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Trotz und mit Krankheit ins Rampenlicht: So offen gehen Stars an die Öffentlichkeit

Von GRAZIA am Montag, 2. August 2021 um 12:19 Uhr

Transparenz und Offenheit. Das sollte die DAAB-Kampagne #VonUnsFürEuch vermitteln – und das ist auch geglückt. Im Fokus der Initiative des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V. standen bei der Aktion zwei Krankheiten, die nicht immer sichtbar sind, und doch die Lebensqualität gehörig einschränken können: Asthma und Neurodermitis. Die Bundesgeschäftsführerin des Verbandes erklärt: "Ziel unserer Kampagne ist es, Asthma und Neurodermitis ein Gesicht zu geben."

Wer leidet eigentlich unter den Krankheiten, die häufig gemeinsam auftreten?

Die Rapperin Lumaraa ist betroffen. Der Schwimm-Weltmeister Thomas Rupprath erklärte seine Krankengeschichte im Rahmen der DAAB-Kampagne #VonUnsFürEuch. Andrea Gerhard engagierte sich zwar nicht im Rahmen der DAAB-Kampagne, erklärte aber im Interview: "Ich habe die fiesen roten Hautstellen immer bedeckt." Auch die Ex-Bachelorette, Jessica Paszka, leidet an der Hautkrankheit, die – wie sie selbst berichtet – seit ihrer Schwangerschaft wieder schlimmer geworden ist.

Ein offener Umgang – für mehr Unterstützung und weniger Ausgrenzung

Das ist nicht nur die Mission vieler Stars, sondern auch von #hautstark. Gemeinsam bei Neurodermitis.  Die Krankheit zu verstehen, zu behandeln und mit ihr zu leben – das ist die Intention der Seite, die die Hautkrankheit in all ihren Facetten beleuchtet. Im Fokus steht dabei auch das Ziel, die Ausgrenzung zu verringern, unter der viele Betroffenen nach eigenen Angaben leiden. Entstanden ist vor diesem Hintergrund unter anderem ein Film, der gesunde Menschen dabei begleitet hat, Neurodermitis nachzuempfinden. Auch ohne Promi-Präsenz steht #hautstark für fundiertes Wissen und praxistaugliche Tipps, Strategien und Geschichten, wie ein Leben mit Neurodermitis lebenswert sein kann.

Wie viele Menschen leiden eigentlich unter der Krankheit?

Die Europäische Stiftung für Allergieforschung, kurz: ECARF, erklärt, dass die Verbreitung der Krankheit vor allem von Alter und Klima abhängig ist. In Nordeuropa – dort, wo nur wenig Sonnenstrahlen aufzuschnappen sind – leiden etwa 25 Prozent der Bevölkerung an Neurodermitis. An den Küsten im Süden sind gerade einmal ein Prozent betroffen. Deutschlandweit sprechen Experten von zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung, die Hochrechnungen zufolge betroffen sind. Vor allem Babys und Kleinkinder erkranken (23 Prozent) an Neurodermitis. Auch Jessica Paszka leidet bereits seit ihrer Kindheit an der Hauterkrankung.

Eine genetische Veranlagung und Trigger-Faktoren könnten den Allergieforschern zufolge der Grund für eine Neurodermitis sein. Das heißt: Wer die Veranlagung zu Neurodermitis hat, weil bereits Eltern oder Großeltern darunter litten, hat ein größeres Risiko, die Krankheit weiterzugeben. Der Selbstschutz der Haut ist dann ebenso unzureichend ausgebildet wie das Immunsystem.

In der Folge entstehen Hautausschläge – punktuell oder in Schüben. Die Betroffenen berichten von ganz unterschiedlichen Ausprägungen der Krankheit – von trockener Haut, von Juckreiz, von Ekzemen sowie von Schüben leichterer oder mittelschwerer Art. Als einen guten Weg zur Reduzierung der Symptome berichten Betroffene von einer Basistherapie, die die Störung der Hautbarriere stabilisiert, Schübe in ihrer Anzahl oder in ihrer Intensität reduziert und im besten Fall sogar dazu führt, dass Medikamente reduziert werden können.

Eine Krankheit darf nicht zum Ansatzpunkt für Ausgrenzung werden

Dieser Ansatz eint die Initiatoren der DAAB-Kampagne #VonUnsFürEuch und von #hautstark. Gemeinsam bei Neurodermitis. Dabei handelt es sich nicht um die einzigen Initiativen, die dabei helfen, einer Krankheit ein Gesicht zu geben. Eines haben alle Initiativen gemein – den Wunsch, dass eine Krankheit nicht der Grund dafür sein darf, dass Menschen ausgegrenzt werden.


Um gemeinsam für mehr Transparenz und auch Akzeptanz einzustehen – das ist der Ansatz vieler Stars, die offen über ihre Krankheiten sprechen (©pixabay.com/ivanovgood)

So machte Cyndi Lauper mit ihrem Engagement in der Organisation National Psoriasis Foundation klar: Schuppenflechte ist eine Krankheit – und kein Grund, um ausgegrenzt zu werden. Neben dem Namen der bekannten Sängerin lassen sich noch weitere bekannte Stars und Sternchen unter den Engagierten ausmachen, beispielsweise Kim Kardashian. Auch Model Cara Delevingne steht offen zu ihrer Krankheit. Auch wollen Szenekenner eine Psoriasis bei Britney Spears erkennen können, die immer dann besonders deutlich wird, wenn die Sängerin unter Stress steht. Maren Gilzer, Sido, Mark Medlock, Sky du Mont, Ariane Hingst, Liam Gallagher, Art Garfunkel, LeAnn Rimes und andere bekannte Namen finden sich im Psoriasis-Netz mit dem Outing, dass auch sie an dieser Krankheit leiden.

Mit einer Krankheit in die Öffentlichkeit – diese Stars haben es getan

Krankheiten ein Gesicht zu geben, das ist die Intention vieler Promis – auch oder gerade weil dann das makellose Image bröckeln könnte. Brad Pitt hat die sogenannte Gesichtsblindheit namens Prosopagnosie. Lady Gaga hat die chronische Schmerzerkrankung namens Fibromyalgie. Der  Profi-Fußballer David Beckham leidet an einer Zwangsstörung. Selena Gomez hat eine seltene und unbekannte Autoimmunerkrankung. Schier ins Unendliche könnte diese Liste weitergeführt werden. Und unterm Strich werden all diese Stars eine große Portion menschlicher, denn auch vor ihnen machen Krankheiten nicht halt.

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