Joko und Klaas: Sie setzen ein starkes Zeichen für die Protestbewegung im Iran

Joko und Klaas verschenken Instagram-Accounts an Iranerinnen – "und zwar für immer"

Joko und Klaas geben ihre Reichweite auf Instagram ab und zwar an zwei Aktivistinnen aus dem Iran, die für ihre Rechte und ihre Freiheit kämpfen.

Banner getötete Mahsa Amini Iran Proteste Bewegung
© Getty Images
Seit mehr als sechs Wochen protestieren die Menschen im Iran für mehr Rechte, vor allem für Frauen. Der Auslöser war der Tod von Mahsa Amini

In der Show "Joko & Klaas gegen ProSieben" haben die beiden Entertainer die Chance, 15 Minuten Live-Sendung am folgenden Tag zu gewinnen und zu moderieren. Dabei dürfen sie das Thema selbst bestimmen. Und an diesem Mittwoch (26. Oktober 2022) setzten die beiden ein besonders starkes Zeichen in ihrer Sendung um 20.15 Uhr. Joko und Klaas übertragen ihre Instagram-Accounts (zusammen über 2 Millionen Follower*innen!) fortan und auf Lebenszeit an zwei Aktivistinnen aus dem Iran, damit diese auf die Geschehnisse in ihrem Land und ihren Kampf für Frauenrechte aufmerksam machen können.

Bereits zu Beginn der Sendung wurde deutlich, wie wichtig – und nötig – dieser Schritt ist. Bilder und Videos aus dem Iran zeigen, wie gewalttätig Sicherheitskräfte gegen die Protestierenden vorgehen. Immer mehr Frauen werden auf offener Straße misshandelt, festgenommen, teils getötet. 

Was passiert gerade im Iran?

Der Auslöser für die Proteste im Iran war der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini. Die junge Frau wurde von der sogenannten Sittenpolizei festgenommen, weil sie ihr ihr Kopftuch nicht richtig getragen haben soll. Zwei Stunden nach der Festnahme wurde sie in ein Krankenhaus eingeliefert, wo sie drei Tage später starb. Nach Angaben der Polizei erlag Mahsa einem Herzinfarkt sowie einem Schlaganfall. In den sozialen Medien wird jedoch berichtet, dass brutale Misshandlungen durch die Polizei der Grund für ihren Tod seien.

Seitdem gibt es im Iran immer größer werdende Proteste, die mit Gewalt niedergeschlagen werden. Bis jetzt sollen nach Angaben der Tagesschau rund 250 Menschen durch das brutale Vorgehen der Beamten ums Leben gekommen sein. Über zehntausend weitere Menschen wurden Medienberichten zufolge festgenommen, viele seien innerhalb kürzester Zeit vor Gericht gestellt worden, manchen drohe die Todesstrafe. Die mutigen Frauen im Iran geben dennoch nicht auf und werden immer lauter in ihrem Kampf gegen die Unterdrückung und vor allem für eins: ihre Freiheit.

Wer sind die beiden Aktivistinnen, die die Accounts übernehmen?

Der Account von Joko Winterscheidt gehört nun der Aktivistin Adam Jangravi. Sie erzählt: "Ich werde diesen Account nutzen, um über die Bewegung, die Demokratie und die Frauenrechte im Iran und was in diesen Tagen passiert, zu reden." Sie selbst sei aus dem Land geflohen, nachdem sie 2018 gegen den Hijab protestiert und in Folge dessen das Tuch abgenommen habe. Ihr drohten angeblich drei Jahre Gefängnis, weswegen sie ihre Heimat "zu Fuß" schnellstmöglich gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter verließ, so Jangravi. Das Tragen eines Kopftuches ist im Iran Pflicht und wird genauestens von der Sittenpolizei kontrolliert.

Bei Klaas Heufer-Umlauf spricht und verbreitet die Informationen aus dem Iran die Aktivistin Sarah Ramani. Sie nutzt die 15 Minuten Sendezeit für Bilder und Videos der Proteste. Darin zu sehen: Menschen, die für ihre Rechte auf die Straße gehen. Sarah Ramani zeigt ihr Gesicht nicht, weil sie Kritik am Regime äußert und ihre Angehörigen dadurch nicht in Gefahr bringen möchte. Auf die Frage, ob es möglich sei, Informationen auf den sozialen Netzwerken aus dem Land selbst zu teilen, sagt sie: "Sie haben den Internetzugang gesperrt. Die Leute benutzen VPN, um Videos oder Nachrichten über das, was im Iran passiert, zu verbreiten. Das Regime teilt im Staatsfernsehen Propaganda, dass alles ruhig und unter Kontrolle sei."

Um die Aktivistinnen zu unterstützen, müssen die Informationen aus dem Iran auf der ganzen Welt verbreitet werden und es muss darüber gesprochen werden. Ihr solltet also keinesfalls den Accounts entfolgen, sondern im Gegenteil die Reichweite noch größer werden lassen. Denn wir müssen über das, was dort passiert, aufgeklärt werden und es geht uns alle etwas an.

Update eine Woche später: Die Follower*innen-Zahlen auf den Profilen von Joko und Klaas sind weiter gestiegen, mittlerweile folgen knapp 2.4 Millionen Menschen den beiden Profilen. Die Aktivistinnen Sarah Ramani und Adam Jangravi berichten weiterhin jeden Tag über die Vorkommnisse im Iran und teilen täglich Videos, Fotos und Stories auf Instagram.

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