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Torben Liebrecht: Der Schauspieler von "Das Joshua Profil" im großen GRAZIA-Interview

Von Linnea am Mittwoch, 28. März 2018 um 17:38 Uhr

Er ist die deutsche Stimme von Tom Hardy und Damian Lewis, drehte zusammen mit Weltstars wie Sir Peter Ustinov sowie Joseph Fiennes. Karfreitag ist Torben Liebrecht (40) in der Verfilmung von Sebastian Fitzeks Bestseller-Roman "Das Joshua-Profil" (20.15 Uhr, RTL) als Familienvater Max zu sehen, dem vorgeworfen wird, dass er in naher Zukunft ein schweres Verbrechen begehen wird. Mit GRAZIA sprach der Schauspieler exklusiv über den Dreh, das Phänomen Predictive Policing und seine Zukunftspläne.

Interview: Janina Darm

Du bist gerade in L.A. unterwegs. Was machst du dort?

T.L.: Ich möchte Land und Leute kennenlernen. Bis vor Kurzem bin ich viel zu selten gereist. Ich hatte immer Sorge, ich könnte einen Job verpassen und blieb daheim. Jetzt kann ich endlich all die Freunde verstehen, die schon immer gesagt haben, es gäbe nichts Schöneres auf der Welt als zu reisen. Andere Länder und Kulturen kennenzulernen, ist etwas Wunderbares.

Hast du denn auch Fitzek-Romane dabei?

Nein. Aber das liegt nicht an Sebastian. (lacht) Psychothriller sind nur momentan nicht mein Lieblingsgenre.

Und was stattdessen?

Ich begeistere mich eher für Sachbücher. Aktuell lese ich "Haben oder Sein" von Erich Fromm. Mich interessiert die Frage, wie die menschliche Seele funktioniert – insbesondere in Zeiten, in denen unsere Gesellschaft fast nur noch leistungsorientiert denkt.

Macht dir das Angst?

Angst nicht direkt. Aber wir müssen sicherlich darauf achten, dass wir unsere Menschlichkeit nicht aus den Augen verlieren angesichts all der technischen Innovationen.

Technik ist ein gutes Stichwort. Beim "Joshua-Profil" geht es um Predictive Policing. Eine Methode, durch die man Verbrechen künftig vorhersagen möchte und die tatsächlich erforscht wird. Wie stehst du dazu?

Ich glaube nicht, dass so etwas im Einklang mit in einer freiheitlichen, demokratischen Grundordnung funktioniert, denn es bedeutet eine starke Einschränkung unserer Grundrechte. Mehr Sicherheit gibt es in der Regel nur zum Preis von weniger Freiheit. Und das gewährleistet noch lange nicht, dass Unglücke und Anschläge ausbleiben. Unsere Daten werden inzwischen überall gespeichert und analysiert. Doch wessen Interessen stecken dahinter und verhindert Missbrauch? Ich glaube, da gibt es einfach noch zu viele offene Fragen. Deshalb sollte man vorsichtig mit solchen vermeintlichen Innovationen sein.

Torben-Liebrecht-Joshua-Profil

Wie sieht es aus mit Social Media – nutzt du Instagram & Co.?

Ja, schon. Aber ich achte sehr genau darauf, was ich poste. Viel Privates wird man da nicht über mich finden.

Apropos privat: Hast du eine Freundin?

Mir geht es prima, danke (lacht). Wie gesagt: Jeder muss seine eigene Informationsgrenze ziehen.

Aber du verrätst uns bestimmt, ob es stimmt, dass du für deine Rolle als Max Rhode abgenommen hast?

Ja, insgesamt rund 10 Kilo. Die Figur wurde im Drehbuch als sportsüchtig beschrieben, und die tagelange Jagd durch das flirrende Berlin hinterlässt deutliche Spuren. Sowas kann man nicht einfach in der Maske herstellen, das wollte ich als Gesamtpaket mitbringen. Das hieß für mich: strenge Diät halten und jede Menge Sport treiben. Ich habe gemeinsam mit einem Coach Training und Ernährung umgestellt und lebte fünf Monate lang extrem diszipliniert. Was gar nicht so einfach ist, wenn das Lieblingsessen Käsekuchen ist. (lacht)

Bist du privat auch ein Fitness-Freak?

Ein Freak nicht gerade. Aber ich treibe gerne und intensiv Sport. Unter anderem Krav Maga, ein aus Israel stammendes realitätsbasiertes Selbstverteidigungssystem. Auch fürs Boxen und für Kampfsport im Allgemeinen kann ich mich begeistern. Teamsport wie Fußball hingegen war nie meine Sache. Ich war mal drei Wochen lang ziemlich gut im Handballtor. Danach war diese Karriereoption beendet. (lacht)

Du hattest ja auch andere Pläne… Wie kamst du zur Schauspielerei?

Na ja, als Kind wollte ich ursprünglich mal "Kassettensprecher" werden. Ich fand es faszinierend, was für eine Sogwirkung Hörspiele entwickeln können. Als ich 15 war, habe ich mich dann beim Karate in ein Mädchen verguckt, das in einer Kinder-Schauspielagentur gelistet war. So kam ich mit der Schauspielerei in Kontakt. Wobei ich auch immer noch sehr gerne als Synchronsprecher arbeite. Mich fasziniert beides. Außerdem habe ich noch Regie studiert.

Beim Dreh für das "Joshua-Profil" hast du Sebastian Fitzek kennengelernt, der in einer kleinen Nebenrolle zu sehen ist. Wie wirkte er auf dich?

Er ist ein sensationeller Typ. Sehr klug und wahnsinnig nett. Ich fand es klasse, ihn persönlich kennenzulernen.

Torben-Liebrecht-Sebastian-Fitzek-Joshua-Profil

Hat er dir Tipps zu deiner Rolle gegeben?

Nein, das ist ja eher die Aufgabe des Regisseurs. Romanverfilmungen sind immer eine große Herausforderung. Aber wir hatten Sebastians vollstes Vertrauen und ich denke, wir haben etwas Tolles erarbeitet, hinter dem auch Sebastian sich nicht verstecken muss.

Und was steht bei dir als Nächstes auf dem Programm?

Mein nächstes großes Projekt ist der Umzug von München nach Berlin. Nach 14 Jahren in meiner süddeutschen Wahlheimat wird es Zeit für einen Tapetenwechsel und ich bin sehr gespannt auf die Zeit. Außerdem möchte ich weiterhin reisen. Das steht ganz oben auf meiner Prioritätenliste.

Wohin soll es als nächstes gehen?

Island! Ich habe schon viel davon gehört… Es muss ein faszinierendes Land mit tollen Menschen sein.

Eine Midlife crisis hast du aber noch nicht?

Ach, Quatsch! (lacht) Ich bin gerade erst 40 geworden und fange jetzt an, die Welt so richtig zu entdecken. Das ist fantastisch. Ich kann es gar nicht erwarten!

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