschechten Grippe dauert es länger als bei einer Erkältung, bis Sport wieder erlaubt ist. Am besten ist es, sich hier vom Arzt das Go geben zu lassen. 

Das Immunsystem kann durch Sport bei Erkältung überfordert sein

Bis zu zwei Wochen Pause sind angebracht bei einer starken Erkältung. Sport und körperliche Anstrengung sollten erst einmal tabu sein, denn der Körper muss sich erholen. Gibst du ihm diese Ruhe nicht, kann es durch das Verschleppen der Erkältung zu einem verlängerten Krankheitsverlauf und zu einer Verstärkung der Beschwerden kommen. Denn dann können Komplikationen wie eine Herzmuskelentzündung entstehen. Diese kann wiederum unbehandelt zu Herzrhythmusstörungen oder einer Herzschwäche führen und geht im schlimmsten Fall tödlich aus. Im besten Fall sorgt sie „nur“ dafür, dass du wochenlang keinen Sport mehr treiben wirst, weil strikte Bettruhe angesagt ist. 

Natürlich kannst du den Arzt um Rat fragen, wenn du nicht sicher bist, ob du mit deiner Erkältung Sport treiben darfst. Aber eigentlich genügt es schon, auf die innere Stimme zu hören. Ziehen dich die Beschwerden regelrecht ins Bett oder aufs Sofa, fühlst du dich matt und angeschlagen? Dann ist dein Körper damit beschäftigt, den Infekt abzuwehren. Gönn ihm die Ruhe, die er braucht. Umso besser läuft es danach wieder.

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