Fashion

Nach Rassismus-Vorwürfen: Zara führt einen Diversity-Algorithmus ein!

Von Frederika am Mittwoch, 4. April 2018 um 18:57 Uhr

Mit einem Diversitäts-Algorithmus hofft Zara, kulturell anstößigen Designs vorzubeugen und Rassismus-Vorwürfen entgegenzuwirken…

Zara, Topshop, H&M und Co.: Viele High-Street-Labels standen in den letzten Monaten für kulturell anstößige Designs in der Kritik. Für die meisten Schlagzeilen sorgte wohl das schwedische Modehaus H&M, als es einen farbigen Jungen in ein T-Shirt mit der Aufschrift "Coolest Monkey in the Jungle" steckte und ablichtete. Nicht wenige werden sich fragen: Wie kann es sein, dass ein solches Foto an die Öffentlichkeit gelangt? Merkt denn niemand, wie falsch und schädlich eine solche Darstellung ist?

Manchmal scheint "Fast Fashion" einfach zu schnell zu gehen, so schnell gar, dass kein Mitarbeiter Zeit hat, sich über Diversitäts- und Rassismus-Probleme Gedanken zu machen. Dem Designer fällt nichts auf, dem Fotografen nicht, als er das Kind ablichtet, und demjenigen, der die Website des Textilunternehmens pflegt, offensichtlich auch nicht. Und genau da will Zara nun ansetzen, auch weil das spanische Label in den letzten Wochen selbst in der Kritik stand, nachdem es unter anderem ein Kleid im Baati-Stil der Somali online verfügbar gemacht hatte. Kulturelle Aneignung ohne jegliche Erwähnung der Inspirationsquelle – auch das ein Zeichen fehlender Diversität. Nun soll ein neuer Algorithmus das Brand vor ähnlichen Faux-pas bewahren…

Zara: Ist der Diversity-Algorithmus des Labels ein Schritt in die richtige Richtung?

Der neue Algorithmus soll Designs auf empfindliche oder beleidigende Eigenschaften prüfen, um einen neuen Skandal zu verhindern. Zuvor soll das Modehaus bereits im Jahr 2016 ein Team von Diversity-Officers zusammengestellt haben, um kulturell anstößige Fehltritte zu verhindern. Nach dem Skandal um das "Coolest Monkey in the Jungle"-Shirt hatte auch H&M ähnliche Schritte eingeleitet und ein südafrikanisches Marketingunternehmen beauftragt, die Diversität der Marke zu überprüfen und verbessern. Eine Diversity-Managerin soll gleichzeitig die Angestellten darauf zu trainieren, unangebrachte Prints und Designs leichter zu erkennen. Doch reichen diese Maßnahmen, um wirklich etwas zu verändern?

Keine Frage: Ein Diversity-Team einzustellen, die Mitarbeiter zu trainieren und einen Algorithmus zu entwickeln – all das sind Schritte in die richtige Richtung. Warum aber setzt man nicht dort an, wo ein solches Skandal-Design überhaupt entstehen kann? Marken wie Chromat oder Gypsy Sport arbeiten in ihren kreativen Abteilungen mit Teams, welche die Vielfalt ihrer Kundschaft wiederspiegeln. So verhindern sie es, unangebrachte Teile auf den Markt zu bringen und bleiben gleichzeitig im kulturellen Austausch, um so etwas voneinander zu lernen und vielfältige Mode zu kreieren, die allen gefällt. Auch die Kundschaft von H&M, Zara und Co. ist über die ganze Welt verteilt, hat jede erdenkliche Hautfarbe und verschiedene kulturelle Hintergründe. Sollten sich diese Vielfalt nicht auch in den Mitarbeitern der Modehäuser wiederspiegeln? Fakt ist, dass viele Brands in Sachen Diversity noch einen weiten Weg zu gehen haben, doch wie heißt es noch so schön: "Wohl begonnen ist halb gewonnen" und deshalb hoffen wir, dass unsere liebsten Labels schon bald weitere Schritte einleiten werden, um die Modewelt nicht nur skandalfreier, sondern eben auch vielfältiger, lebendiger und damit insgesamt wieder attraktiver zu machen. 

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