Kommt ein Lockdown? RKI-Chef warnt vor einem "sehr schlimmen Weihnachtsfest"

Kommt ein Lockdown? RKI-Chef warnt vor einem "sehr schlimmen Weihnachtsfest"

Immer neue Rekordwerte werden mit den aktuell gemeldeten Infektionszahlen aufgestellt. Angesichts der dramatischen Lage warnte der RKI-Chef Lothar Wieler nun drastisch vor einem "sehr schlimmen Weihnachtsfest", das wir erleben könnten.

In den vergangenen Wochen spitzte sich die Corona-Lage in Deutschland immer weiter zu. Während die Impfquote quasi stagnierte und sich deutlich weniger Menschen für ein Vakzin zur Immunisierung gegen das Virus entschieden, stiegen die Fallzahlen rasant an. Immer neue Rekordwerte wurden aufgestellt und auch am heutigen Donnerstag erreichen die Neuansteckungen sowie die 7-Tage-Inzidenz Höchstwerte. 65.371 positive Tests übermittelten die Gesundheitsämter und das Robert Koch-Institut (RKI) meldete eine steigende Inzidenz von 336,9. Wie schlimm die Lage wirklich ist, machte der RKI-Chef Lothar Wieler nun am vergangenen Mittwochabend deutlich. Hinter den 50.000 täglichen Neuansteckungen, die gemeldet werden, "verbergen sich mindestens noch einmal doppelt oder dreimal so viele", erklärte er in einer Online-Diskussion mit dem Ministerpräsidenten aus Sachsen, Michael Kretschmer. Angesichts des dramatischen Infektionsgeschehens in Deutschland und bereits ausgelasteten Intensivstationen in einigen Bundesländern stellte er außerdem eine Prognose für das kommende Weihnachtsfest an, die erschreckend ist.

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RKI-Chef warnt vor einem "sehr schlimmen Weihnachtsfest"

"Wir laufen momentan in eine ernste Notlage. Wir werden wirklich ein sehr schlimmes Weihnachtsfest haben, wenn wir jetzt nicht gegensteuern", warnte der RKI-Chef Wieler am vergangenen Mittwochabend eindringlich. In seiner Rede zeigte sich der sonst sachliche Mikrobiologe besonders emotional und verdeutliche, dass er nie zuvor in der Pandemie so beunruhigt gewesen sei. "Sie sehen, die Prognosen sind superdüster. Sie sind richtig düster", so Wieler. In den kommenden Wochen müsse nach seiner Einschätzung mit 400 bis 1200 Toten pro Tag gerechnet werden. Deshalb appelliert er erneut: "Es herrscht eine Notlage in unserem Land. Wer das nicht sieht, der macht einen sehr großen Fehler." Schwere Versäumnisse schreibt er vor allem der Politik zu und empfiehlt nicht zu schnelle Öffnungen: "Clubs und Bars sind Hotspots, aus meiner Sicht müssen die geschlossen werden." Auch Großveranstaltungen würde Wieler eine Absage erteilen und erinnert im Zuge dessen an die Wirksamkeit von Kontakteinschränkungen, die uns bereits in der ersten Corona-Welle, in der ein strikter Lockdown herrschte und viele Bereiche des öffentlichen Lebens heruntergefahren wurden, galt. Weiterhin sei aber auch die Impfung ein wichtiges Instrument: "Jeder Mann und Maus, der impfen kann, soll jetzt gefälligst impfen. Sonst kriegen wir diese Krise nicht in den Griff."Am heutigen Donnerstag wird auf einer Bund-Länder-Konferenz über neue Corona-Maßnahmen beraten. 

© Getty Images

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