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Warm, gemütlich, kreativ: 4 Gründe, warum Du dir einen schmucken Altbau kaufen solltest

Von Martyna am Montag, 26. September 2016 um 13:41 Uhr

Denkt Ihr an Häuser, stellen sich viele etwas vor wie „großzügig, lichtdurchflutet und ultramodern und mit einer sexy, “den Jahreszeiten angepassten Deko“. Nur um dann, wenn ihrwirklich in einem solchen Haus wohnt, feststellen zu müssen, dass die großzügige Raumgestaltung zu erschreckend leeren „Hallen“ führt, weil so viel Fläche kaum gefüllt werden kann. Dass die für Lichtdurchflutung sorgenden Glasfenster eine Putz-Katastrophe sind und man sich an der ultramodernen Gestaltung rasend schnell sattgesehen hat. Malabgesehen davon, dass ein solcher Style-Bau meist in einem Neubaugebiet steht, in dem die Grundstücke so klein sind, dass die Nachbarn sich gegenseitig durch die „großzügigen“ Küchenfenster in die Töpfe gucken können. Nein, moderne Häuser sind selten das, was ihr euch auf lange Sicht wünscht. Was aber auf Dauer viel gemütlicher und unter allen wesentlichen Aspekten besser sein kann: Ein Altbau auf dem Land der hat gleich mehrere Vorteile, die der folgende Artikel euch näherbringen will.

1. Ein Altbau hat den Charme der Jahrzehnte

Ein gemütlicher Altbau auf dem Land bietet praktisch alles, was ein Neubau nicht liefert: Viel Platz, sowohl innen als auch außen, einen nicht reproduzierbaren Charme und vor allem die Freiheit, sich vollends kreativ auszutoben. © fotolia.com © Wieselpixx

Schaut euch mal eine typische Neubau-Präsentation im Web oder dem Katalog eines Bauunternehmens an – fällt euch was auf? Die Bilder sind alle perfekt: Der richtige Hintergrund, das richtige Licht, ein genau austariertes Spiel der Farben sorgen dafür, dass beim Anblick sofort dieses „must have“-Gefühl aufkommt. Bloß: Genau wie ein ungeschminktes Model sehen die modernen Buden in der Realität auch nicht mehr so sexy aus.

Auf der anderen Seite könnt Ihr euch aber mal ein Backsteinhäuschen vorstellen: Seht Ihr den kleinen Vorgarten mit den Kletterrosen? Die uralten Randsteine, auf denen Moos wächst? Das Kopfsteinpflaster im Hof, das von der Zeit spiegelblank geschubbert wurde? Und jetzt geht in eurem Kopf durch die Hintertür: Ihr steht in der Küche – natürlich riesig, weil das früher der zentrale Raum des Hauses war. Zeitlose Fliesen bedecken den Boden, die Küchenzeile ist top-modern aber passt sich nahtlos in den alten Charakter ein. Weiter geht es ins Wohnzimmer. Unter euren Füßen knarzt sanft ein Holzboden, der seit dem Bau des Hauses liegt und von euch in liebevoller Kleinarbeit geschliffen und geölt wurde und nun einen Charme versprüht, den nur uraltes Holz hat. 

Es gibt Styles, die kann nur die Zeit produzieren: Etwa den Look von altem Holz. Und bei einem Altbau gibt es das alles im einem Paket. Und das Beste: Ihr könnt so viel oder wenig Neues dazupacken, wie Ihr möchtet.© fotolia.com © U. Brothagen

In der Ecke des Wohnzimmers steht eine große gemütliche Couch voller Decken und Kissen. Daneben prasselt ein Feuer im Ofen. Er ist brandneu aber nicht „Design-modern“. Der Schrank, auf dem der Fernseher steht, ist fast ein Jahrhundert alt und zeugt nach einer Kur mit Möbelpolitur davon, dass der Spruch „früher war mehr Lametta“ sich auch auf Handwerkskunst erstreckt. 

Hinter diesem Häuschen erstreckt sich ein weitläufiger Garten. Genug Platz für eine schicke Sitzgarnitur. Seht Ihr auch das Beet, in dem Ihr Tomaten und Karotten züchtet, und so dem Prädikat „Bio“ eine ganz eigene Note verleiht? Der Wind bläst sanft durch einen Lindenbaum, der schon auf dem Grundstück stand, als noch niemand ans Bauen dachte. 

Mögt Ihr die Gefühle, die Ihr bei diesem gedanklichen Rundgang hattet? Dann fragt euch selbst: Ließe sich das auch in einem würfelförmigen „Brandneubau“ aus Chrom und Furnierholz reproduzieren? 

2. Ein Altbau kostet unterm Strich weniger

Bei Altbauten gehören meist auch ungleich größere Grundstücke mit zum Gesamtpaket. Da lautet die Antwort auf die Frage „Terrasse, Nutz- oder Ziergarten?“ nicht „entweder oder“, sondern „Ja, alles!“.© fotolia.com © mubus

Umsonst ist nichts auf der Welt, aber werft doch mal einen Blick auf den momentanen Stand der Dinge in Sachen Bauzinsen: 1,46 Prozent Zinsen wären für einen Kredit von 190000 Euro zu berappen, der 20 Jahre lang läuft. Was gibt es denn für diese Summe für einen Neubau samt einem halbwegs akzeptablen Grundstück? Die Antwort ist niederschmetternd: Praktisch gar nichts. In den allermeisten Fällen ist sehr viel mehr Geld vonnöten. Und dann gibt’s trotzdem nur ein Mini-Grundstück.

Und jetzt kommt das Perfide: Dadurch, dass die Zinsen momentan so niedrig sind, können sich mehr Leute einen Neubau leisten. Eigentlich doch gut, denkt Ihr? Falsch. Denn das führt dazu, dass die Firmen ihre Preise kräftig erhöhen – das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Neubauten sind schon immer generell teurer als Gebrauchtes. Und die jetzige große Niedrigzins-Nachfrage befeuert diese Preisspirale nochmal erheblich. 

Privatmenschen und selbst Makler reagieren aber längst nicht so schnell und krass auf die Preissteigerungen. Die Folge: Altbauten werden zwar auch teurer, aber nicht so extrem. Zudem zieht es viele in die Städte, weshalb auf dem Land die Preise immer noch überschaubarer sind.

Unterm Strich bedeutet das für dich beim Altbau:

  • Du musst weniger Geld leihen weil der Kauf insgesamt günstiger ist
  • Du bekommst mehr Wohnraum und auch mehr Grundstücksfläche als in einem Neubaugebiet
  • Haus, Grundstück und alle Anbauten sind im Preispaket inbegriffen
  • Selbst eine umfangreiche Renovierung ist in den allermeisten Fällen günstiger als ein Neubau
  • Auch sehr alte Häuser können durch entsprechende Maßnahmen zum Energiesparwunder werden, das nicht hinter einem modernen Haus zurücksteht

Ihr bekommt also viel mehr Haus fürs gleiche Geld, habt zudem noch wesentlich mehr Platz und gleichzeitig weniger Stress und Ärger in der Bauphase – was kann man daran nicht lieben?

3. Ein Altbau bietet viel mehr Platz 

Zu ländlichen Altbauten gehören auch oft weitere Gebäude. Was jetzt noch eine verfallene Scheune ist, ist vielleicht morgen schon das größte Kinderzimmer im Landkreis – oder ein Gästezimmer – oder ein Partyraum – oder, oder, oder.© fotolia.com © Patrick Daxenbichler

Okay, die durchschnittliche Wohnfläche eines Neubaus beträgt aktuell zwischen 140 und 160m², wohingegen bei Altbauten der Schnitt eher zwischen 120 und 140m² liegt. Wie können Altbauten trotzdem mehr Platz bieten? Ganz einfach: Hierbei ist von der reinen Wohnfläche des Hauses die Rede – beispielsweise werden heute bei vielen Neubauten auch Keller und Dachboden ausgebaut, da ist ein solcher Wert schnell erreicht. Bei den meisten Altbauten warten diese Räume hingegen noch darauf, durch dich wachgeküsst zu werden – und schon sind wir bei der gleichen Fläche. 

Aber es geht noch weiter: Beim Neubau war es das dann nämlich mit dem Größenvorteil, denn daneben steht höchstens noch eine Normgarage und den Mini-Garten kann man unmöglich noch kleiner machen. Genau hier schlägt die große Stunde des Altbaus: Der kommt nämlich häufig noch mit Anbauten – Stallungen, Waschküchen, Scheunen usw. Das alles könnt Ihr spielend in zusätzlichen Wohn- und Lagerraum umwandeln und so im eigentlichen Haus mehr Platz schaffen. So können beispielsweise Waschmaschine und Trockner in den Anbau wandern. Und wenn Ihr Kids habt, können diese in der Sicherheit eures Grundstücks die alte Scheune zum Abenteuerspielplatz umfunktionieren. 

4. Ein Altbau weckt das Kreativ-Tier in dir

Der Altbau gibt nur den Rahmen vor – alle anderen Design-Regeln legst Du selbst fest. Es gibt keine Herstellervorgaben, keine Kataloge, keine „Design-Experten“. Im Altbau bist Du der Innenarchitekt und kannst unbegrenzt kreativ sein. © fotolia.com © contrastwerkstatt

Sofern es sich beim Neubau nicht um ein extrem teures Architektenhaus handelt, musst Du damit leben, dass Du praktisch keinerlei Möglichkeiten hast, deinen eigenen Stil einfließen zu lassen. Klar, der Altbau gibt zwar auch die Räume vor, aber sonst eben nichts. Grundrisse lassen sich immer ändern. Würdest Du dich wagen, in einem Neubau Wanddurchbrüche zu machen? Sicherlich nicht. Bei der Sanierung eines Altbaus gehört das jedoch dazu. Und außerdem gibt es noch mehr kreative Gründe

  • In einem Altbau bestimmst nur Du, wie das Mischungsverhältnis von neuem und altem ausfällt
  • In einem Altbau kannst Du mit Design-Kontrasten spielen, die im Neubau niemals möglich wären
  • In einem Altbau hast Du viel weniger Hemmungen, dich frei zu entfalten, keine Angst, etwas Brandneues zu beschädigen, bremst dein Denken
  • In einem Altbau wirst Du gezwungen, dein eigener Designer zu sein. Es existiert kein Standard, kein Katalog, der dich in irgendwelche Bahnen lenken würde
  • In einem Neubau wirkt Altes deplatziert – Neues in einem Altbau hingegen stylisch
  • In einem Altbau bestimmst nur Du, zu welchem Grad Arbeiten von Handwerkern erledigt werden
  • In einem Altbau kannst Du nach Lust und Laune mit Styles und Techniken experimentieren

Im Altbau geht nur oldschool? Wer behauptet das denn? Moderne Farben und Design fügen sich hier ebenso harmonisch ein, wie tatsächliche Antiquitäten – bei praktisch jedem Mischungsverhältnis. © fotolia.com © virtua73

Stellt euch das mal an einem konkreten Beispiel vor: Würdet ihr euch trauen, in einem brandneuen Haus eigenmächtig einen Rollputz im Flur aufzutragen? Immerhin kann das schnell für Schweinerei sorgen. In einem Altbau hingegen sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Da gibt es keine Scheu, die in jedem Neubaubesitzer klebt und dafür sorgt, dass man sich wie auf Eiern bewegt, aus Angst, man könnte in der brandneuen Bude etwas kaputt machen.

Zudem hast Du hier die totale Style-Freiheit: Du kannst die Küche ultramodern einrichten und das Wohnzimmer aussehen lassen, als wäre darin im Jahr 1900 die Uhr stehen geblieben – im Altbau wirken diese Kontraste sexy, im Neubau muss hingegen alles homogen neu sein. 

Fazit

Wenn Du dein eigener Designer sein möchtest, Platz liebst, dich frei in deinen eigenen vier Wänden austoben möchtest – und dabei noch Geld sparen willst – dann gibt es für dich nur eine Antwort: Altbau. Nur alte Häuser liefern einem heute noch die großen Gärten, den Charm der Jahrzehnte, die Gemütlichkeit einer vergangenen Ära und erlauben es dennoch, auch auf modern zu setzen. Ein Neubau ist hingegen einfach nur neu – und ziemlich seelenlos und steril obendrein. 

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