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Singapur Stadt in 72 Stunden – Übers Wochenende Eintauchen in faszinierendes Fernost

Von Martyna am Montag, 26. September 2016 um 16:26 Uhr

Singapur, der kleine Stadtstaat südlich von Malaysia, kann allein wegen seiner eher überschaubaren Fläche an einem Wochenende erkundet werden. Angesichts des nahe gelegenen modernen Changi-Airports, einer Vielzahl an Shopping-Möglichkeiten und seinerflächenmäßigen Überschaubarkeit hat Singapore Airlines ein Stopp-Over-Programm entwickelt, das Hotelunterkunft, Flughafen-Transfers und erstmalig freien Eintritt zu sechs der bekanntesten Freizeitattraktionen der Stadt bietet.

Dementsprechend von vielen Kurzurlaubern als Kurz- und Zwischenziel auf dem Weg zu weiter entfernten Zielen wie Australien oder Neuseeland avisiert, hat die Asien-Metropole aber auch so manches zu bieten, was auch Potential zum längeren Verweilen in sich birgt. Der nachfolgende Reise-Kurzbericht will aufzeigen, was die Faszination Singapur Stadt ausmacht.

Abhängig vom Vereinten Königreich – britisches Erbe und das Erwachen in Unabhängigkeit

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Der Anreisetag dient der Akklimatisierung und soll helfen, sich auf bevorstehende Eindrücke und Erlebnisse einzustimmen. Was lädt dazu besser ein als ein kurzer, beschaulicherStadtbummel nach dem Flug? Mit der Umgebung zu verschmelzen, sich auf Neuartiges in einer Stadt einzulassen, die von hektischer Betriebsamkeit lebt und neue Kraft aus ihr schöpft, fällt anfänglich etwas schwer: Dichtes Gedränge allen Orten – wen wundert’s angesichts von rund fünf Millionen Einwohnern, die auf einer Fläche von der Größe Hamburgs leben. Die tropisch-schwülen Temperaturen tun ihr Übriges, den Neuankömmling vor nicht zu unterschätzende Herausforderungen zu stellen.

Wohltuend ist da ein Blick auf so manches traditionelle Kleinod im Spannungsfeld zwischenHistorie und Moderne, der die Reisestrapazen quasi im Vorbeigehen rasch vergessen macht. Die Stadt lebt vom Nebeneinanderher von Gegensätzen, im gleißenden Sonnenlicht glitzernde Glasfassaden moderner Hochhausarchitektur kontrastieren eindrucksvoll mit altherrschaftlichen Prunkbauten aus britischen Kolonial-Tagen. Gerade bei einem Bummel entlang des Flusses in Richtung des Kulturtempels Esplanade erhält denn der Neuankömmling erste Eindrücke vom alten kolonialen Glanz der Metropole.

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Stumme Zeugen einer ruhmreichen Vergangenheit machen an vielen Plätzen der Stadt ihre Aufwartung – kein Wunder, hat Singapur doch erst vor rund 50 Jahren seine koloniale Unabhängigkeit erlangt. Und: Obwohl seitdem kaum ein Stein auf dem anderen geblieben ist und sich der Stadtstaat in beständigem Wachstum und stetem Wandel befindet, wurde Historisches mit offenkundiger Liebe zur Geschichte mit Sorgfalt erhalten.

Ein Rundgang durch Singapurs altes Kolonialviertel zeugt von diesem Traditionalismus undbietet einen stimmungsvollen Auftakt zu einer Dreitagestour. Die zwei bis drei Stunden der Auftakt-Tour lassen die Reisestrapazen schnell vergessen.

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts verfügte die Stadt über einen eigenen Hafen, der Singapur schnell zum Handelsposten des Britischen Weltreiches aufstiegen ließ. Ein Besuch eines der Wahrzeichen der Stadt an der Beach Road, Ecke Basah Road ist mehr als empfehlenswert: Das legendäre Raffles Hotel beherbergte einst so illustre Gäste wie Rudyard Kipling, Charlie Chaplin oder auch Winston Churchill. Das im Kolonialstil erbaute und 1887 eröffnete Grandhotel der Luxusklasse erhielt seinen Namen nach dem Stadtgründer Sir Thomas Stanford Raffles.

Ursprünglich nur mit zehn Zimmern im viktorianischen Baustil ausgestattet, verfügt die erste Hoteladresse der Stadt in heutiger Zeit über 103 Suiten, die teilweise mit eigenem Butler angemietet werden können. Jede einzelne Suite mit Möbeln aus Teakholz und Orientteppichen ist in vier Bereiche unterteilt: Salon- und Essbereich, Schlafzimmer,Ankleideraum und Badezimmer.

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Eine der rund 130 größeren Kirchen, Moscheen und Tempel bietet nicht nur ersehnten Schatten und Abkühlung, sondern lädt auch zur kontemplativen Besinnung ein. Grundsätzlich stehen alle Gotteshäuser in der Stadt zur Besichtigung offen. Nach dem obligatorischen Schuhe-Ausziehen vor dem Betreten können Räucherstäbchen gekauft und in die Gefäße vor den Altären gesteckt werden. Unter den Kirchen sticht besonders die Armenian Church St. Gregory an der Hill Street heraus. Vom irischen Architekten George D. Coleman entworfen, wurde die älteste christliche Kirche Singapurs 1835 fertiggestellt und 1973 zum Nationaldenkmal erklärt. 

Weiter geht’s zum 1928 entstandenen Fullerton-Gebäude, dem seinerzeit höchsten Gebäude der Stadt. Der historische Monumentalbau zeichnet sich durch seine neoklassizistische Fassade eines kolonialen Regierungsgebäudes aus. Innen ist das 400-Zimmer-Nobelhotel hochmodern eingerichtet, ein Kaffee auf seiner Terrasse bringt neuen Schwung für die nächsten Anlaufstellen: Supreme Court und City Hall.

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Das Rathaus der Stadt liegt wie das Fullerton Hotel und die St. Andrew Cathedral im Kolonialviertel am Padang, einem alten Cricket-Feld mitten in der Stadt. Vor den Gebäuden im neoklassizistischen Stil befinden sich große Rasenflächen, auf denen während der japanischen Besetzung Singapurs Befragungen und Bestrafungen der Bevölkerungdurchgeführt wurden. Heute dienen die Flächen sportlichen Freizeitaktivitäten.

In dem aus dem Jahre 1855 stammenden Rathaus gibt es heute einen Konzert- und Theatersaal. Nur wenige hundert Meter davon entfernt steht ein weiteres, ehemaliges Rathaus aus dem Jahre 1926. Nach umfassender Restaurierung ist hier nun und im direktdanebenliegenden Obersten Gerichtshof seit 2015 die Nationale Kunstgalerie ansässig. Westlich des ehemaligen Gerichtshofes befindet sich das alte Parlamentsgebäude, das seit 2004 ein Kunst- und Kulturerbe-Zentrum beherbergt. Das neue Parlamentsgebäude liegt direkt an der Nordseite des ehemaligen Parlamentsgebäudes.

Ein Besuch des historischen Zentrums zwischen dem Westufer des Singapur Rivers und des Esplanade Theaters sollte auf keiner „touristischen Speisekarte“ fehlen und ist ideale Anlaufstelle für einen gelungenen Einstieg in die Metropole am ersten Besuchstag.

Auf zum Schmelztiegel Kochtopf – Wie sich bunte Vielfalt in der Kulinarik niederschlägt

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Nach so vielen kulturellen Eindrücken und längeren Fußmärschen beginnt gegen Abend naturgemäß der Magen zu knurren. Nach dem Einchecken im Hotel und einem kühlen Begrüßungscocktail Locken die unzähligen kulinarischen Etablissements der Stadt. Wer sich im Vorfeld hinsichtlich seiner Speiseauswahl noch in Gewissheit wägt, gerät in Singapur Stadt angesichts einer Fülle an diversen kulinarischen Stilrichtungen allzu schnell ins Schwanken. Verantwortlich dafür ist ein buntes Nebeneinanderher von Kulturen, das sich in einer schier unüberschaubaren kulinarischen Vielfalt niederschlägt. 

Ohne Schwierigkeiten kann der Reisende mehrere Wochen im Land verbringen, ohne auch nur zweimal dasselbe gegessen zu haben. Die Preise für ein vollständiges Menü liegen dabei zwischen umgerechnet rund drei und 300 Euro für ein sternereifes Gourmet-Dinner. In der Stadt hat sich eine ausgeprägte Restaurant-Kultur entwickelt, befeuert durch den Umstand, dass ihre in der Regel berufstätigen Bewohner aus Zeitmangel nur selten zu Hause selber kochen. Daher sind gefühlt an jeder zweiten Ecke sogenannte Hawker-Center zu entdecken: Food-Malls mit etlichen kleinen Imbissen, an denen die verschiedensten Köstlichkeiten auf kleinstem Raum zubereitet werden. Die verschiedenen Küchen (chinesisch, malaysisch, indisch und ein paar andere) sind hier wie Perlen an einer langen kulinarischen Kette dicht an dicht aufgereiht.

Auf kurz oder lang kommt kein Urlauber an dem traditionellen Chicken Rice vorbei, einem speziell zubereiteten Reis mit Hühnchen, halb gebraten, halb gekocht. Must-haves sind außerdem Laksa (eine typische Reisnudel-Suppe) und Hokkien-Mee (Bratnudeln Singapur-Style). In der ganzen Stadt gibt es eine unvergleichliche Mischung von bester indischer, malaysischer, französischer und chinesischer Küchen-Kultur.

Müde und gesättigt geht es anschließend zurück zum Hotel, um sich auf eine erholsame Nacht in einer der vollklimatisierten Suiten vorzubereiten und Kraft für den spannenden nächsten Tag zu tanken.

Heißer Samstag – Nonstop-Programm

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Auf einem Stadtbummel überall Multi-Kulti – Vom bunten Nebeneinander der Kulturen

Nach geruhsamer Nacht und Stärkung am Frühstücksbuffet steht am Vormittag des zweiten Urlaubstages in Singapur Stadt ein ausgedehnter Stadtbummel auf dem Programm. Ziel ist zunächst Chinatown: Ein Besuch der Straßen zwischen Pickering Street/Church Street im Norden, Telok Ayer Street/Anson Road im Osten, Cantonment Road im Süden und New Bridge Road im Westen ist nicht zuletzt wegen der erhaltenen Architektur, insbesondere aber der typischen Geschäfte und ihrer Besitzer wegen mehr als lohnenswert.

Das unter Denkmalschutz stehende Viertel besticht durch seine enge Gassen mit einer Vielzahl an exotisch anmutenden, restaurierten Ladengeschäften und chinesischen Restaurants. Einst angelegt von chinesischen Siedlern, reicht die Geschichte Chinatowns bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurück.

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Das Gebiet südwestlich des Singapore Rivers war ziemlich groß und wurde den chinesischen Einwohnern überlassen, da die mitgliederstarke Volksgruppe seinerseits in starkem Wachstum begriffen war. Heute leben die meisten Bewohner Chinatowns in sehr kleinen Wohnungen innerhalb der Hochhausburgen.

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Über die U-Bahn Haltestelle NE4 Chinatown schnell erreichbar, sollte für einen Bummel durch die Ladengassen schon ein ganzer Vormittag eingeplant werden – nicht zuletzt der zahlreichen Tempel wie Sri Mariamman oder Thian Hock Keng wegen. Der Sri Mariamman Tempel ist der älteste und größte Hindutempel in Singapur und nationales Heiligtum wie touristisches Highlight zugleich. Die in der South Bridge Road gelegene Tempel-Anlage wurde im Jahr 1827 als Holzkonstruktion errichtet und rund 15 Jahre später durch Ziegelmauern ergänzt. Mariamman, der der Tempel gewidmet ist, ist eine bekannte hinduistische Göttin und zuständig für Fruchtbarkeit und Gesundheit. 

Die ethnische Vielfalt schlägt sich auch einem Architektur-Stilmix nieder, der unter dem Schlagwort „Chinesisches Barock“ kursiert: Vom Luxus einstiger Kaufleute und der Macht der chinesischen Clans zeugend, verschwimmen die Grenzen zwischen chinesischer Bautradition, italienischem Klassizismus und altgriechischen Einflüssen in für das Viertel stilprägender Weise.

Einst zum Abriss freigegeben. bietet das Stadtviertel ebenso wie Little India und Arab Street mit seinen historischen Gebäuden und Shophouses ausgleichenden Kontrast zu dennüchternen, technokratischen Hochhäusern im Central Business Distrikt.

Weiter geht’s zu Little India, mit der Serangoon Road als Zentrum. Hier reihen sich Shops aller Art – überwiegend betrieben von indisch-stämmigen Singapurern aber auch Gastarbeitern aus Bangladesch und Sri Lanka - dicht an dicht aneinander. Auf einer ausgiebigen Erkundungstour fühlt sich der verblüffte Tourist angesichts von Frauen in ihren bunten Saris, Männern in traditionellen Gewändern mit Turban und dem allgegenwärtigen süßlichen Weihrauch-Geruch wie von dieser Welt entrückt.

Gleiches gilt auch für die letzte Station am Vormittag, dem Viertel der Arab Street, das durch den Islam geprägt ist, zwischen der Jalan Sultan und Rochor Road im Norden und Süden und der Jalan Besar und Beach Road im Westen und Osten gelegen. Neben den vielen kleinen Shops mit traditionellem Kunsthandwerk, orientalischen Stoffen und Teppichen ist ein Besuch der Sultan Mosque eingeplant, einer Moschee mit der größten Gebetshalle der Stadt. Nach ihrem Besuch außerhalb der Gebetszeiten geht es zur Stärkung in eines der vielen kleinen Restaurants, die sich der arabischen Küche verpflichtet fühlen und im Vergleich zum europäischen Preisgefüge mehr als günstig ausfallen.

Im Gedränge einer Touristik-Metropole

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Was Man(n) gesehen haben muss - Eine Stadt und ihre Attraktionen

In den Nachtmittag-Stunden geht es dann zu einigen touristischen Hotspots quer durch die hektisch-betriebsame Stadt. Singapur lockt alljährlich mehrere Millionen Besucher aus aller Welt an. Seine Beliebtheit gründet sich dabei nicht nur auf einer kulturellen wie ethnischen Vielfalt, sondern auch an einzelnen Vorzeige-Projekten und kolonialen Prunkbauten aus längst vergangenen Tagen.Hinein geht’s in ein touristisches Spektakel der Marke Sonderklasse: Der Gegend rund um das Marina Bay Sands samt der künstlichen, grünen Oase in unmittelbarer Nachbarschaft, dem sogenannten „Gardens by the Bay“.

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Jeder Tourist, der sich einen Überblick über Singapur im wahrsten Wortsinn verschaffen möchte, kommt an der Aussichtsplattform auf der Dachterrasse des Marina Bay Sands Sky Parks nicht vorbei, die sich auf dem Dach in einer Höhe von 191 Meter des Marina Bay Sands Hotels befindet. Belohnt wird der Ausflug mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Skyline von Singapur mit ihren bizarr anmutenden Wolkenkratzern. So skurril wie die Betonlandschaft auf den Betrachter wirkt, so ist auch das 2010 eröffnete Resort selber, das durch seine drei Hoteltürme heraussticht. In unzähligen Urlauber-Fotos verewigt, wirken die 191 Meter hohen Türme optisch wie Träger für eine Art Surfbrett, eine 340 Meter lange Plattform. Als eines der höchsten Gebäude der Welt ermöglicht die „Surfbrett-Dachterrasse“ einen 360 Grad Rundblick über die Stadt. Weiteres Highlight der Dachterrasse ist der mit Bäumen bepflanzte Garten und der Pool. Der 1,2 Hektar große Garten sorgt für eine Ruhezone in besonderer Höhe. Ein ganzjährlich hoher Besucheransturm und die schwindelerregende Höhe stellen jedoch an den Besucher besondere Anforderungen.

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Etwas beschaulicher geht es im angrenzenden Gardens by the Bay zu, einem riesigen, ganzjährig geöffneten Parkgelände, das insbesondere durch die sogenannten „Super Trees“ bekannt geworden ist. Zwischen 25 und 50 Metern hoch, stellen die „Super-Bäume“pflanzenbewachsene Stahlgerüste in Baum-Form dar. Nach einem ausgedehnten Spaziergang durch einige der Gärten geht es am Spätnachmittag noch in die angrenzende riesige Einkaufsmall, die „Shops at Marina Bay Sands“.

 Die dank der Klimaanlage kühlen Einkaufspassagen des sehr exklusiven Einkaufszentrums lassen dem Shopping-Enthusiasten keine Wünsche offen. Das Shoppingcenter befindet sich in den Untergeschossen des Marina Bay Sands Hotels, von künstlich angelegten Wasserkanälen durchzogen, die – von einem Gondoliere gesteuert, zu einer beschaulichen Rundfahrt inmitten der Mall einladen.

Wer auf hochwertige Labels steht, ist hier bestens aufgehoben: Dem gehobenen Marina Bay Sands-Ambiente entsprechend finden sich über drei Etagen hinweg neben einigen StreetFashions überwiegend Marken der Luxusklasse.

… und abends früh ins Bett? – Vom neuen Selbstverständnis Singapurs als wachsende Entertainment-Metropole.

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Abends sind die Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben vielfältig. Cafés, Bars und Restaurants sind ebenso gut besucht wie die zahlreichen Clubs. Wer es etwas ruhiger angehen möchte, kann auch sprichwörtlich sein Glück versuchen und sich die Zeit in einer den beiden Spielbanken vertreiben . Als relativ neuer Standort im Bereich des Glückspiels hat Singapur Stadt seine Daseinsberechtigung der Aufhebung des Glücksspielverbotes im Jahr 2010 zu verdanken. Als aufstrebende Spielmetropole Asiens verfügt der Stadtstaat über insgesamtzwei Spielbanken, die neben Spannung im Spiel dem Urlaub auch sonst vielerlei Kurzweilbieten. So finden regelmäßige Musical- und Konzertaufführungen abseits der 350 Spieltische und 2300 Automaten im Marina Bay Sands statt. Und auch das „Resorts World Sentosa“verfügt über ein vergleichbares Casino mit 500 Tischen und 2400 Automaten. Der Eintritt ist für Touristen hier ebenso frei wie im Marina Bay Sands-Casino. Neben dem eigenen Casino besteht der Sentosa-Komplex noch aus über fünf verschiedene Hotels, darunter auch ein Hard Rock-Hotel.

Seitdem Singapur das Glücksspiel erlaubt hat, sind die Einnahmen aus dem Tourismus explodiert: Über fünf Milliarden Dollar setzt Singapur derzeit mit seinen Casinokomplexen um, fast genauso viel wie Las Vegas mit seinen über 40 Casinos. Das Glücksspiel ist Motor für die Wirtschaft und bringt mehr als 50.000 Personen in Lohn und Brot.

Besinnlicher Sonntag – ein geruhsamer Ausklang

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Stadtbummel - Viel Grün: Wenn Beton mit Natur verschmilzt

Der letzte Tag steht ganz im Zeichen einer Erkundung der grünen Lungen Singapurs, ihrerParks und Gärten. Einer Skyline zum Trotz, die zum Markenzeichen desWirtschaftswunderlandes geworden ist, haben die Stadtplaner in den letzten Jahren gegengesteuert und die Anzahl und Größe der Grünflächen deutlich erhöht, um die Stadt als eine Art Stadt im Grünen erscheinen zu lassen. Obwohl sich der Stadtstaat nur über eine Fläche von 700 Quadratkilometer Landesfläche erstreckt und Grund und Boden teuer und begehrt sind, besitzt die Stadt einen Grünanteil von 47 Prozent in Bezug zur Gesamtfläche. Rund 300 Parks gibt es in der Stadt, jedes Hochhaus ist begrünt.

So sind nicht nur die Gardens of the bay grüner Touristenmagnet, die Verantwortlichen haben weder Kosten noch Mühen gescheut, die Vision von einer „Stadt in der Natur“ allen Ortenwahr werden zu lassen – wovon der Besucher profitieren und mindestens dafür einen Tag in seiner Reiseplanung einkalkulieren sollte.

 So wurde beispielsweise in unmittelbarer Nähe zum Marina Bay Sands-Komplex ein riesigerbotanischer Garten auf einer künstlich aufgeschütteten Insel errichtet, der

  • mehr als 100 Hektar Fläche umfasst
  • über eine Milliarde Euro Baukosten verschlungen hat
  • über 130.000 Pflanzen aus mehr als 400 Arten beherbergt. 

Offiziell will die Stadt nicht mehr die „Garden City“ sein, sondern die „City in a Garden“ werden, eine Stadt im Garten.

Wer in der Stadt neu bauen will, muss den Offiziellen zur Genehmigung Aspekte und Konzepte von Nachhaltigkeit in seinen Bauvorhaben nachweisen können. Neue Wolkenkratzer ohne Gartenetagen und Dachgrünflächen gelten in der Stadt als ein No-Go und haben kaum Aussicht auf Realisierung.

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So geht es am letzten Tag zunächst hinein in den Stadtdschungel, dem einzigen Primärregenwald inmitten einer Großstadt weltweit. In Sichtweite der futuristisch anmutenden Beton-Skyline beherbergt der Park wilde Exoten wie Krokodile, Affen und Schlangen. Wer die Natur liebt, sollte sich ein Besuch nicht entgehen lassen, und wird trotz der konstant hohen schwül-heißen Temperaturen mit Exotik pur entschädigt.

Auf kleine Booten geht es weiter durch einen künstlich angelegten Wasserpark, der den größten Flussgebieten der Welt botanisch nachempfunden ist. Selbst seltene Tierspezies wie Pandabären sind in der Regenwaldlandschaft dieser „River Safari“ beheimatet. Anschließend lockt noch ein Besuch der sogenannten “Heritage Gardens“, einer Art gartenarchitektonischen Rückbesinnung auf alte Kolonial-Stile malaysischer, chinesischer und indischer Herrschaftshäuser längst vergangener Tage.

Zum Abschluss lohnt noch ein Besuch des Dragonfly Lakes, einer Seenlandschaft mit überdimensional großen Metallskulpturen in Libellenform. Sie geben ein mehr als reizvolles Fotomotiv ab, bevor die Reise weiter zum sogenannten „Flower Dome“, einer Halle aus Glas und Stahl geht.

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Er wurde 2015 in das Guinness-Buch der Rekorde als das weltweit größte Gewächshaus mit einer Höhe von 38 Metern aufgenommen. Seine Außenhaut aus Stahl und 3332 Glaspaneelen kommt ohne tragende Stützen im Innenraum aus. Auf der 1,2 Hektar großen Fläche findet alle drei Monate eine andere Ausstellung statt, um eine jahreszeitlich wechselnde Vegetation zu simulieren. Kontinentaleuropäische Vegetation wechselt so mit mediterranen Bepflanzungen ab. Um die eher kühlere Temperaturen bevorzugenden „Exoten“ – sprich Tulpen, Narzissen, Rosen etc. - besser zu akklimatisieren, sorgt ein technisch ausgeklügeltes System mit Belüftungsanlagen für konstante Temperaturen um die 23 Grad – rund zehn Grad weniger als die für Singapur typischen Außentemperaturen.

Krönender Abschluss am Nachmittag ist dann noch ein Besuch in der zweiten großen Glaskuppel, unter der auf einer Fläche von 0,8 Hektar tropische Regenwald-Szenarien mit 80-prozentiger Luftfeuchtigkeit bei kühleren Temperaturen nachempfunden sind. Hauptattraktion im sogenannten „Cloud Forest“ ist ein 35 Meter hoher Wasserfall, der sich über eine Metall- und Betonstruktur ergießt. Botanisches Themas ist die tropische Flora und Fauna hoher gelegener Bergregionen. Ein Fahrstuhl befördert den Besucher unter die 58 Meter hohe Kuppel, wo Hochplateaus zum Verweilen einladen.

Joggen an Singapurs Stränden – Leben pur

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Nach einer Ruhepause nach so viel Naturerlebnissen geht es zurück zum Hotel, um sich auf den Ausklang des Tages der eher sportlich-gediegenen Art vorzubereiten: Einem geruhsamen Dauerlauf an einem der hiesigen Stadtstrände. Die Wahl fällt auf Siloso Beach, den zweitgrößten Stadtstrand von Singapur, gespickt mit Bars, Beach Clubs und Restaurants der gehobenen Klasse direkt am Strand. Der Strandabschnitt ist vor allem bei Leuten auf der Suche nach vollverpflegter Erholung beliebt.

Siloso Beach ist ein Sandstrand an der Südküste der Insel Sentosa Resort, mit einer Länge von rund drei Kilometern. Der Besucher wird durch ein Wasserspiel zu den mit Palmen gesäumten Strand geleitet, der einen Aufenthalt und Verweilen der etwas entspannenden Art verspricht. Tatsächlich kommen Einheimische wie Touristen gerade hierher, um die Seele nach so vielen Stadtattraktionen eher auch mal baumeln zu lassen.

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Singapur verfügt über keine natürlichen Strände, Siloso Beach ist wie Palawan oder TanjongBeach künstlich angelegt, mit feinem Sandstrand, Palmen und kleinen vorgelagerte Inseln, die über Pontons erreicht werden können. Da es hier ursprünglich keinen Sand gab, wurde dieser aus Malaysia und Indonesien importiert. Daher gibt es auch so gut wie keinen Wellengang.

Die Bucht gibt den Blick frei auf vorbeiziehende Containerschiffe. Weißer Sand und ruhige Wellen laden auch Familien zum Verweilen ein, Kinder verbringen ihre Zeit mit Strandspielen und fordern dem Strandjogger mitunter etwas an Aufmerksamkeit ab, um keine der zahlreichen Sandburgen zu beschädigen.

Dem Strand vorgelagert ist eine Reihe von künstlich angelegten Inseln, die gleichsam zum Entspannen einladen und einen großflächigeren Blick auf die riesigen Schiffe ermöglichen, die vor dem Hafen von Singapur vor Anker liegen. Sie dienen als Wellenbrecher und sollen verhindern, dass der Sand weggespült wird. Vor dem Strand befinden sich Ölsperren, die Öl und andere Verunreinigungen vom Strand fernhalten. 

Weiterhin auffällig sind die in regelmäßigen Abständen installierten Umkleidekabinen, Duschen und WCs, die einen sauberen und gepflegten Eindruck machen. Als Kontrastprogramm zur hektischen Betriebsamkeit einer Großstadt eignet sich das Beach-Resort allemal, Siloso Beach ist vergleichsweise wenig frequentiert und ideal für eine Auszeit.

Der Abschied und ein Versprechen

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Es ist mittlerweile Abend geworden und die Abreise steht unmittelbar bevor. Also noch etwas zu sich nehmen in einem der zahlreichen Strandrestaurants und dann zurück zum Hotel zum Auschecken, der Flieger wartet.

Nach einem intensiven Dreitages-Programm in einer pulsierenden Metropole wie dieser wird der Wunsch nach einem Wiedersehen wach – zumal Singapur seinem Ruf als „Asiens Schweiz“ durch Sauberkeit, Ordnung und Gepflegtheit mehr als gerecht zu werden scheint.

Lange hatte der „Moloch“ seinen Besuchern vorgegaukelt, es gehe auch ohne Natur: Glastürme, Betonbunker und Verkehrstrassen dominierten für lange Zeit das Bild der Fünf-Millionen-Metropole. Doch inzwischen hat die Regierung Nachhaltigkeit als Standortvorteil erkannt, und der Stadt einen grünen Anstrich verpasst, der sie sympathisch macht. 

Das Klima ist zwar heiß und feucht, für die Vegetation ist das regnerisch-warme Wetter hingegen wie geschaffen: Überall wächst und gedeiht es und wo noch Bauland brachliegt, herrscht tropischer Regenwald. Andererseits bietet die Stadt an vielen Orten und Bereichen kühle, klimatisierte Zonen an, die Stadtoberen lassen es sich offenkundig einiges kosten, den Touristen ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Der erste Eindruck hinterlässt ein für mitteleuropäische Augen eher vertrautes Bild: Von Schmutz, Müllbergen, Obdachlosen, Bettlern, Graffitis und verwahrlosten Bezirken keine Spur. Offenkundig gibt sich die Stadt größte Mühe, rundum schlichtweg schön und sauber zuerscheinen.

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Auch die Dichte an Museen, Tempeln und Prachtbauten aus kolonialen Tagen beeindruckt. Wer mit offenem Auge durch die Viertel schlendert, trifft überall auf gut erhaltene, historischeGebäude. Die Restaurants wirken sauber und gepflegt und locken den Gourmet mit einer interessanten kulinarischen Mixtur aus indischen, malaysischen, französischen und chinesischen Einflüssen.

Alles in allem bleibt ein mehr als positiver Eindruck, der den Abschied schwerfallen lässt und den festen Vorsatz zeitigt, nicht das letzte Mal in der Stadt im Grünen verweilt zu haben. Der tropische Stadtstaat ist zu schade dafür, nicht mehr als nur ein Zwischenziel zu sein und sollte dem aufmerksamen, qualitätsorientierten Kurzbesucher das Versprechen abringen, der schillernden Metropole der Gegensätze das nächste Mal mehr Zeit und Muße zu widmen – es wird sich lohnen.

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