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Sylvie Meis exklusiv über ihr neuestes Projekt, ihre größten Vorbilder und ihre Selbstständigkeit

Von Jenny am Montag, 28. Juni 2021 um 11:51 Uhr

Wir haben Sylvie Meis zum großen GRAZIA-Interview getroffen und die erfolgreiche Schönheit verriet uns dabei alles über die Initiative #GründerInnenstadt, die sie unterstützt, ihren eigenen Erfolg und ihre Selbstständigkeit und vieles mehr. 

Sie ist inspirierend, super-erfolgreich und macht sich für andere Frauen stark: Die Rede ist von Moderatorin, Model und Geschäftsfrau Sylvie Meis. Als wahre Business Lady, die selbst die Karriere, die Kindererziehung und den normalen Alltag unter einen Hut bekommen muss, ist für sie Female Empowerment eine echte Herzensangelegenheit. Weibliche Gründerinnen, die gerade in der Corona-Pandemie besonders in wirtschaftlicher Hinsicht litten, will Sylvie deshalb mit der Initiative #GründerInnenstadt unterstützen. Im großen GRAZIA-Interview verriet die Moderatorin nicht nur die Hintergründe des Projektes, sondern teilte auch ihre Tipps für Fempreneurs mit uns, sprach über ihre größten Vorbilder und noch so einiges mehr.

1. Du bist Teil der Kampagne #GründerInnenstadt. Was möchtet ihr mit dieser Initiative bewirken?

Wir möchten uns gemeinsam mit Facebook und Instagram für von Frauen geführte Unternehmen starkmachen, die seit der Pandemie noch stärker als zuvor zu kämpfen haben und sie unterstützen. Hierfür rücken wir die Produkte, die Dienstleistungen und vor allem die individuellen Geschichten der Gründerinnen in den Vordergrund. Darüber hinaus geben Facebook und Instagram ihnen im Rahmen der Kampagne konkrete Hilfestellungen an die Hand, um ihre Digitalstrategie voranzutreiben, zu optimieren und kreative Inhalte zu erstellen. Wir wollen zeigen, wie Online- und Offline-Shoppen sich ideal ergänzen kann und in Kombination eine zukunftsgerichtete Basis für kleine Unternehmen schaffen. 

© Christoph Steinweg

2. Weshalb liegt dir das Projekt #GründerInnenstadt, welches die lokale Wirtschaft und speziell Frauen unterstützt, so am Herzen?

Als die Anfrage von Facebook und Instagram kam, habe ich nicht eine Sekunde gezögert! Das Projekt spricht deutlich an, was aktuell in Deutschland mehr als offensichtlich ist: Frauen und vor allen Dingen Müttern wurde während der Pandemie so viel mehr zugemutet und am Ende leidet darunter das eigene Business – man kann sich ja nicht zerreißen. Dieses Ungleichgewicht soll und darf nicht so sein und nun müssen wir alle zusammen anpacken, um die Unternehmerinnen wieder schnell nach vorne zu bringen. Ich finde es wichtig, dass darauf aufmerksam gemacht wird. In unserer Gesellschaft muss sich hier noch deutlich etwas ändern!

3. Gerade in Zeiten der Pandemie hat der stationäre Handel stark gelitten und tendenziell waren mehr von Frauen geführte Unternehmen betroffen. Welcher Lerneffekt sollte sich deiner Meinung nach daraus ergeben?

Eine Frau, eine Mutter hat so viele Jobs gleichzeitig und angeblich ist das alles selbstverständlich. Ich finde, so soll das heutzutage nicht mehr sein. Es sollte um Gleichberechtigung, Augenhöhe und Unterstützung von allen Seiten gehen. Hier geht es auch gar nicht immer darum, dass die Männer mal mit anpacken sollen, sondern dass die Gesellschaft und die Politik Möglichkeiten schaffen, sodass auch Frauen sich ohne Einschränkungen entwickeln können – in welche Richtung sie auch immer wollen.

Was auch noch einmal deutlicher wurde: Facebook und Instagram sind in solchen Situationen das Sprachrohr zur Welt und wer hat den Großteil seiner Kommunikation nicht schon auf WhatsApp verlagert? Es ist einfach zeitgemäß, hier den gesunden Mix aus Vertrieb, aber auch das Wecken der Neugierde zu kreieren. Die Plattformen sind einfach herausragend für das eigene Marketing. Wie kann man sonst so schnell und vor allem flächenübergreifend seine Zielgruppe erreichen – vor allem, wenn diese nicht in den Laden kommen kann oder darf.

Wie konntest du persönlich in der Corona-Zeit lokale Unternehmen unterstützen?

Indem ich mir das Sortiment online angeschaut habe und dann entweder direkt per Click oder per Telefon geordert habe. Das haben viele kleine Geschäfte in Eppendorf ganz toll gemacht und ihre Produkte so wunderbar auf Instagram präsentiert, dass man sie unbedingt direkt haben wollte.

Ich muss gestehen, ich war ja schon seit sehr langer Zeit sehr auf Online fixiert. Ich kann dort in kürzester Zeit alle Infos erhalten, die ich benötige, um dann beispielsweise eine Kaufentscheidung auch noch spät nachts abzuwickeln. Das gibt schon eine enorme Flexibilität für den Alltag. Ich lasse mich also stündlich von meinen Lieblingsläden via Instagram über die neuesten Trends inspirieren. Das hat mir gerade während des Lockdowns geholfen und ich habe dann oft online bei den kleinen Unternehmen bestellt. Bei uns in Hamburg beispielsweise gibt es so großartige Läden, in denen man Dinge bekommt, die eben nicht schon jeder hat. Hinter diesen Geschäften stecken Menschen, die ihren Traum von einem ihrem eigenen Unternehmen realisiert haben und genau diese Träume möchten wir unterstützen. 

5. Du bist selbst Fempreneur. Wie ist dir dein Erfolg gelungen?

Mit Durchhaltevermögen, Vertrauen in mich selbst und ganz viel Disziplin. Man darf sich auch von Rückschlägen und Enttäuschungen nicht aufhalten lassen. Das ist, glaube ich, mein wichtigstes Learning der letzten Jahrzehnte.

© Christoph Steinweg

6. Du inspirierst als Unternehmerin und Moderatorin viele Frauen. Wer sind deine eigenen Vorbilder?

Ich bewundere zum Beispiel Frauen wie Jennifer Lopez und Jessica Alba enorm für ihren Geschäftssinn. Frauen und Mütter über 40, die sich einfach auf ihrem Weg und bei ihren Zielen nicht aufhalten lassen.

7. Wer selbstständig ist, der zweifelt sicher auch mal am eigenen Erfolg. Was hat dich in solchen Situationen gestärkt?

Ich habe ein unfassbar großes Vertrauen in mein Team, aber auch in mich selbst. Natürlich hat man manchmal Angst, alles wird einem zu viel oder Themen klappen nicht so, wie man sich das vorgestellt hat. ABER: Aus Rückschlägen lernt man und wenn man zusammenhält, kann man alles schaffen.

Ich glaube fest daran, dass Frauen untereinander stärkere Netzwerke brauchen. Hier können insbesondere Soziale Medien eine große Rolle spielen, um Inspirationen und Kooperationen zu fördern und unterstützen. Es wäre technisch wahrscheinlich ein Leichtes, gewisse Inhalte untereinander zu vernetzen… Wenn Frauen zusammenhalten, kann sie nichts und niemand aufhalten! Nur leider haben das so viele von uns noch nicht verstanden. Neid, Zickereien und Missgunst bestimmen viel zu viele Frauen noch immer. Wenn wir uns gegenseitig helfen würden, anstatt den anderen kleinzureden, dann könnten wir alles erreichen.

8. Was würdest du deinem jüngeren Ich in Bezug auf eine Selbstständigkeit raten?

Hab keine Angst – wenn du liebst, was du tust, ist das der größte Gefallen, den du dir selber tun kannst.

9. Welche Tipps hast du für andere Frauen, die noch mit damit hadern, ob sie sich wirklich selbstständig machen wollen?

Ich kann nur jedem raten, glaube an dich und vor allem zu 100 Prozent an das, was du vorhast. Wenn du dein Business liebst und sich eigentlich kein Tag wie Arbeit anfühlt, dann machst du das Richtige!

Es gibt immer Höhen und Tiefen und die wirklich wichtigen Dinge erlernt man leider meist nur durch die Rückschläge und Enttäuschungen. Aber auch das gehört nun einmal dazu – besonders zum Wachstum. Aufstehen, Krone richten, weiterlaufen. Ein eigenes Unternehmen ist nicht immer einfach. Es gehört Mut, Entschlossenheit und Durchhaltevermögen dazu – ABER, es lohnt sich!

Der gesunde Mix macht es und du solltest dich und dein Produkt, aber auch deine Zielgruppe einfach gut kennen. Social Media ist dein Schaufenster zur Welt – nutze es. #thinkbig Aber verstell dich nicht! Wenn du analog und digital bestehen möchtest, musst du durch und durch authentisch sein.

© Christoph Steinweg

10. Was würdest du dir für die Zukunft wünschen, damit mehr Frauen den Mut haben, zu gründen?

Corona hat mehr als deutlich auf die Missverteilung aufmerksam gemacht, wer in unserer Gesellschaft wirtschaftlich zurückstecken muss. Somit denke ich, die Politik und die Wirtschaft haben die Aufgabe, die Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Frauen dieselben Chancen habe wie Männer. Dazu gehört aber auch ganz wichtig, die Gesellschaft dahin zu erziehen, es zu schätzen, wenn Frauen Karriere machen und es zu verstehen und zu akzeptieren, dass auch eine Frau das Recht darauf hat, erfolgreich zu sein und dafür den notwendigen Weg zu gehen hat.  

Ich fände zum Beispiel den Abbau von Bürokratie für mehr Transparenz wichtig. Es gibt viele deutsche und europäische Förderprogramme, aber diese sind schwer zu finden bzw. zu beantragen. Wie im Angestelltenverhältnis gibt es auch in der Selbstständigkeit eine große Herausforderung für Frauen in der Kinderplanung/Pause. Es gibt keine finanzielle Absicherung durch Elterngeld oder Mutterschutz, dazu kommen die hohen finanziellen Aufwendungen für Fremdbetreuungen der Kinder. Würde man Gründerinnen und Unternehmerinnen hier mehr Sicherheit bieten (erweiterte Sozialleistungen für selbstständige Frauen), dann wäre ggf. auch die Gründerquote weiblicher. 

Wer noch mehr über die inspirierende Persönlichkeit von Sylvie Meis und ihr Projekt erfahren will, der schaut direkt bei ihr auf Instagram vorbei. 💕

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