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Mutter-Tochter-Interview mit Pilgrim-Designerinnen: "Ich habe fünf Kinder bekommen, während ich ein Unternehmen aufgebaut habe"
Pünktlich zum Muttertag feiern wir die besondere Verbindung zwischen Generationen und nehmen dies zum Anlass, um mit Pilgrim-Gründerin Annemette Markvard und ihrer Tochter Dea über das Erfolgsgeheimnis von arbeitenden Müttern, blindes Vertrauen und die Schmuck-Highlights der Saison zu plaudern.

Ob als Visionärin hinter einer weltweit bekannten Schmuckmarke oder als talentierte Nachwuchs-Designerin: Annemette und Dea Markvard beweisen, dass Familie und Business eine unschlagbare Kombination sein können. Seit über 40 Jahren steht Pilgrim für dänisches Design mit Herz, und nun schlägt die Marke mit Deas erster eigener Kollektion aus recyceltem Sterling-Silber ein neues Kapitel auf. Die Zusammenarbeit der beiden zeigt eindrucksvoll, wie Tradition auf moderne Impulse trifft, ohne dabei die eigenen Wurzeln zu verlieren. Im gemeinsamen Gespräch geben sie uns tiefe Einblicke in ihren Alltag zwischen Designstudio und Familienleben und verraten, warum eine arbeitende Mutter ein tolles Vorbild für die eigene Karriere sein kann.
GRAZIA: Annemette, Pilgrim ist eine Erfolgsgeschichte, die seit Jahrzehnten besteht. Wie fühlt es sich für dich als Gründerin an, zu sehen, dass deine Tochter Dea nun mit xDEA ihre ganz eigene Handschrift in das Familienunternehmen einbringt?
Für mich ist es eine große Freude, ihre Begeisterung und ihre Herangehensweise zu sehen. Am wichtigsten ist für mich, dass sie glücklich ist – egal, ob sie Schmuck entwirft oder etwas ganz anderes macht. Gleichzeitig ist es natürlich etwas ganz Besonderes und eine große Freude, zusammenzuarbeiten und zu sehen, wie wir uns gegenseitig ergänzen.
Dea, du repräsentierst die nächste Generation von Pilgrim. Was war der wichtigste Rat, den deine Mutter dir für deine erste eigene Kollektion mit auf den Weg gegeben hat?
Meine Mutter hat mir immer gesagt, ich soll meinem Instinkt vertrauen. Das klingt einfach, ist aber im kreativen Prozess unglaublich wichtig. Sie hat mir beigebracht, dass Authentizität eine Kollektion stark macht – nicht jedem Trend zu folgen, sondern etwas zu schaffen, das sich wirklich nach einem selbst anfühlt.
Eine Harvard-Studie belegt, dass Töchter von berufstätigen Müttern später oft erfolgreicher im Job sind, weil sie ein starkes Vorbild hatten. Annemette, was glaubst du, welche Werte du Dea durch deine Rolle als Unternehmerin am stärksten vermittelt hast?
Ich hoffe, ich habe ihr beigebracht, an sich selbst zu glauben und dem zu folgen, was sich für sie richtig anfühlt. Nicht alles muss perfekt sein – und ich finde, das ist wichtig zu erinnern. Gleichzeitig halte ich es für entscheidend zu verstehen, dass nichts ohne Einsatz kommt – man muss hart dafür arbeiten. Aber am wichtigsten ist, dass man Freude an dem hat, was man tut. Das macht letztlich den Unterschied.
Annemette, viele Frauen befürchten heute noch immer, dass ihre Karriere unter der Entscheidung für Kinder und Familie leiden könnte. Welchen Rat kannst du Frauen geben, die diesen Spagat vor sich haben, um beidem – dem Business und der Familie – eine ganz eigene, positive Dynamik zu verleihen?
Annemette: Ich habe fünf Kinder bekommen, während ich ein Unternehmen aufgebaut habe, deshalb ging es für mich immer darum, beides zu integrieren. Ich habe meine Kinder in meinen Alltag eingebunden – zu Hause und bei der Arbeit – sie auf Reisen mitgenommen und, wenn möglich, sogar zu Meetings. Natürlich hat die Selbstständigkeit diese Flexibilität erleichtert. Es war mir auch wichtig, einen Arbeitsplatz zu schaffen, an dem Raum für den ganzen Menschen ist – mit oder ohne Kinder. Oft sehe ich, dass Menschen nach der Elternzeit sehr fokussiert und effizient zurückkommen. Mein bester Rat ist, eine Balance zu finden, die für dich funktioniert, sodass sich Privatleben und Beruf gegenseitig stärken.
GRAZIA: Dea, wie war es für dich, mit einer so präsenten Business-Frau als Vorbild aufzuwachsen?
Dea: Es war sehr inspirierend. Natürlich gibt es viel, dem man gerecht werden möchte, und ich will es genauso gut machen. Trotzdem habe ich nie Druck von meiner Mutter gespürt – sie hat mich immer darin unterstützt, meinen eigenen Weg zu finden. Sie war auch immer als Mutter für mich da, sodass ich nie das Gefühl hatte, dass das eine das andere ausschließt. Die Zusammenarbeit mit meiner Mutter fühlt sich leicht an, weil wir uns vertrauen – und obwohl wir unterschiedlich an kreative Prozesse herangehen, kommen wir am Ende zum gleichen Ergebnis.
GRAZIA: Wie trennt ihr beide nach einem langen Arbeitstag zwischen "Mutter & Tochter" und "Business-Partnerinnen"? Gibt es eine eiserne Regel, wann nicht mehr über das Geschäft gesprochen wird?
Annemette: Wir haben tatsächlich keine festen Regeln. Die Arbeit fließt ganz natürlich in unseren Alltag ein – und das genießen wir beide sehr. Es ist eine gemeinsame Leidenschaft, daher empfinden wir das nicht als etwas, das wir strikt trennen müssen. Gleichzeitig besteht das Leben aus so viel mehr als Arbeit, und auch außerhalb davon teilen wir sehr viel miteinander.
GRAZIA: Wenn wir auf die Schmuck-Trends für 2026 blicken: Was sind eure jeweiligen Lieblings-Trends?
Annemette: Schlichte, anschmiegsame Stücke. Minimalistische Designs mit organischen Formen, die sich layern lassen und Raum für den eigenen Stil geben.
Dea: Ich liebe zeitlose Stücke mit einem persönlichen Twist – Schmuck, den man immer wieder tragen kann und der trotzdem Charakter hat.
GRAZIA: Schmuck ist oft mit Erinnerungen verbunden. Gibt es ein Erbstück oder ein erstes Schmuckstück von Pilgrim, das für eure Mutter-Tochter-Beziehung eine ganz besondere Bedeutung hat?
Dea: Meine Großmutter ist vor ein paar Jahren verstorben, und ich habe einen Ring und eine Kette von ihr geerbt, die mir sehr viel bedeuten. Sie tragen viele Erinnerungen und Emotionen in sich, und ich trage sie ganz nah bei mir. Meine Mutter und ich haben tatsächlich darüber gesprochen, ihr zu Ehren eine kleine Kollektion zu entwerfen. Ob das wirklich passiert, weiß ich noch nicht, aber sie hat eine so wichtige Rolle in meinem Leben gespielt, und es fühlt sich sehr besonders an, darüber nachzudenken, das in etwas Kreatives zu übersetzen.
GRAZIA: Dea, wie schaffst du es, deinen eigenen Design-Stil zu finden und Pilgrim eine moderne Nuance zu verleihen, während du gleichzeitig die Wurzeln deiner Mutter ehrst?
Dea: Für mich geht es darum, meine eigene Stimme innerhalb einer Marke zu finden, die ich von innen kenne, da ich mit ihr aufgewachsen bin. Jetzt kann ich meinen eigenen Eindruck hinterlassen. Ich versuche, etwas Ehrliches und Authentisches zu schaffen – genau das hat meine Mutter mir immer vermittelt.
GRAZIA: Muttertag steht vor der Tür: Was bewundert ihr am jeweils anderen am meisten – sowohl auf professioneller als auch auf persönlicher Ebene?
Dea: Ich habe großen Respekt vor ihrem Gespür für Menschen und für das Geschäft – davon lerne ich sehr viel. Persönlich ist sie ein unglaublich starker Mensch. Sie ist immer die Erste, an die ich mich wende, egal ob es um etwas sehr Persönliches oder etwas ganz Praktisches geht.
Annemette: Dea hat ein sehr sicheres Stilgefühl und ein starkes Auge fürs Detail. Sie ist fleißig, und das bewundere ich sehr. Durch ihren Hintergrund an einer Designschule, wo der Fokus oft abstrakter und experimenteller ist, bringt sie zugleich ein starkes kommerzielles Verständnis mit – und das ist nicht selbstverständlich.





