Coronavirus: Werden bald alle Maßnahmen aufgehoben?

Coronavirus: Werden bald alle Maßnahmen aufgehoben?

In Großbritannien geht die Zahl der Coronainfektionen trotz absoluter Lockerungen zurück. Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sieht daher auch Hoffungen für Deutschland. 

Wenn wir an das Coronavirus denken, dann gleich die persönliche Gefühlslage der meisten unter uns wahrscheinlich einem großen Auf und Ab. Seit über eineinhalb Jahre beherrscht die Pandemie unseren Alltag und und schränkt das gesellschaftlich Leben ein. Während sich die Politik in Deutschland bewusst von übereilten Entscheidungen absieht und stattdessen aufgrund erneut steigender Inzidenzen nur langsam Lockerungen erlässt, sieht es in anderen Ländern Europas ganz anders aus. In Großbritannien wurden am 19. Juli, dem sogenannten "Freedom Day", so gut wie alle Beschränkungen inklusive Masken- und Abstandsregelungen aufgehoben. Seitdem feiern die Menschen vor Ort wieder gewohnt Partys und gehen in Clubs. Die danach zu erwartenden Horrorszenarien traten allerdings nicht ein. Ein Hoffnungsträger, dass auch in Deutschland die Maßnahmen aufgehoben werden könnten...

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Darum könnten die Corona-Regeln bald aufgehoben werden 

Komplette Freiheit, trotz steigender Zahlen – ein absolutes Risiko, möge man meinen. Doch der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sieht in der Abstinenz der Coronaregeln in Großbritannien keine Überlastung für das Gesundheitssystem. Stattdessen machen die aktuellen Entwicklungen dort trotz der hohen Inzidenz sogar Hoffnungen, denn die Infektionszahlen sanken im Land. Seiner Expertise zufolge zeigt die Situation auf der Insel, "dass man nicht einfach behaupten kann: 'Wenn wir fast alle Maßnahmen aufheben, läuft alles aus dem Ruder'", wie Schmidt-Chanasit der WELT erklärte. Zwar sei die Lange aufgrund verschiedener Impfquoten und verimpfter Vakzine – in Großbritannien erhielt ein Großteil der Bevölkerung den Impfstoff AstraZeneca – nicht eins zu eins übertragbar, dennoch gebe sie Hoffnung für die Effektivität der Impfung. Zum Zeitpunkt des "Freedom Days" waren 88 Prozent der Bevölkerung einmalig, 68 Prozent schon zwei Mal geimpft. Ob Deutschland bei einer ähnlichen Impfquote einen ähnlichen Schritt wagt oder sich zumindest an eine solche Entscheidung "herantasten" wird, wie SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz seine weitere Strategie beschreibt, werden die nächsten Wochen zeigen. 

©Eduaordo Tommasini/Pexels

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