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Warum durch Corona Beziehungen zu Bruch gehen und wie du deine retten kannst

Von GRAZIA am Freitag, 10. Juli 2020 um 09:04 Uhr

Corona ist nicht nur eine Gefahr für unsere Gesundheit. Das Virus stellt auch etliche Beziehungen auf eine harte Bewährungsprobe. Paare geraten immer öfter aneinander und die Scheidungsraten schnellen in die Höhe. Wieso gibt es während der Pandemie-Zeit so viele Trennungen und Scheidungen? Wie kannst du trotzt Ausnahmesituation eine harmonische Beziehung führen? Wir haben die wichtigsten Antworten auf diese dringenden Fragen aufgeklärt.

Corona ist nicht nur eine Gefahr für unsere Gesundheit. Das Virus stellt auch etliche Beziehungen auf eine harte Bewährungsprobe. Paare geraten immer öfter aneinander und die Scheidungsraten schnellen in die Höhe. Wieso gibt es während der Pandemie-Zeit so viele Trennungen und Scheidungen? Wie kannst du trotzt Ausnahmesituation eine harmonische Beziehung führen? Wir haben die wichtigsten Antworten auf diese dringenden Fragen aufgeklärt.

2020 ist das Jahr, in dem für uns alles anders kam als gedacht. Nicht nur der geplante Sommerurlaub fällt für viele ins Wasser, sondern auch der Alltag muss grundlegend neu strukturiert werden. Sei es beruflich oder privat, das Corona-Virus stellt unser Leben auf den Kopf und betrifft uns in allen Bereichen unseres Lebens. Besonders Familien sehen sich und ihre Organisation des Alltags in diesen ungewöhnlichen Zeiten auf die Probe gestellt. Können die Kinder nicht mehr in die Kita oder in die Schule, müssen Beschäftigungsalternativen gefunden werden und gleichzeitig muss nebenbei ja noch das Home-Office organisiert werden. Keine einfache Sache und eine Doppelbelastung für alle Eltern und Berufstätigen. Aber auch Paare sehen ihre Beziehung auf eine schwere Probe gestellt. Aktuelle Umfragen erwarten eine 5 Mal so hohe Scheidungsrate im Vergleich zu Zeiten vor Corona. (Quelle

Doch wieso ist das eigentlich so? 

Viele Paare halten einfach dem Druck und den Herausforderungen der Pandemie und ihrer Auswirkungen nicht mehr stand. Besonders in Krisenzeiten können grundlegende Zweifel an der Beziehung zu einem Partner auftreten und so lassen sich immer mehr Paare scheiden. Krisenzeiten haben immer zwei Gesichter. Auf der einen Seite wächst die Solidarität und der Zusammenhalt in einigen Familien, auf der anderen Seite trennen sich immer mehr Paare. Die Tendenz geht klar zu letzterem, denn seit Beginn der Corona-Krise sind die Scheidungsraten so hoch wie lange nicht mehr. Mit der Befürchtung einer zweiten Infektionswelle wächst auch die Anspannung in so manch einer Beziehung. Doch was sind die tiefen liegenden, psychologischen Gründe hinter den Scheidungsraten und wie lässt sich eine Trennung vermeiden?

In Krisenzeiten stellen wir grundlegendes infrage

Ob Pandemie, Schicksalsschläge oder andere äußere Einflüsse, kommt es in unserem Leben zu einer Krise, so ändert sich unsere Sichtweise auf sonst so selbstverständliche Dinge. Wir stellen existenzielle Fragen und zweifeln an unserem Leben und an uns selbst. Als erste, impulsive Reaktion sehen viele Paare eine Trennung als Ausweg ihrer Probleme. Doch lösen sich damit auch die mit der Krise verbundenen Probleme in Luft auf? Nicht zwingender Maßen, denn eine Veränderung zum Positiven muss auch ohne einen Partner stattfinden und eine Trennung ist nicht leicht zu verkraften. Paare, die während der Krise zusammenblieben, finden ihre Strategie um schwierige Situationen zu meistern. So kann eine Krise in einer Beziehung auch ein Neuanfang bedeuten, der sich nicht zwingend in einer Trennung äußern muss. Vielmehr kann es auch eine große Chance sein, um sich als Paar neu zu definieren und die Frage zu stellen, wie man besonders in schwierigen Zeiten enger zusammenrücken kann. Wird einem der gewohnte Alltag als Boden unter den Füßen genommen, so wird die eigene Verzweiflung oder Unsicherheit auch schnell auf die Beziehung projiziert. Oft passiert dies vor allem unterbewusst. Das ist der Grund, wieso eine offene Kommunikation besonders bei problematischen Umständen von außen unabdingbar ist.

Wie du deine eigene Beziehung retten kannst

Krisen verleiten dazu impulsive Reaktionen hervorzurufen, daher ist es ratsam die eigenen Denkmuster zu hinterfragen und Abstand von zu vorschnellen Entscheidungen zu nehmen. Extreme Gefühlsausbrüche und Reaktionen sind oft ein Zeichen der Überforderung und meist liegt ein komplexeres Problem dahinter, als es auf den ersten Blick vermuten lässt. Aber auch Beziehungsprobleme, die vor Corona Zeiten unter der Oberfläche brodelten, werden besonders bei Maßnahmen wie der Ausgangssperre hervorgeholt und intensiver wahrgenommen. Abschottung und Konfliktvermeidung sind ein typisches Reaktionsmuster unseres Gehirns in neuen Stresssituationen. Es ist quasi ein Schutzmechanismus vor zu viel Anstrengung. Zurecht, denn es bedarf viel mehr Kraft, Reflexionsfähigkeit und Mut in die offene Kommunikation zu gehen, dem Partner zuzuhören und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Die Trennung und Scheidung erscheint vielen als einziger Ausweg und ist oft die einfachere Lösung. Doch denk daran: Scheidungen kann man vermeiden, wenn die Beziehung auf einer offenen Kommunikation baut. 

Dafür lohnt es sich, den Blick ein wenig über den Tellerrand zu heben und sich auch von außen Hilfe zu suchen. Neben Kommunikationstechniken wie der GfK (Gewaltfreie Kommunikation) gibt es viele Beziehungsratgeber und wertvolle Ressourcen, die frei online zugänglich sind. Hilfe bekommst du zum Beispiel bei Experten Ratgebern wie love-repair.de. Beide Partner sollten bereit sein, sich vollsten auf einen gemeinsamen Veränderungsprozess einzulassen und sich dem Gegenüber zu öffnen. Beachte, dass ein Konfliktgespräch immer aus deiner subjektiven Sicht vonstatten gehen sollte und du es am besten auch versuchst so zu formulieren. Statt den Partner direkt für etwas verantwortlich zu machen, versuche ihm mitzuteilen, wie du die aktuelle Situation wahrnimmst und wie du dich fühlst. Neben eigenen Ängsten und Befürchtungen sollten auch Wünsche und Bedürfnisse zur Sprache kommen. Bestimmte Kommunikationstechniken für Paare, schlagen ausgeglichene Redezeiten für beide Partner vor, in denen der Partner nicht unterbrochen werden darf. Die Kunst des aktiven Zuhörens ist ein wichtiger Baustein einer gelungenen Kommunikation und somit essenziell für eine harmonische Beziehung, die auch in jeder Krise standhaft und stabil bleiben kann.

Kümmere dich um dich und deine Beziehung wird davon profitieren

Besonders in stressigen Situationen neigen Menschen dazu, zu vergessen sich um sich selbst zu kümmern, dabei ist das vor allem in einer Beziehung super wichtig. Nimm dir bewusst Zeit für dich selbst und entkomme dem Stress mithilfe von Meditation oder Entspannungsübungen. Der achtsame und respektvolle Umgang mit dir Selbst wird sich auch positiv auf deine Beziehung auswirken und du wirst deinem Partner entspannter und zufriedener begegnen können.

Fazit

Schlussendlich ist die Krise eine Zeit um unseren Lebensstil, Muster und Routinen zu hinterfragen. Was wir aus dieser Reflexion mitnehmen und wie wir sie eventuell für uns positiv nutzen, liegt in unserer Verantwortung. Natürlich können nicht alle Beziehungen dieser Herausforderung standhalten und besonders in toxischen Beziehungen führt kein Weg an einer Trennung vorbei. Ansonsten lohnt es sich aber nicht zu vorschnelle Entscheidungen zu treffen und gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten.