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Tipps & Tabus in der Schwangerschaft

Von GRAZIA am Montag, 12. Juli 2021 um 15:07 Uhr

Morgenkaffe, Sport, Urlaubsreisen – was ist in der Schwangerschaft verboten und was erlaubt? Hier geht es zu den Antworten!

Tabus in der Schwangerschaft: Do's und Don'ts für werdende Mamas

Die Nachricht einer Schwangerschaft ist für viele Frauen ein besonderer Moment. Neben der Vorfreude auf den Nachwuchs kommen jedoch oft schon bald viele Fragen auf — vor allem beim ersten Kind: Was ist in der Schwangerschaft alles verboten? Solltest du nun besser auf den morgendlichen Kaffee verzichten? Welchen Sport darfst du machen? Und was ist mit der geplanten Urlaubsreise? Hier erfährst du, welche Tabus in der Schwangerschaft gelten und was erlaubt ist.

Sport in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt?

Während Mediziner früher während der Schwangerschaft noch zu körperlicher Schonung geraten haben, wird dies heute nicht mehr empfohlen. Im Gegenteil: Ausreichend Bewegung hat sogar viele Vorteile. Dennoch sind nicht alle Sportarten geeignet:

Do: Moderater Sport in der Schwangerschaft

Sport in der Schwangerschaft ist gut für dich und dein Baby. Die Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung und typische Schwangerschaftsbeschwerden wie Rückenschmerzen lassen sich verringern. Zudem erholen sich trainierte Frauen nach der Geburt oft schneller. Ideal sind vor allem Sportarten wie:

  • Yoga
  • Pilates
  • Schwimmen
  • Nordic Walking

Hier findest du mehr Informationen, welcher Sport in der Schwangerschaft erlaubt ist.

Don't: Sportarten mit hoher Verletzungsgefahr

Du bist begeisterte Extremsportlerin oder Hobbytaucherin? Diese Sportarten sind leider während der Schwangerschaft ungeeignet. Beim Tauchen mit Druckluftflaschen besteht die Gefahr, dass sich Gasbläschen in den Nabelschnurgefäßen bilden, die die Sauerstoffversorgung von Ungeborenen unterbrechen und Fehlbildungen (beispielsweise der Lunge) begünstigen.

Weitere Tabus in der Schwangerschaft sind Kontaktsportarten, bei denen es zu Schlägen oder Tritten (auch gegen den Bauch) kommen kann. Dazu gehören Kampfsportarten wie Karate sowie Tennis oder Volleyball. Und auch Stürze sollten in der Schwangerschaft möglichst vermieden werden. Wenn du dennoch Sportarten wie Reiten oder Mountainbiken nachgehen möchtest, bespreche das am besten mit deiner Frauenärztin.

Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft

Viele Schwangere bekommen vor allem zum Thema Ernährung viele gut gemeinte Ratschläge von Freunden und Bekannten. Diese sorgen jedoch eher für Verunsicherung, als dass sie helfen. Aber welche Speisen sollten werdende Mamas wirklich meiden und wie sieht eine optimale Ernährung für Schwangere aus?

Do: Abwechslungsreicher Speiseplan

Der Nährstoffbedarf von Schwangeren ist etwas erhöht, da sie ihr Ungeborenes mitversorgen müssen. Die Regel "Essen für zwei" gilt aber mittlerweile als veraltet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt erst in den letzten Monaten der Schwangerschaft eine geringfügige Erhöhung der Energiezufuhr (bis zu 10 Prozent). [1] Dagegen ist es wichtig, in der Schwangerschaft auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Vor allem Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte solltest du reichlich in den Speiseplan integrieren. Als Richtwert gelten etwa 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst täglich. Achte zudem darauf, dass du täglich etwa 1,5 Liter Wasser trinkst, bei hohen Umgebungstemperaturen entsprechend mehr. [1]

Spezialfall: Was ist mit Kaffee — ist der Wachmacher in der Schwangerschaft erlaubt?

Ohne Kaffee geht bei dir morgens gar nichts? Dann haben wir eine gute Nachricht für dich: Du solltest koffeinhaltige Getränke während der Schwangerschaft zwar grundsätzlich nur in geringen Mengen trinken, eine Koffeindosis von 200 mg/Tag gilt jedoch als sicher. Eine Tasse Filterkaffee (200 ml) hat einen Koffeingehalt von etwa 90 mg. Das heißt: Du darfst etwa zwei Tassen Kaffee pro Tag genießen ­– sofern du keine weiteren koffeinhaltigen Getränke konsumierst.

Don't: Finger weg von Alkohol und rohem Fleisch

Ein absolutes Tabu in der Schwangerschaft ist hingegen Alkohol. Schon ein geringer Alkoholkonsum kann zu schweren Schädigungen bei Neugeborenen führen, weshalb gänzlich darauf verzichtet werden sollte. Gleiches gilt fürs Rauchen – hier hat vor allem Nikotin eine schädigende Wirkung auf das Baby. Ebenso rät das Bundesinstitut für Risikobewertung von chininhaltigen Getränken wie Tonic Water oder Bitter Lemon ab, die als wehenfördernd gelten und die Gesundheit von Mutter und Kind beeinträchtigen können. [2]

Um das Wohl des Kindes nicht zu gefährden, sollten Schwangere zudem bestimmte Lebensmittel meiden. Doch was ist in der Schwangerschaft verboten? Dazu zählen beispielsweise rohes Fleisch (wie Salami oder Mett), Rohmilchprodukte (wie Camembert) sowie roher oder kaltgeräucherter Fisch (etwa Lachs oder Sushi), da diese Krankheitserreger wie Toxoplasmen, Salmonellen oder Listerien enthalten können.

Urlaub – kein Tabu in der Schwangerschaft

Ein letzter Urlaub nur zu zweit – immer mehr Paare gönnen sich vor der Geburt einen "Babymoon". Das ist eine tolle Gelegenheit, um sich – abseits des Alltags – Gedanken über die Zukunft mit dem Baby zu machen. Aber auch hier gibt es einige Dinge zu beachten.

Do: Auszeit nutzen & Zweisamkeit genießen

Noch einmal verreisen, bevor ein neuer spannender Lebensabschnitt beginnt — das sollten sich werdende Eltern nicht entgehen lassen. Grundsätzlich ist dies auch während der gesamten Schwangerschaft möglich. Im ersten Schwangerschaftsdrittel leiden viele Frauen jedoch an Beschwerden wie Morgenübelkeit. Zudem solltest du berücksichtigen, dass einige Airlines Schwangere kurz vor dem Geburtstermin nicht mehr mit an Bord nehmen, da das Risiko von Schwangerschaftskomplikationen zu hoch ist. Als günstigster Zeitraum gilt daher der 4. bis 7. Monat. Auch bei der Wahl des Reiseziels sind Paare völlig frei. Am besten ist ein Ort, an dem du entspannen kannst und dich wohlfühlst. Bei Reisen in ferne Länder, die eine lange Flugzeit benötigen, solltest du jedoch Rücksprache mit deiner Frauenärztin halten.

Don't: Zu viel Sonne und Hitze

Du hast dich für einen Urlaub in den Bergen oder am Strand entschieden? Sehr schön! Sonne zu tanken ist nicht nur gut, damit der Körper Vitamin D bilden kann, sondern auch für die gute Laune. Dennoch solltest du auf zu ausgiebiges Sonnenbaden verzichten und dich mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 50 eincremen. [3] Denn wegen des veränderten Hormonhaushaltes ist deine Haut empfindlicher und anfälliger für Hautreizungen, Sonnenallergie oder Pigmentflecken. Des Weiteren belastet die Hitze unter Umständen den Kreislauf und dir kann schwindelig werden. Gönne dir daher genügend Sonnenpausen und suche dir öfter auch mal ein schattiges Plätzchen.


[1] Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Einheitliche Handlungsempfehlungen für die Schwangerschaft aktualisiert und erweitert. URL: https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/bevoelkerungsgruppen/schwangere-stillende/handlungsempfehlungen-zur-ernaehrung-in-der-schwangerschaft/#c7080 (08.07.2021).

[2] Bundesinstitut für Risikobewertung: Chininhaltige Getränke sind nichts für Schwangere! URL: https://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2005/17/chininhaltige_getraenke_sind_nichts_fuer_schwangere_-6389.html (09.07.2021).